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Soko Donau

ORF1Andere, Mi, 15.03.2017, 02:37 | Werner Grotte

Die vom ORF gerne hochgelobte ORF-Serie „SOKO Donau“ hat in dieser Folge („Tod zum Selbermachen“) erneut eindrucksvoll bewiesen, dass es sich dabei nicht um eine Krimi-Serie, sondern um ein TV-Format zum Transportieren gutmenschlich-linker Weltanschauungen handelt. Jeder echte Polizist oder Kenner der Materie bekommt bei den hanebüchenen Drehbüchern Magenkrämpfe.

So ging es diesmal um einen vermeintlichen Bombenanschlag auf einen bösen Immobilien-Hai, der allerdings seine heimliche Geliebte tödlich traf. Als Hauptverdächtige ermittelte man zunächst ein paar Hausbesetzer, die bereits in der Vergangenheit durch Anschläge mit Brandsätzen aufgefallen waren und kurz vor der Denotation auch nachweislich das Eingangstor des Hais beschmiert hatten.

Was nun folgte, war bestes Polizei-Kabarett: Die Hauptverdächtige, ein ungepflegtes Hausbesetzer-Mädel, wurde zwar verhört, dabei jedoch behandelt wie ein Waserl. Als dann auch noch ein böser Ermittler des Verfassungsschutzes mit ihr reden wollte, schirmten die edlen Mordermittler das Mädel ritterlich vor dem "Fascho" ab, Major Carl Ribarski (Stefan Jürgens) begleitete sie sogar in ihre abgesandelte Wohnung im besetzten Haus.

Als sie ihm dort mitteilte, dass er in ihren Sachen nichts zu suchen hätte, stellte er jegliche Sichtung dort herumliegender Fotos und Unterlagen, darunter Aufrufe zu weiteren Anschlägen, verständnisvoll ein. Gegenüber einem misstrauischen anderen Hausbesetzer gab er sich – im augenzwinkernden Einvernehmen mit der Hauptverdächtigen – als „großer Cousin aus Berlin“ aus.

Nachdem der andere Hausbesetzer trotzdem ihre Gespräche belauscht und Ribarski mit gezückter Waffe (die sich erst im Nachhinein als Attrappe entpuppte) von hinten attackierte, überwältigte ihn der Major in lässiger ClintzEastwood-Manier und belehrte ihn danach lediglich väterlich, Erwachsene nicht so anzugreifen, denn das könne ins Auge gehen.

In realitas geht jeder Kerl, der einen Kriminalbeamten mit einer Waffe – ob echt, oder nicht – von hinten bedroht und angreift, einmal mit auf’s Wachzimmer und bekommt ein geschmalzenes Verfahren wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt aufgebrummt. Und das nicht einmal zu Unrecht.

Doch in SOKO Donau laufen die Polizei-Uhren anders: Weil das arme Mädel nicht mehr zurück in die Zelle wollte, blieb der wackere Major Ribarski einfach bei ihr in der abgesandelten Wohnung und nächtigte dort – inklusive Gesichts-Schleck-Weckdienst durch einen Hausbesetzer-Hund. Das Mädel war natürlich unbewacht, aber in der Früh noch da. Wie das Hausbestzer-Mädels halt so tun, wenn sie von schlafenden Polizisten bewacht werden.

Nachdem er das zarte Pflänzchen mit weniger zarter Schimpfkultur wieder zum Polizeistützpunkt gebracht und neuerlich vor dem bösen Verfassungsschützer gerettet hatte, durfte die Kleine einfach  im Polizeibüro herumsitzen und sich unbeobachtet die polizeilichen Ermittlungs-Unterlagen anschauen. Wie das in Polizeidienststellen halt so passiert. Letztlich entdeckte sie dann tatsächlich den wahren Tatverdächtigen auf einem Foto - wie schön!

Als die Donau-Kieberer diesen dann stellen, bedrohen sie ihn zwar mit ihren Waffen, drücken aber nicht ab, bis er den liederlichen Miet-Hai, dessen Chauffeur er war, in die Luft sprengen konnte. Bumm, weg der Bösewicht.

Dümmer geht’s echt fast nimmer – fast, weil an dieser Stelle bereits einmal über die fragwürdige ideologische Botschaft von SOKO-Donau berichtet wurde. Dass der ORF sich damit brüstet, diese Serie an diverse ausländische Rundfunksender verkauft zu haben, macht den Unsinn nicht besser, sondern sagt bestenfalls etwas über die Kompetenzen der Einkäufer dieser Sender aus.