ORF-Watch.at Die unabhängige Kontrolle des Gebührenmonopols


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Kurt Ceipek
 

Folgende personalpolitische Diskussion mit mehreren hochkarätigen Teilnehmern könnte sich jüngst in der Chefetage des ORF abgespielt haben.

„Wenn die Thurnher das Zentrum nicht mehr moderieren will, dann werden wir sie nicht aufhalten. Wer hat sie überredet, freiwillig zu verzichten?“

„Na ja, da war ja ein Wechsel wirklich schon überfällig.“

„Und haben wir einen netten Versorgungsposten für sie, wo sie nix anstellen kann?“

„Ja, wir machen sie zur ORFIII-Direktorin.“

„Sehr gut. Da sind eh hauptsächlich Wiederholungen von Wiederholungen. Und wer übernimmt das Zentrum? Das ist politisch eher heikel. Da brauchen wir jemanden, der parteipolitisch neutral ist. Wer hat einen Vorschlag?“

„Ein parteipolitisch neutraler ORF-Moderator? Da fällt mir auf die Schnelle keiner ein.“

„Dann denkt nach.“

Nach einer langen Nachdenkpause. „Mit fällt trotzdem keiner ein.“

„Wie wär’s mit der Stöckl?“

„Ist die politisch zuverlässig?“

„So gesehen müssten wir die Dittlbacher nehmen. Die ist absolut zuverlässig.“

„Die ist schon zu zuverlässig.“

„Was haltet ihr von der Pölzl?“

„Um Gottes willen. Die ist schon beim Frühstücksfernsehen schlimm genug.“

„Da schaut eh keiner zu.“

„Gottseidank.“

„Also, wen nehmen wir dann?“

„Was haltet ihr von der Susanne Schnabl?“

„Nix! Die war schon mit den Sommergesprächen  überfordert. Der hat man schon von vor Sendungsbeginn angesehen, wen sie nicht leiden kann und wen sie ehrfürchtig hofiert. Beim Zentrum muss man wenigstens so tun, als wäre man neutral.“

Der Chef der Runde gibt sich einen Ruck. „Ich schlage die Claudia Reiterer vor!“

„Die Reiterer? Das ist doch die Frau vom Lothar Lockl, und der ist Wahlkampfmanager vom VdB.“

„Ja, aber wir wissen, dass Herr Van der Bellen ein unabhängiger Kandidat ist. Also ist der Lockl auch ein Unabhängiger.“

„Aber immerhin war er Bundesgeschäftsführer von den Grünen.“

„Jetzt ist er unabhängig. Außerdem fängt sie erst 2017 an und da ist der Van der Bellen hoffentlich schon gewählt.“

„Aber ein paar Leute werden uns vorwerfen, dass eine solche Besetzung nicht politisch korrekt ist. Da müssen wir auf Angriffe vorbereitet sein.“

„Was politisch korrekt ist, bestimmen in diesem Land immer noch wir. Wir sind der ORF und vertreten alle Gebührenzahler dieses Landes. Das ist eine überwältigende Mehrheit.“

„Und wenn es Leute gibt, die den Lockl nicht für unabhängig, sondern für einen tiefroten Grünen halten?“

„Dann packen wir die Keule mit der Sippenhaftung aus. Was hat diese Ehe mit der professionellen und völlig unabhängigen Arbeit der Frau Reiterer zu tun.“

„Genau. Sie sind zwar verheiratet, aber die Reiterer und der Lockl werden daheim beim Frühstück doch sicher nicht über Politik oder den ORF reden oder sich sonst irgendwie verabreden.“

„Ganz sicher nicht.“

„Ja, eh. Die wissen auch so, was sie zu tun haben.“

Der Chef: „Wir sind also einig. Claudia Reiterer wird ab Jänner 2017 die Sendung Im Zentrum moderieren. Die Sitzung ist geschlossen.“

Alle bis auf den Chef und seinen Stellvertreter erheben sich und verlassen den Raum.

„Warum gerade die Reiterer?“, fragt der Stellvertreter den Chef.

„Wir sind den Grünen noch was schuldig gewesen. Immerhin waren sie sehr wichtig dafür, dass die Generaldirektorenwahl so gut ausgegangen ist.“

„Super. So können wir dauerhaft unsere Unabhängigkeit von den Parteien bewahren und weiterhin mutigen und objektiven Journalismus zum Wohle der Gebührenzahler produzieren.“

„Genau! All das tun wir zum Wohle Österreichs.“