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Die Burka ist in Mode

Andere, Sa, 18.03.2017, 13:58

Eine – von manchen vielleicht als provozierend empfundene – Ausstellung über den Islam, bewirbt orf.at mit dem Titel „Kopftuch, Koran und osmanisches Dirndl“ und lobt sie als „jenseits von Populismus und Polarisierung“.

„Islam“ heißt die Ausstellung auf der Schallaburg und der Name ist Programm. Im Folder (und offenbar auch in der Ausstellung) sind alle Informationen auf Türkisch, Arabisch und Deutsch angeführt. Die drei Sprachen stehen dabei in der selben Größen (gleichberechtigt) nebeneinander. Englisch ist nicht vertreten. Sogar das Impressum ist dreisprachig.

Türkisch und Arabisch bekommen eine Sonderstellung, werden implizit als muslimische Sprachen dargestellt, obwohl viele Muslime weder Türkisch noch Arabisch sprechen (z.B. in Bosnien, Afghanistan, Nigeria, Iran). Eine Abbildung soll Muslime beim Freitagsgebet zeigen – am Bild zu sehen sind aber nur Männer.

Im Folder finden sich Polemik und kreativ konstruierte Gegensätze zwischen dem Westen und den Muslimen: „Kopftuch und Bauchfrei-Look, Vollbart und Glattrasur: Äußerliche Erscheinungen und innere Haltungen beeinflussen das Zusammenleben. Wie stark formen sie die Vorurteile der Menschen? Und wie sehr lassen wir uns von diesen leiten?“

Wenn der ORF begeistert von der Vielfältigkeit der angeblich „muslimischen“ Mode berichtet, dürfen Burka und Burkini nicht fehlen. Die Burka ist also nur noch modisches Accessoire muslimischer Frauen? Der ORF lobt, dass auch die Burka in der Ausstellung „ganz unaufgeregt Platz“ hat. (http://orf.at/stories/2383478/2383479/)

Neben angeblichen muslimischen Bekleidungsgeboten wird im Folder der islamistische Terror verharmlost: „Heute fühlt sich ,der Westen' verunsichert: von radikalen Muslimen, aber auch von Menschen, die selbst durch Krieg gefährdet sind. Doch wer fürchtet sich vor wem? Und wo liegen die Lösungen?“

Der ORF berichtet ausschließlich positiv über die Ausstellung mit einer einzigen Ausnahme. Denn für den ORF tritt das Kuratorium offenbar nicht entschieden genug gegen Populismus auf.

In der Ausstellung widmet man sich auch den gesellschaftlichen Debatten zu Flüchtlingskrise, radikalem Islam und Rechtspopulismus. Das strenge Urteil des ORF: „Positiv gewendet kann man das als niederschwellig bezeichnen. Oder man liest es als fehlenden Mut zur Position: Um Polemiken, Stereotypen und Angstmache tatsächlich entgegenzutreten, brauchte es an manchen Stellen weniger Relativismus und Unentschiedenheit – sondern klare, deutliche Worte.“ Ganz nach dem Motto: Entschiedene Bekämpfung böser Populisten, Angstmacher und Hetzer.

Sponsert der ORF diese Ausstellung? Am Folder ist jedenfalls das ORF-Logo abgebildet.