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Tatort

ORF2Andere, So, 08.01.2017, 22:07 | Kurt Ceipek

Wenn ein Tatort den Titel „Land in dieser Zeit“ verpasst bekommt und mit einer Chorprobe beginnt, in der das Lied „Kein schöner Land in dieser Zeit“ gesungen wird, muss man als erfahrener ORF-Seher zwangsläufig hellhörig werden. Der für einen Krimi zwangsläufige Mord zum Auftakt wird mit einem Molotowcocktail verübt und vorerst einmal einem sympathischen Rauschgift handelnden Asylanten in die Schuhe geschoben.

Die langlebige Krimiserie Tatort erfreut sich hoher Zuseherzahlen. Oft fragt man sich warum, aber wohl auch deshalb, weil das Ding immer am Sonntagabend zur besten Sendezeit läuft. Sicher aber auch deshalb, weil viele der Drehbuchautoren sich abmühen, zeitgemäße Themen aufzugreifen und von den Machern öffentlich-rechtlicher Sender wie ORF oder ARD dazu beauftragt werden, „politisch korrektes“ Material zu liefern.

Deshalb kann man sich an den Fingern einer Hand ausrechnen, wer auch in diesem Film die Bösen sind: Die bösen Rechten, die nicht wollen, dass unzählige Flüchtlinge unkontrolliert ins Land strömen.

Dann singt der Chor „Hoch auf dem gelben Wagen“.

Es folgt eine überraschende Wendung. Eine Frau wird überfallen, begrapscht und zusammengeschlagen. Das gibt es auch in der Realität.

In diesem Fall sind es aber drei deutsche Halbwüchsige, die sich an einer sympathischen, intelligenten und freundlichen Asylantin vergreifen. Woran der Tatortbeobachter erkennt: Seht doch! Nicht nur Tunesier und Marokkaner vergreifen sich an Kölnerinnen oder Innsbruckerinnen, sondern das passiert auch andersrum.

Am Ende weiß der Zuseher, dass die bösartigen und gut organisierten Nazis die Täter waren, von denen es – wenn es nach Drehbuchautoren und Tatort-Regie geht – unzählige geben muss. In Deutschland, aber natürlich auch in Österreich, wie man aus anderen Tatortfolgen weiß. Aber der Polizei fehlen die Beweise, weshalb die Staatsanwaltschaft die Untersuchungen einstellt.

Soweit der eineinhalbstündige Film, dessen unübersehbares Ziel Gehirnwäsche für Tatortseher ist. Am Ende weiß der ORF- oder ARD-Zuseher: Asylanten sind sogar dann arme aber gute Menschen, wenn sie Drogen an Schulkinder verhökern.

So weit so gut.

An dieser Stelle kommt von wohlmeinenden Menschen immer der Einwand, dass nicht alle Flüchtlinge Verbrecher sind und dass es auch europäische oder amerikanische Verbrecher, Amokläufer und Vergewaltiger gibt. Das stimmt. Schade nur, dass die Lkw-Fahrer, die in Christkindlmärkte donnern oder die Silvestergrapscher oder –vergewaltiger, die Brunnenmarkt-Mörder und unzählige andere Gewalttäter dann eben doch fast immer junge Männer sind, die sich in den nicht enden wollenden Flüchtlingsstrom gemischt haben.