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Marcus Franz (Ideologie: Mo, 26.09.2016, 12:08)
Der ORF auf krummen Pfaden

Wenn Ex-Bundespräsident Dr. Heinz Fischer im Rahmen einer Buchpräsentation seine Meinung darüber abgibt, wer sein Nachfolger werden soll, ist das nichts Anstößiges und völlig legitim. Er tut dies definitiv als Privatperson ohne amtliche Pflichten und er äußert seine Meinung als stimmberechtigter Bürger dieses Landes. Und wenn Heinz Fischer nun Alexander van der Bellen wählen will und dies offen sagt, ist es sein gutes Recht.

Dass aber der öffentlich-rechtliche Rundfunk über diese Meinungsäußerung am selben Tag auf seiner Website fett schlagzeilt und der ORF dann noch über die gegenständliche Äußerung in der „Zeit im Bild“ (samt Interview mit Herrn Dr. Fischer) groß berichtet, ist das sehr wohl anstößig und daher massiv zu kritisieren. Hier wird nämlich ein unredlicher, weil tendenziöser Journalismus betrieben: Sowohl die Art der Aufmachung wie auch die Art der Informations-Wiedergabe entsprechen nicht dem gesetzlich festgelegten Grundauftrag des Rundfunks.

Der ORF hat nach § 4 des ORF-Gesetzes die Aufgabe der objektiven Informationspflicht für alle. Die Informationen sollen möglichst ausgewogen und nach den demokratischen Regeln erfolgen. Wenn nun der ORF über die Meinung einer – wenn auch politisch prominenten – Privatperson derartig breit berichtet, muss man bei den Verantwortlichen eine Missachtung des oben zitierten Paragrafen vermuten. Eine Meldung im Chronik- oder Inlandteil des Mediums hätte genügt, denn im laufenden Wahlkampf ist die Pflicht zur Ausgewogenheit und zur Objektivität ganz besonders zu beachten.

Es drängt sich somit der Verdacht auf, dass mit dieser überproportional gewichteten ORF-Meldung eine einseitige Wahlpropaganda zugunsten des Kandidaten Van der Bellen betrieben werden soll. Die Äußerungen des Ex-Präsidenten Fischer zielen durch ihre breit angelegte Veröffentlichung in die Richtung einer Wahlwerbung für VdB, obwohl oder gerade weil er sie nicht als solche bezeichnet hat. Es ist nicht bekannt, dass andere Ex-Politiker mit vielleicht anderer Meinung in ähnlich massiver Weise ihre Meinung zur BP-Wahl 2016 äußern durften oder dies im ORF noch tun werden.

Auch der Zeitpunkt dieses medialen Sündenfalls bestärkt den Verdacht, dass unlautere Motive dahinter stecken: Ursprünglich hätte die BP-Wahl ja am 2. Oktober stattfinden sollen. Die angesprochene Buchpräsentation des Ex-Präsidenten und sein großer TV-Auftritt scheinen auf dieses Datum hingetrimmt worden zu sein. Eine Woche vor der Wahl hätte man maximale Aufmerksamkeit erreicht und man hätte durch allerlei Schönrednerei die suspizierten Manipulationsversuche noch zudecken können – so wie das ja auch jetzt durch die üblichen Argumente aus dem Juste Milieu passiert.

So weit, so schlecht. Die im Rahmen der Migrationskrise infolge der oft einseitigen Berichterstattung ohnehin recht ramponierte Rolle des öffentlich-rechtlichen Mediums ORF wurde durch dieses Ereignis noch weiter beschädigt. Seine Glaubwürdigkeit und Objektivität geraten nun wirklich unter schweren Druck.

Noch bedenklicher allerdings ist die fehlende (Selbst-) Kritik seitens der vielen sonst immer sehr aktiven österreichischen Medienleute. Entweder sie trauen sich nicht, diesen unschönen Sachverhalt einer Betrachtung zu unterziehen oder sie dürfen nicht oder sie können nicht - getreu dem Motto: eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

Dabei ist die Situation nicht nur medientheoretisch, sondern auch demokratiepolitisch wirklich heikel und offen zu diskutieren: Wenn sich ein öffentlich-rechtlicher Sender bemüssigt fühlt, derart offensiv in den laufenden Meinungsbildungsprozess der Bürger einzugreifen, ist Feuer am Dach. Aus meiner Sicht als politischer Mandatar wurde hier eine Grenze überschritten, die ein gesetzlich zur Objektivität verpflichteter Journalismus einfach nicht überschreiten darf.

Mi, 28.09.2016, 13:02 | Es fehlt eigentlich ein Insert

Für Hoferbashing - irgendwas aus dem Haselsteinerfundus / Pro VdB - ein Heiligenschein.
Mi, 28.09.2016, 08:23 | Feststellung

Was erwarten Sie sich? Anständigkeit und Objektivität?
Mi, 28.09.2016, 00:08 | Manipura

So gesehen unverständlich, dass die Steuerzahler diesen "freien" Abgeordneten mit monatlich über € 8.000,00 finanzieren müssen - und das bis zur nächsten Nationalratswahl ....
Mi, 28.09.2016, 09:50 | Neidig?

Unglaublicher ist,was wir sonst noch alles fürstlich sowie sinnlos zahlen müssen.
Mi, 28.09.2016, 10:59 | Manipura

Wieso neidig? Sehe seine "Funktion" als unnötig an, bewirkt gar nichts, reine Selbstdarstellung, braucht kein Mensch ...
Der Hinweis auf andere Steuergeldverschwendung macht das nicht besser ...
Mi, 28.09.2016, 13:07 | Bewirkt gar nichts?

Sehe ich nicht so - sieht man ja an Ihrer Reaktion....
Mi, 28.09.2016, 13:33 | Manipura

Danke für die "Überschätzung" meiner Reaktion ... Bin zufällig auf diesen Artikel gestoßen ... Ansonsten halten sich die Reaktionen auf Kommentare eines Herrn Marcus Franz in überschaubaren Höhen ...
Mi, 28.09.2016, 13:38 | Manipura

Dass er im Parlament nichts bewirken kann, ist ihm selber wohl bewußt - darum auch der Versuch anderweitig Aufmerksamkeit zu erreichen ...
Unglaubwürdig als Politiker - und bald Geschichte ..
Mi, 28.09.2016, 15:26 | Dann regt Sie auf,daß er überhaupt eine Meldung von sich gibt?

Und der Vorfall,den er beschreibt,nicht?
Mi, 28.09.2016, 17:07 | Manipura

Man kann mit Vielem, was den ORF betrifft, nicht einverstanden sein ...
Und gerade diese Seite hat sich ja darauf spezialisiert, den ORF unter die Lupe zu nehmen und "Fehlleistungen" anzuprangern ;-)
Mi, 28.09.2016, 17:10 | Manipura

Die Autoren, die hier vertreten sind und immer wieder Kommentare schreiben können "gesinnungsmäßig" zugeordnet werden ;-)
So gesehen passt Marcus Franz wohl bestens dazu ;-)
Ev. mit Blick auf 2018 ;-)
Mi, 28.09.2016, 17:17 | Manipura

Allerdings - den ORF zu kritisieren und in einem anderen Kommentar auf seinem Blog die Boulevard-Zeitungen zu "loben" - DAS macht Marcus Franz eben unglaubwürdig ;-)
Und ändern kann er gar nix ....
Mi, 28.09.2016, 17:35 | Manipura

Auch interessant - dass auf FB ORF Watch bei Seiten, die auch gefallen die Identitären angeführt sind ..... ;-)
Sagt auch einiges über die Macher dieser Seite aus ... ;-)
Do, 29.09.2016, 10:06 | Sie brauchen Hilfe

Allerdings weiß ich nicht,ob Linksradikalität behandelbar ist.Wünsche Alles Gute.
Do, 29.09.2016, 12:24 | Manipura

Typisch - wenn Argumente ausgehen versucht man es mit persönlichem Angriff ;-)
Ist Meinungsäußerung schon "linksradikal"? ;-)
Herr Marcus Franz - sind SIE das höchstpersönlich? ;-)
Auch alles Gute
Mi, 28.09.2016, 00:05 | Manipura

Eher bedenklich ist, dass ein "freier" Nationalratsabgeordneter auf einer FPÖ nahen Seite seinen Kommentar abgibt ....
Möglicherweise hoffend auf ein Mandant 2018? Nach Team Stronach und ÖVP?
Mi, 28.09.2016, 09:48 | Es soll

ja noch Menschen geben,die eigenständig denken können.
Mi, 28.09.2016, 10:53 | Manipura

Es gibt viele Menschen, die eigenständig denken können ....
Und dann gibt es Selbstdarsteller ....
Die es ohne Protektion (Team Stronach, ÖVP) nicht in diese Position geschafft hätten ....
Di, 27.09.2016, 20:57 | unparteiisch

Fischer und der ORF = roter Knopf rechts oben auf der Fernsteuerung --> OFF



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