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Werner Reichel (Personal: Mo, 11.07.2016, 19:33)
Johannes Brahms, ein toter weißer Cis-Mann

Wenn die ersten Matrosen auf dem großen medialen Schlachtschiff der politischen Korrektheit, dem gebührenfinanzierten Kultursender Ö1, zu murren und zu meutern beginnen, dann sollte auf der Kommandobrücke ernsthaft und schnell über eine Kurskorrektur nachgedacht werden. Ausgerechnet Ö1, der Haus- und Hofsender des linken Kleinbildungsbürgertums, der verlässliche Vorkämpfer für neosozialistische Gesellschaftsexperimente, der stets fruchtlose Feind aller Kapitalisten, Sozialdarwinisten, Konservativen und all jener, die politisch rechts von Christian Kern stehen. Ö1, der öffentlich-rechliche Sender, der als Hohepriester und Hüter der politisch-korrekten Moral stets päpstlicher als der Papst ist. Und jetzt das!

In Pasticcio, einer morgendlichen Musiksendung, platzt Ö1-Moderator Helmut Jasbar der Kragen. Zu lange hat der brave Mann offenbar unter den strengen politischen Vorgaben und dem muffigen Meinungsklima bei Ö1 gelitten. Heute muss es einfach raus. Die Anmoderation eines Brahmsstückes funktioniert er in eine ketzerische Rede um. Er traut sich und sprengt das enge Ö1-Meinungskorsett.

Mir fällt fast meine Kaffeetasse aus der Hand, als Jasbar beherzt gegen die gängigen Klischees und Feindbilder der Gutmenschen, also seiner Ö1-Kollegen, herzieht. Er macht sich u.a. über die Genderisten und deren absurde Konzepte und Begrifflichkeiten lustig (Cis-Gender) und kritisiert, dass der „ältere weiße Mann“ von den Linken und Gerechten zum „Generalübeltäter“ erkoren wurde. Alarmstufe rot! Unbotmäßige, sogar „sexistisch“ und „rassistisch“ angehauchte Gedanken auf Ö1? Wer hätte das gedacht.

Zum Schluss schafft Jasbar mit einem halblustigen Wortspiel - Cis-Mann, Des-Dur - die Überleitung zum Ungarischen Tanz Nr.6 von Johannes Brahms: „Sehen sie, was aus ihm geworden ist. Er ist ein toter weißer Mann, ein toter weißer Cis-Mann ist er geworden“. Wenn sogar die biederen Ö1-Mitarbeiter beginnen, gegen die politisch-korrekte Meinungsdiktatur aufzubegehren, dann ist das ein untrügliches Zeichen für einen Meinungsklimawandel im Land.

Die Moderation kann man auf dem Ö1 Webradio nachhören:  Mo. 11.7.2016, Pasticcio (ab ca. Minute 15)

Di, 12.07.2016, 16:45 | atr

Das war aber nur ein klitzekleines Aufbäumen gegen den Genderwahn!
Ich habe weitergesucht und unter "Die Ö1 Klassik Nacht" Folgendes gefunden:

Komponist/Komponistin: Wolfgang Amadeus Mozart
Mo, 11.07.2016, 20:50 | Nietzsche

Na, ob der noch lange bei Ö1 ist?



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