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Werner Reichel
 

Miniskandal in der deutschen Medienbranche. Im Mittelpunkt steht Thomas Ebeling, Vorstandschef von ProSiebenSat.1. Er hat bei einer Telefonkonferenz die Zielgruppe seiner TV-Gruppe als ein bisschen fett, ein bisschen arm und als passiv beschrieben.  Das Transkript dieses Gesprächs wurde dem Branchendienst dwdl.de zugespielt: „They are human beings who are slightly obese, slightly poor who still like to sit on the couch and lean back and really like to get entertained.“

Was Ebeling hier in einem Gespräch mit Analysten von sich gegeben hat, ist nicht außergewöhnlich, nicht besonders bösartig, es spiegelt vielmehr die in der Rundfunkbranche übliche Geisteshaltung wider. So sehen viele Rundfunkleute ihr Publikum. Das gilt sowohl für öffentlich-rechtliche als auch für Privatsender. Kaum jemand in dieser Branche nimmt die Zuseher/Hörer für voll. Was sich selbstredend in den Programmen, Moderationen, Inhalten und Formaten niederschlägt. 

Insofern ist die Aufregung der deutschen Printmedien über die ohnehin recht harmlosen Aussagen Ebelings reine Heuchelei. So sprechen und denken sehr viele Medienleute über ihre Kunden. In der Regel sind sie eher noch präpotenter und herablassender. Vermutlich auch jene, die nun Herrn Ebeling an den Pranger stellen. 

Hans Mahr, damals RTL-Chefredakteur, erzählte in einem Seminar, an dem der Autor teilgenommen hat, sinngemäß, um im Rundfunk Erfolg zu haben, muss man seine Zuseher zumindest ein bisschen mögen. Ein Motto, das sich viele in dieser Branche zu Herzen nehmen sollten. Übrigens, der Aktienkurs von ProSiebenSat.1 hat sich innerhalb von nur zwei Jahren halbiert.