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Werner Reichel
 

Über 60.000 Likes in wenigen Tagen. Die Fans von Armin Wolf sind einmal mehr von ihrem TV-Idol begeistert. Der Zuspruch ist enorm. Der ORF Star-Journalist hat via Facebook einen Text zum Zustand Österreichs veröffentlicht. Titel und Thema: „Warum die Sicherheit nicht wieder kommt“. Es ist ein für Facebook langer Text, in dem Wolf einmal mehr das linke Klageweib gibt und lautstark über den dummen „Durchschnitts“-Österreicher jammert, der mit dem Migrantenansturm geistig überfordert ist  und sich deshalb einen starken Mann herbeiwünscht.  Also nichts Neues. Nichts, was nicht in einer der handelsüblichen linken Zeitungen und Zeitschriften schon mindestens hundertmal abgedruckt worden wäre.

Armin Wolfs Analyse enthält keine neuen, keinen intelligenten oder gar erhellenden Gedanken und sagt mehr über die geistige Verfasstheit des Autors und seiner tausenden „Gefällt mir“-Fans aus als über die aktuelle Situation in Europa.

Wolf ist ein typischer Vertreter seiner Zeit, geradezu der Prototyp des modernen Europäers: defätistisch, fatalistisch, geistig träge, ideologisch verbohrt, feige und voller Hass auf die eigene Kultur. Er scheint dem Roman „Das Heerlager der Heiligen“ entstiegen zu sein. Der geniale Franzose Jean Raspail hat bereits 1971 die Völkerwanderung aus der Dritten Welt nach Europa und die Reaktionen der politmedialen Herrschaftsklasse darauf beschrieben. Es ist verblüffend, Wolfs Gedanken, Analysen, Ausführungen und Forderungen, Raspail hat alles exakt beschrieben und vorweggenommen. Das ist übrigens eine Leseempfehlung.

Im Gegensatz zum Facebook-Essay von Wolf. Der lässt sich nämlich in wenigen Worten zusammenfassen: Die Zeiten ändern sich, dagegen kann man nichts machen, damit muss man sich abfinden. Wer das nicht tut, ist ein Kindskopf und/oder ein Faschist. Mehr Substanz und Tiefgang hat der Text tatsächlich nicht. Er ist ein kein sehr schmeichelhaftes Psychogramm von Armin Wolf.

Er versucht die Entwicklungen der letzten Jahre und Jahrzehnte, vor allem aber die aktuelle Völkerwanderung als eine Art Naturgewalt dazustellen, auf die Europa oder die nationalen Regierungen keinerlei Einfluss haben. Man muss sich einfach damit abfinden und je nach persönlicher Einstellung erdulden oder freudig begrüßen. Diese Geisteshaltung zeigt sich auch in der ORF-Berichterstattung über die „Flüchtlingsproblematik“. Hier geht es ausschließlich darum, wie man die heranströmenden Menschen verteilt, wie man sie verwaltet, verköstigt, unterbringt und integriert. Wer die Quoten erfüllt und wer nicht, welche Gesetze noch geändert werden müssen, welche Firmen oder NGOs die Betreuung übernehmen sollten, wer demnächst zwangsenteignet werden muss etc. Man diskutiert und problematisiert ausschließlich den Umgang mit den Einwanderern aus der Dritten Welt. Alles andere wird ausgeblendet, das hat niemanden zu interessieren.

Wer diese Art der Politik und Berichterstattung hinterfragt oder gar kritisiert, ist laut Wolf und den Seinen ein ängstlicher und dummer Durchschnittsösterreicher und kein moderner aufgeschlossener und moralischer Mensch. Ja, DER Durchschnittsösterreicher ist dumm, xenophob, ängstlich und womöglich stinkt er auch noch. Wolf ist ein Rassist unter umgekehrten Vorzeichen. Der Durchschnittsösterreicher ist mit seinem rückständigen Denken, seinen Phobien und Ängsten an allem schuld. Ohne ihn wäre Österreich ein buntes und friedliches Paradies, so wie auf den Titelbildern von "Erwachet". Deshalb soll er auch, wie es einst Joschka Fischer ausgedrückt hat, durch Zustrom ausgedünnt werden. Das ist der Unterschied, während ein paar „rassistische“ Durchschnittsösterreicher ihren Unmut und ihre Verzweiflung via soziale Medien kundtun, verfolgen die Rassisten à la Wolf ihre neosozialistischen Ziele mit Ausdauer und Vehemenz.

Deshalb behauptet Wolf, dass die aktuelle Völkerwanderung nicht aufzuhalten sei. Da ist natürlich Schwachsinn. Nur weil West- und Mitteleuropa völlig paralysiert sind, weil in Brüssel und in den meisten europäischen Hauptstädten viele Politiker sitzen, die so denken wie Wolf, heißt das nicht, dass das so sein muss. Ein Blick über den EU-Tellerrand oder auch nur zu unseren ungarischen Nachbarn beweist das Gegenteil. Australien und Israel machen es vor oder Japan, das über Jahrzehnte hinweg weniger Flüchtlinge (die auch tatsächlich welche waren) aufgenommen hat als Österreich an einem einzigen Tag. Das kann man moralisch bewerten wie man möchte, aber so zu tun, als ob die Migrantenströme unaufhaltsam wären, ist dumm, feige oder politisches Kalkül.

Jeder souveräne Staat kann mit verschiedensten Maßnahmen und Instrumenten Einwanderung steuern und unterbinden. Es braucht lediglich den politischen Willen dazu. Doch der fehlt in Österreich und in der EU. Selbstverständlich kann man illegale Einwanderung niemals völlig verhindern, aber von vorneherein zu behaupten, dagegen könne oder dürfe man nichts unternehmen und Europa hätte gar die Verpflichtung, alle hereinströmenden Menschen aufzunehmen, ist eine Lüge und mittlerweile typisch für die rezente europäische Geisteshaltung.

Jeder, der etwas dagegen unternimmt, wie etwa Ungarns Regierungschef Orban, gilt als Nestbeschmutzer und wird sofort als Unmensch diffamiert. Genau diese Geisteshaltung ist auch der Grund, warum die SPÖ unter Duldung der ÖVP das österreichische Bundesheer abschafft. Wir sind ja schließlich alles Pazifisten und ohnehin dem Zeitenstrom ausgeliefert. Selbstverteidigung und Krieg sind für Europa keine Optionen mehr. Agieren, verteidigen oder gar kämpfen, wenn es die Situation erfordert, nein, dann doch lieber mit gesenktem Haupt auf sein Schicksal warten, so wie die IS-Gefangenen vor ihrer Hinrichtung. Europa zieht sich vorsorglich schon den orangen Overall an.

Genau das ist es, was Wolf in seinem Text seinen zahlreichen Fans vermitteln möchte. Und die nehmen es dankbar auf und drücken den „Gefällt mir“-Button, schließlich verwandelt ihr TV-Idol ihre Feigheit in Weisheit, ihre Verzagtheit in moralische Überlegenheit, ihre Angst in Toleranz.

Es gibt nur einen kleinen Unterschied zu Wolf und vielen seiner Fans. Wenn es in Europa wirklich ernst wird, können sich die staatlich alimentierten Bonzen aus Politik und Staatsfunk dank ihrer (finanziellen) Möglichkeiten und Verbindungen noch rechtzeitig absetzen. Vorzugsweise ins kapitalistische und kriegstreiberische Reich des Bösen, in die USA.

Aber vorerst macht sich Wolf noch darüber lustig, dass die Österreicher Sicherheit haben wollen. Wie können sie nur. Mütter, die nicht wollen, dass ihre Töchter vergewaltigt oder ihren Söhnen am Schulweg die Zähne ausgeschlagen werden, dass man sich ohne Angst durch Wien bewegen kann, auch nachts. Ja, was für ein dummer und selbstsüchtiger Wunsch!

Nun will aber jeder, der kein Psychopath oder Krimineller ist und sich seine Schuhbänder selbst binden kann, Sicherheit, inklusive Herrn Wolf. Und es ist die Kernaufgabe eines Staates dafür zu sorgen. Ein Staat, der dazu nicht mehr in der Lage ist, hat seine Existenzberechtigung verloren. Genau das ist der Grund für die Politikverdrossenheit und die zunehmenden Hasskommentare im Internet. Es ist schlicht das Versagen der Politik, des Staates. Wozu muss der Bürger weit mehr als die Hälfte seines erarbeiteten Geldes an den Staat abliefern? Nur um mit diesen Gebühren, Abgaben und Steuern Menschen wie Herrn Wolf oder Herrn Faymann ein angenehmes Leben zu finanzieren, die im Gegenzug keine erkennbare sinnvolle Leistung für die Gesellschaft erbringen? Sicher nicht. Deshalb muss man die Bürger auch ruhig stellen und hinhalten. Zum Beispiel mit solchen Essays. Und die, die das auch noch fressen, dürfen sich für die besseren Menschen halten. Das ist die zeitgemäße Version der k.u.k. Orden und Titel. Absurd!

Wenn der Staat nicht mehr für die Sicherheit seiner Bürger sorgen und seine Grenzen nicht mehr schützen kann oder will, was in Österreich und den meisten anderen EU-Staaten zunehmend der Fall ist, sollten sich Menschen wie Herr Wolf nicht wundern, dass das die Bürger, sofern sie nicht von den Mainstreammedien geistig sediert worden sind, selbst in die Hand nehmen.