ORF-Watch.at Die unabhängige Kontrolle des Gebührenmonopols


Kurt Ceipek (Personal: Sa, 08.10.2016, 16:39)
Personaldiskussionen

Folgende personalpolitische Diskussion mit mehreren hochkarätigen Teilnehmern könnte sich jüngst in der Chefetage des ORF abgespielt haben.

„Wenn die Thurnher das Zentrum nicht mehr moderieren will, dann werden wir sie nicht aufhalten. Wer hat sie überredet, freiwillig zu verzichten?“

„Na ja, da war ja ein Wechsel wirklich schon überfällig.“

„Und haben wir einen netten Versorgungsposten für sie, wo sie nix anstellen kann?“

„Ja, wir machen sie zur ORFIII-Direktorin.“

„Sehr gut. Da sind eh hauptsächlich Wiederholungen von Wiederholungen. Und wer übernimmt das Zentrum? Das ist politisch eher heikel. Da brauchen wir jemanden, der parteipolitisch neutral ist. Wer hat einen Vorschlag?“

„Ein parteipolitisch neutraler ORF-Moderator? Da fällt mir auf die Schnelle keiner ein.“

„Dann denkt nach.“

Nach einer langen Nachdenkpause. „Mit fällt trotzdem keiner ein.“

„Wie wär’s mit der Stöckl?“

„Ist die politisch zuverlässig?“

„So gesehen müssten wir die Dittlbacher nehmen. Die ist absolut zuverlässig.“

„Die ist schon zu zuverlässig.“

„Was haltet ihr von der Pölzl?“

„Um Gottes willen. Die ist schon beim Frühstücksfernsehen schlimm genug.“

„Da schaut eh keiner zu.“

„Gottseidank.“

„Also, wen nehmen wir dann?“

„Was haltet ihr von der Susanne Schnabl?“

„Nix! Die war schon mit den Sommergesprächen  überfordert. Der hat man schon von vor Sendungsbeginn angesehen, wen sie nicht leiden kann und wen sie ehrfürchtig hofiert. Beim Zentrum muss man wenigstens so tun, als wäre man neutral.“

Der Chef der Runde gibt sich einen Ruck. „Ich schlage die Claudia Reiterer vor!“

„Die Reiterer? Das ist doch die Frau vom Lothar Lockl, und der ist Wahlkampfmanager vom VdB.“

„Ja, aber wir wissen, dass Herr Van der Bellen ein unabhängiger Kandidat ist. Also ist der Lockl auch ein Unabhängiger.“

„Aber immerhin war er Bundesgeschäftsführer von den Grünen.“

„Jetzt ist er unabhängig. Außerdem fängt sie erst 2017 an und da ist der Van der Bellen hoffentlich schon gewählt.“

„Aber ein paar Leute werden uns vorwerfen, dass eine solche Besetzung nicht politisch korrekt ist. Da müssen wir auf Angriffe vorbereitet sein.“

„Was politisch korrekt ist, bestimmen in diesem Land immer noch wir. Wir sind der ORF und vertreten alle Gebührenzahler dieses Landes. Das ist eine überwältigende Mehrheit.“

„Und wenn es Leute gibt, die den Lockl nicht für unabhängig, sondern für einen tiefroten Grünen halten?“

„Dann packen wir die Keule mit der Sippenhaftung aus. Was hat diese Ehe mit der professionellen und völlig unabhängigen Arbeit der Frau Reiterer zu tun.“

„Genau. Sie sind zwar verheiratet, aber die Reiterer und der Lockl werden daheim beim Frühstück doch sicher nicht über Politik oder den ORF reden oder sich sonst irgendwie verabreden.“

„Ganz sicher nicht.“

„Ja, eh. Die wissen auch so, was sie zu tun haben.“

Der Chef: „Wir sind also einig. Claudia Reiterer wird ab Jänner 2017 die Sendung Im Zentrum moderieren. Die Sitzung ist geschlossen.“

Alle bis auf den Chef und seinen Stellvertreter erheben sich und verlassen den Raum.

„Warum gerade die Reiterer?“, fragt der Stellvertreter den Chef.

„Wir sind den Grünen noch was schuldig gewesen. Immerhin waren sie sehr wichtig dafür, dass die Generaldirektorenwahl so gut ausgegangen ist.“

„Super. So können wir dauerhaft unsere Unabhängigkeit von den Parteien bewahren und weiterhin mutigen und objektiven Journalismus zum Wohle der Gebührenzahler produzieren.“

„Genau! All das tun wir zum Wohle Österreichs.“

Di, 11.10.2016, 09:20 | Varga

Wieso finanziert der ORF mit unseren Gebühren fremde Kinofilme? (siehe Fernsehwerbung)
Di, 11.10.2016, 08:19 | Videopix

Wie haben sich die Menschheit damals über den Medienfürsten Berlusconi aufgeregt! Der Italienchef,der seine Medien nutzte um über sich selbst und seine super-Taten zu berichten.Unterschied zum ROTORF?
Mo, 10.10.2016, 09:44 | Nietzsche

Gustostückerl.
Mo, 10.10.2016, 09:44 | Nietzsche

Claudia Reiterer ist eine selten widerliche Person. Man beachte nur ihre höhnisch heruntergezogenen Mundwinkel, wenn sie mit einem Nichtroten reden muß. Und der vulgäre Tonfall erst! Eine wahres Gusto
Mo, 10.10.2016, 19:12 | Aba neen . . . .

"Vulgärer Tonfall" - Se menen aber nicht die Fro Klodia Reeterer, oda ?
So, 09.10.2016, 22:52 | Kroneleser

Ist das ein Job für eine Gender-Blondine? Die hat das nicht gekriegt obwohl sie mit einem Grünen verheiratet ist, sondern weil sie genau aus dieser hellgrün-dunkelroten Ecke kommt.
So, 09.10.2016, 18:22 | Erich

Ich hätte einen anderen Kandidaten: Robert Misik, den Mann mit dem Video-Blog beim Standard-Online. Garantiert marxistisch orientiert, tolles Aussehen, wirtschaftlich ahnungslos: also ein guter Sozi!
So, 09.10.2016, 00:38 | Köstlich

Ich habe schallend gelacht. Großartig.
Sa, 08.10.2016, 23:26 | Nicht "es könnte" -

es muß so gewesen sein.
Sa, 08.10.2016, 19:22 | zweifler

Würde der Dialog stimmen, hätten die wenigstens noch Gewissensbisse gehabt. Das haben die aber wohl in keiner Weise mehr, sondern machen nur noch rotgrüne Hetze.
Sa, 08.10.2016, 19:39 | Verzweifler

Ein paar mit Gewissensbissen wird es schon noch geben, aber die verhalten sich still und rühren sich nicht. Sonst sind sie längste Zeit im ORF gewesen.
Sa, 08.10.2016, 19:20 | Lektor

Mit jedem Tage wird offensichtlicher wie verfilzt und inzestiös die Strukturen beim ORF wirklich sind. Wie soll man das noch ernsthaft reformieren können? Einzige Hoffnung: Totalabwicklung.
Sa, 08.10.2016, 19:08 | Habakuk

Das kann ich mir gut vorstellen. Genau so kann es gewesen sein.



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