ORF-Watch.at Die unabhängige Kontrolle des Gebührenmonopols


Werner Grotte (Fakten: Do, 20.10.2016, 11:44)
Simpli-TV: Wers nicht kapiert, sieht "dunkelschwarz"

Bereits im Frühjahr waren die Kabel-TV-Nutzer Österreichs ziemlich überfallsartig damit konfrontiert, dass sie ab einem gewissen Datum gewisse Sender nicht mehr empfangen könnten, sofern sie nicht über ein neues, flaches, digitalfähiges Fernsehgerät verfügen. Wer noch einen „alten“, analogen Röhrenapparat hatte (und die halten eben oft zwanzig Jahre oder mehr), musste sich um teures Geld eine „Box“ anschaffen, die das digitale Signal übersetzt. Oder einen neuen Plastik-Fernseher.

Nun, ein halbes Jahr später, sind die absoluten Dinosaurier unter den Fernsehern dran, die es wagen, sogar noch mittels terrestrischer Antenne direkt am Gerät oder über Gemeinschaftsantenne am Dach fernzusehen. Davon gibt es immerhin noch eine sechsstellige Zahl in Österreich, vor allem ältere Leute, die sich mit der rasant fortschreitenden Technik am Kommunikations-Sektor nicht mehr so gut auskennen.

Erst vor ein paar Jahren hatte man ihnen seitens des ORF eingeredet, ihre Geräte mit einer DVB-T-„Box“ nachzurüsten. Nun heißt das Kastel DVB-T2 vulgo „simpli-tv“, und wer nicht bis 27. Oktober weiter nachrüstet, sieht ab dann nur noch „dunkelschwarz“, wie es so lustig in einschlägigen ORF-Radiowerbungen für simpli-tv heißt.

Das Problem dabei ist nicht nur, dass man erneut Geld für ein Kastel ausgeben muss, das einem den TV-Empfang gewährleistet, für den man eh schon GIS-Gebühren entrichten muss.

Zunehmend mehr TV-Konsumenten beschweren sich über die Nicht-Kompatibilität ihrer TV-Geräte mit der neuen „Box“ und die absolut unbefriedigende Information dazu bei der zuständigen „Hotline“ oder anderen Stellen des ORF.

Es scheint sich vor allem bei den Ausgängen kleinerer TV-Geräte zu spießen,  mit denen der DVB-T2-Kasteln nicht kompatibel sind.

Hier wird wieder einmal eine Gruppe von Konsumenten, die mit dem von oben verordneten, immer kurzlebiger werdenden „Fortschritt“ nicht mithalten kann, für dumm verkauft und im Stich gelassen.

Genau jene Konsumenten interessiert es herzlich wenig, welche Frequenzen europaweit für den Ausbau des mobilen Internets gebraucht werden – was die eigentliche Ursache für die Abschaltung der bisherigen Frequenzen ist.

Warum der ORF bzw. dessen zuständige Tochter ORS es nicht schafft, den Kunden hier zumindest ein passendes Umrüstungs-Service zu bieten (damit ist nicht Eigenwerbung für simpli-tv gemeint), kann nur mit einer gewissen staatlichen Monopol-Haltung zu tun haben.

Denn, wie ein Bericht im Konsument genau schildert, sind laut jüngster Gesetzesnovellierungen auch jene TV-Konsumenten GIS-gebührenpflichtig, die auf die neuen „Boxen“ pfeifen und nur noch über Satellit schauen. Oder eben „dunkelschwarz“.

Allein die „Möglichkeit“, terrestrische ORF-Programme an seinem jeweiligen Standort zu empfangen,  genügt nämlich für die GIS-Pflicht…

Mo, 31.10.2016, 05:39 | Clemens Aigner

Der Passus im Gesetz lautet "wenn .. an seinem Standort mit den Programmen des ORF ... terrestrisch (analog oder DVB-T) versorgt wird." DVB-T ist aber nicht DVB-T2! Spielwiese für Juristen!
So, 15.01.2017, 09:21 | www.facebook.com/kalman.szoke.58

TYPISCH : resign DIE STRAFBESTIMMUNGEN §43? wurden abgeschafft,
und keiner klagt, VKI tut nix, die armen werden geneppt,
warum gibts keine sammelklage oder massenhafte volksanwalt -
beschwerden ?
Fr, 28.10.2016, 10:21 | MikeD

Ich habe seit gestern kein Empfangsgerät mehr (weil terrestrisch = dunkel) ... daher GIS / TV gekündigt ... GIS hat sich sehr gewehrt, hat aber nix genützt. Bitte nachmachen und abmelden!
Fr, 04.11.2016, 11:15 | DerEineDa

Servus. Sag mir bitte was genau hat sich bisher getan. Waren schon die StasiAgenten von der GIS bei dir auf Hausbesuch? was sind deine erfahrungen bisher?ich kann auch nix empfangen und will ned zahln
Mo, 24.10.2016, 09:10 | JA

Die GIS-Gebührenpflicht ist alles andere als klar! Siehe auch den im angegeben Konsument-Artikel weiterführenden Link "GIS-Entgelt". Warum hier diese Falsch-/Halbinformation hier zu Gunsten des ORF?
Mo, 24.10.2016, 09:21 | JA

Auch die Informationen im Konsument-Artikel sind voller Widersprüche. Nach den genannten Begründungen warum man nicht "entgehen" kann müsste das dann die Gebührenpflicht auch für Computer gelten.
Mo, 24.10.2016, 04:36 | randy andy

Den Vogel schießt ja ATV ab, denn die haben seit Wochen den halben Bildschirm mit der DVBT-Werbung voll und schreiben noch es sei "kostenlos" !! Bei mir 6 Monate noch und dann "Tschüss GIS u. ORF"
Fr, 21.10.2016, 08:26 | Gerhard

Die neuerliche Umstellung auf ein anderes terrestrisches Sendesystem hat mehrere Gründe: Man will
1. damit alle bisherhigen Schwarzseher erfassen.
2. mit den dort zusätzl. Programmen Geld verdienen.
Di, 01.11.2016, 22:41 | Techniker

Das mit den Schwarzsehern stimmt ja wohl so nicht. Es kann niemand davon abgehalten werden ein Modul oder eine Box zu kaufen und damit ( völlig anonym ! ) ORF 1 und ORF 2 zu sehen.
Di, 01.11.2016, 22:46 | Techniker

Warum wird DVB-T2 nicht so verschlüsselt, dass man ohne Registrierung gar nichts sieht? Dann hätte man endlich das "Schwarzseherproblem" gelöst.
Di, 01.11.2016, 22:52 | Techniker

Nur:
Wenn man ohne Registrierung ( DVB-T2 & Satellit ) die Programme des ORF ( und ATV usw ) nicht mehr sehen könnte, wofür würde man dann GIS Gebühren bezahlen........
Do, 20.10.2016, 22:24 | Eahlstan

Verstößt der ORF damit nicht gegen das ORF-Gesetz?
In §3 Absatz 4 in der Fassung vom 13.8.2015 (BGBl. I Nr. 112/2015) steht eindeutig:
"hat der Österreichische Rundfunk dafür zu sorgen, dass...
Do, 20.10.2016, 22:25 | Eahlstan

...die Programme gemäß Abs. 1 unter Nutzung digitaler Technologie terrestrisch (unter Nutzung des Übertragungsstandards DVB-T im Hinblick auf die Programme gemäß Abs. 1 Z 2) verbreitet werden."
Do, 20.10.2016, 22:28 | Eahlstan

Nachdem laut EN 302 755 V.1.1.1 DVB-T2 ein eigener Standard ist, ist eine gesetzeskonforme Übertragung per DVB-T2 eigentlich nicht möglich.
Do, 20.10.2016, 22:31 | Eahlstan

Auch die Zahlungsverpflichtung laut §31 Absatz 10 besteht unter dem Vorbehalt, dass man in einem Gebiet wohnt, dass mit DVB-T (oder analog) versorgt wird.
Do, 20.10.2016, 21:19 | usos

Ganz einfach: Apple TV, oder Google Chrome Cast und damit vom PC zum TV streamen. Dann kann der orf stuhlen gehen.
Amazon Fire Stick und Teile von Medion oder Alibaba funktionieren auch zum streamen.
Do, 20.10.2016, 18:35 | Bigi "der absolute Wahnsinn!!!"

schriftlich lt. ORS
"Portable DVB-T Empfänger können leider nicht auf DVB-T2 aufgerüstet werden.Es gibt noch keine mobilen DVB-T2 Endgeräte, welche das verschlüsselte Signal entschlüsseln.
Do, 20.10.2016, 18:00 | Unverschämtheit, das

Das Abkassieren anlässlich der hirnlosen Umstellung von DVBT auf TVBT2 ist typisch für die überbezahlten Apparatschiks des ORF. Und die Politik hat nicht genug Eier in der Hose um das ABZUSTELLEN !
Do, 20.10.2016, 17:11 | Segestes

Wer Gebühren blecht, hat kein Recht zu jammern. Die ORFler können es sowieso nicht beweisen, wenn jemand trotzdem den ORF übers Internet schaut (wozu auch immer).
Do, 20.10.2016, 18:11 | Bigi

Internet?? ab 27.10. 16 geht nichts mehr!! selbst bei einem DVBT2 Stick
kein Empfang möglich. Ja toll auch portable-tv selbst mit eingebautem DVBT2-Tuner kein Empfang möglich.
Do, 20.10.2016, 12:29 | Dr. Rudolf Gehring

Seit heute läuft ein Volksbegehren "ORF - ohne Gebühren und ohne Politik" der Christlichen Partei Österreichs (CPÖ)
Wir haben es satt, dem ORF seine Unsinnigkeiten und Versäumnisse zu finanzieren.



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