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Werner Reichel
 

Demokratie kann ganz schön anstrengend sein. Wahlkampfauftritte, Interviews, Fototermine oder TV-Duelle mit dem verhassten politischen Gegner. Mühsam! Michael Häupl möchte sich das nur mehr in sehr begrenztem Ausmaß antun. Deshalb will  er vor der Wien-Wahl nur ein einziges Mal gegen seinen blauen Widersacher Heinz Christian Strache in einer TV-Konfrontation antreten. Blöderweise gibt es in Österreich mehr als nur einen Fernsehssender und viele Menschen, die sich nicht ausschließlich via ORF informieren wollen.

Weil also Majestät Häupl nur eine Fernseh-Audienz gewährt, gibt es den Plan, dass ORF, Puls4 und ATV diese Sendung gemeinsam produzieren und ausstrahlen. Selbstredend unter Führung des Häuplschen Haus- und Hofsenders ORF.

Alles wäre darauf hinausgelaufen, dass der ORF die Sendung, so wie es ihm gefällt, produziert hätte und die privaten die ORF-Show live übertragen hätten dürfen. Eine Schnapsidee von roten Politkern und Fernsehmachern, die dem ORF-Rundfunkmonopol noch immer nachtrauern. Schon zu Beginn hieß es vom Küniglberg: „Der ORF will seine gewichtige Position im Markt in der Sendungsgestaltung wiederfinden." Der Standard berichtet: "Gleichberechtigte Moderatoren aller Sender sieht man (…) skeptisch.“

SPÖ und ORF hatten alles schon durchgeplant. Häupl tritt nur in „seinem“ Sender auf, er braucht sich dementsprechend vor kritischen und bohrenden Fragen von Moderatorenseite nicht zu fürchten, bleibt vor bösen Überraschungen verschont und die Sendung „dürfen“ die privaten Sender übernehmen. Rote ORF/SPÖ-Propaganda auf allen TV-Kanälen, das klingt verdammt nach Nordkorea.

ATV hat das noch rechtzeitig erkannt und die Notbremse gezogen. Im letzten Moment hat man den Ausstieg aus der gemeinsam geplanten Wahlkonfrontation bekannt gegeben. ATV-Chef Martin Gastinger ließ verlauten: „Wir werden aber die Umsetzung einer so entscheidenden Wahldebatte nicht anderen überlassen. Eine Sendung, bei der der ORF für Gesprächsführung, Regie und Produktion verantwortlich sein soll, ist für uns unvorstellbar"

Recht hat er. Zwar ist auch ATV nicht unbedingt ein Ausbund an Objektivität, aber vom beinahe hündischen Journalismus des ORF, bei dem wirklich jedes SPÖ- Stöcken brav apportiert wird, ist der Privatsender weit entfernt. Warum sollte ATV bei dieser politischen Schmierenkomödie mitspielen, zumal ihm diese gemeinsame Sendung auch quotentechnisch nur wenig bringen würde.

ATV-Infochef Alexander Millecker: "Eine gemeinsame Sendung ist nur dann sinnvoll, wenn sie von gleichberechtigten Partnern produziert wird. Alles andere ist für uns inakzeptabel. Insbesondere, wenn die politische Unabhängigkeit der Sendung dadurch nicht gewährleistet wäre. Unsere journalistischen Ansprüche können wir nur in einer eigenen Sendung wahren. Weichgespülte Interviewfragen oder gar politische Beißkörbe wird es in einer ATV-Wahlsendung niemals geben."

Und weil getroffen Hunde bellen, entgegnet der ORF: „Die absurde Unterstellung seitens ATV, die politische Unabhängigkeit einer solchen Diskussionssendung sei nur bei einer Beteiligung von ATV gewährleistet, weist der ORF scharf zurück.“

Natürlich ist der ORF unabhängig! Und damit das auch so bleibt, tut er alles dafür, dass die SPÖ an der Macht bleibt.