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Hurra, Gleichheit macht glücklich

Andere, Fr, 30.12.2016, 18:46 | Werner Reichel

Die Neosozialisten im ORF haben es endlich schwarz auf weiß, haben den wissenschaftlichen Beweis entdeckt, dass Sozialismus – trotz aller blutigen Kollateralschäden – die beste aller Ideologien ist.

„Gleichheit macht glücklich“, jubiliert die Wissenschaftsseite des ORF. Das ist zumindest die fragwürdige Erkenntnis einiger „britischer Forscherinnen und Forscher“ nach einem Experiment. Und das ist so abgelaufen:

„Bei einem Spiel konnten die Versuchspersonen Geld gewinnen oder verlieren, bekamen aber mit, wie es ihren Mitspielern ergangen ist. Es zeigte sich (…), dass die durchschnittliche Versuchsperson sich unglücklich fühlt, wenn sie weniger, aber auch wenn sie mehr bekommt als jemand anderer.“

Finde den Fehler in dieser Versuchsanordnung. Die Personen können bei einem Spiel Geld gewinnen und verlieren. Es geht also nicht um Leistung, Kreativität und Unternehmergeist, sondern um Zufall. Das entspricht dem simplen Weltbild der Sozialisten, wonach nur reich ist, wer Glück hat oder anderen etwas wegnimmt. Wirtschaft funktioniert aber anders. Hätten die Versuchspersonen für ihr Geld etwas leisten müssen, sprich mehr Leistung führt zu mehr Geld, wäre das Ergebnis mit Sicherheit ein völlig anderes gewesen.

Denn Geld verdienen (!) hat in der Regel nichts mit Zufall oder Glück zu tun. In mehr oder weniger kapitalistischen Gesellschaften ist das Einkommen primär von Leistung, Know-How, Kreativität und Geschick abhängig. Wer Produkte, Ideen oder Dienstleistungen anbietet, für die eine dritte Person freiwillig (das ist das Zauberwort, das die Linken nicht begreifen können) zahlt, der verdient Geld. Das hat nichts mit diesem Experiment zu tun.

Der  ORF zieht die Schlussfolgerung: „Den Großteil der Menschen macht Ungleichheit unglücklich.“ Eine ziemlich kühne Behauptung, vor allem weil sie sich auf ein etwas windschiefes Experiment bezieht. Bei den sozialistischen Gleichheitsexperimenten mit Millionen von Versuchskaninchen ist das Ergebnis bekanntlich etwas anders ausgefallen. Da waren die Menschen so glücklich, dass man Sie mit Grenzzäunen und Schießbefehl im Land halten musste. Die Ideologien, die die Menschen durch Gleichheit glücklich machen wollen, sind bisher immer und überall gescheitert und haben dabei unzählige Tote produziert. In Venezuela verhungern derzeit Kinder!

Da hilft es wenig, wenn der ORF die These der britischen Forscher mit einer Umfrage stützen will. Laut dieser sind nämlich die Menschen in Skandinavien am glücklichsten. Und diese Länder seien „sozial ziemlich ausgeglichen“, schreibt der ORF. Ziemlich ausgeglichen. Wow, was für ein präziser wissenschaftlicher Beleg. Es gibt übrigens auch eine Umfrage, wonach die glücklichsten Menschen der Welt in der „neoliberalen Steueroase“ Panama leben. Egal. Für Linke dienen die Wissenschaften – oder was sie dafür halten – schon seit Jahrzehnten ohnehin nur noch dazu, den Unterbau für das eigene wackelige Weltbild zu liefern.