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Radiokolleg - Green Design

oe1Andere, Do, 16.02.2017, 10:35

Manchmal haut es einem ja richtig das Hirn hinaus, wenn man (blöderweise) Ö1 hört. Bestes jüngstes Beispiel der Beitrag über "Green Design".

Die Landwirtschaft verursacht, je nachdem wie man rechnet, 30 bis 70 Prozent der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen. wird im Beitrag behauptet. Das ist interessant, weil ich als Landwirt bisher der Auffassung war, dass die Landwirtschaft der einzige Wirtschaftszweig ist, der nachweislich mehr CO2 über Ackerkulturen, Grünland und Wald aus der Luft entzieht als er emittiert. Wo kämen die steigend emittierten Kohlendioxidmengen denn sonst hin?

Biogemüse müsse mehr verpackt werden, weil es der Kunde so wünsche und es so besser verkaufbar wäre. Das würde der Nachhaltigkeit schaden. Mediale Verblödung: Biogemüse und Bioobst ist deshalb eigens verpackt, damit niemand auf die Idee kommt, ein Bio-Produkt zu nehmen, bei der Waage auf die Taste mit einem konventionellen Produkt zu drücken und nur den konventionellen Preis zu zahlen. Und zweitens, damit Missbrauch, zum Beispiels das Verkaufen von konventionellen Produkten als Bio-Produkte, verhindert wird. 

Gäste würden es ablehnen, sich auf einen Braten aus Foodwaste einladen zu lassen. Das würde ich auch. Ich käme auch nie auf die Idee, jemanden zu einem Foodwaste-Braten einzuladen. Was ich selber esse, ist hingegen mein Kaffee. Meinen Gästen würde ich nur Dinge anbieten, die noch gesichert geniessbar sind. Aber vielleicht sind wir Unnormal-Bürger diesbezüglich noch zu wenig ideologisch gleichgeschaltet.

"Es wird viel, viel, viel zu viel produziert." Und dann landet viel zu viel wieder im Müll. Hat schon mal jemand nachgerechnet, wie hoch der Anteil an nicht verwerteten Produkten bei ökologischen und wie hoch er bei konventionellen Produkten ist?

Manche würden sich schämen für Caritas-Mode. Ist die Caritas-Mode nicht in erster Linie für Menschen, die sich einen neuen Wintermantel um 500,- Euro nicht leisten können oder wollen? Und wenn sie sich einen Mantel um 500,- Euro leisten könnten, aber einen tollen bei der Caritas finden, wen stört das?

Es wäre für manche peinlich, Dinge zu verschenken. Auch Nachhaltigkeit wäre peinlich. Kennen Sie jemanden, dem das wirklich peinlich wäre? Leidet da vielleicht jemand unter Realitätsverlust?

Gemüse, das nicht gewaschen ist, wäre viel länger haltbar. stimmt. Deswegen wird es ungewaschen und nur mechanisch gereinigt eingelagert und erst vor dem Verpacken gewaschen und ins Regal gelegt.

Die frühere Praxis, eigenes Besteck und eigenes Geschirr mitzunehmen, würde beim Abwaschen viel Energie und Aufwand sparen. Lachkrampf. Es dürfte noch nicht durchgedrungen sein, dass eine ausreichend volle Ladung im Geschirrspüler erheblich energie- und ressourcenschonender ist, als das Geschirr mit der Hand zu waschen und zu spülen. Vom Spülergebnis will ich gar nicht reden.