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Werner Grotte (Fakten: Fr, 12.09.2014, 12:23)
Häfn für Schwänzer-Eltern

Wien und Salzburg sind die Spitzenreiter bei den Schulschwänzern; säumige Eltern müssen seit dem Vorjahr Strafe zahlen oder sogar ins Gefängnis. Das vermeldeten die ORF-Radionachrichten gestern, Donnerstag, unter Berufung auf eine parlamentarische Anfragebeantwortung von Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ). Interessanterweise liegt das Bundesland Salzburg mit 449 im Vorjahr angezeigten Fällen wegen „Verletzung der Schulpflicht“ gegenüber dem fast viermal so bevölkerungsreichen Wien mit 880 Delikten verhältnismäßig gesehen sogar an der Spitze. Platz drei geht an Oberösterreich (399); positives Schlusslicht ist das Burgenland mit lediglich fünf Anzeigen. Heuer (bis 10. Juli) liegen Salzburg (295) und Wien (344) noch enger zusammen.

Bestraft wird, wer mehr als fünf Unterrichtstage, drei aufeinanderfolgende Tage oder 30 Unterrichtsstunden pro Semester unentschuldigt fehlt. Sollten Gespräche mit Eltern, Schülern, Schuldirektion, Psychologen und notfalls Jugendwohlfahrt nichts fruchten, werden die Eltern mit bis zu 440 Euro zur Kasse gebeten. Wer nicht zahlt, muss ins Gefängnis. Tatsächlich sollen laut Heinisch-Hosek schon zahlreiche Fälle dermaßen exekutiert worden sein. Besonders auffällig ist diesbezüglich die Lage in Kärnten, wo 2013 insgesamt 29 (!) solcher Ersatzfreiheitsstrafen verhängt werden mussten. In Wien hingegen gab es „nur“ drei.

Nun warteten die Hörer natürlich gespannt darauf, wer denn da für seine schwänzenden Kinder Strafe zahlen muss oder gar ins Häfen geht. Und auch wer die Schwänzer sind. Mehr Buben, mehr Mädchen, eher die Kleinen, die Größeren, private oder öffentliche Schulen, vielleicht Neue Mittelschulen – und vor allem aus welchen sozialen Bereichen, etwa aus den sattsam bekannten „bildungsfernen Schichten“, oft mit „Migrationshintergrund“? Doch leider, davon hörte man im ORF kein Wort. Da hätte man wohl selbständig recherchieren müssen, statt die apa nachzubeten. Wir können es uns trotzdem denken. Jetzt erst recht.

Besonders witzig: Auf Radio Wien läuft derzeit ein Gewinnspiel, bei dem Hörer (und Hörerinnen!) das ausgegebene Geld für den Schuleinkauf zurückgewinnen können. Immerhin, da können sich dann noch mehr Eltern die Schwänz-Strafe leisten....

Fr, 12.09.2014, 23:03 | ORFprivatisierenNOW

Für den ORF existiert (wie stets) ganz einfach nicht, was politically correct nicht sein darf. Deshalb berichtet man nicht darüber. Das gibt es einfach nicht. Auch wenn's zum Greifen ist.



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