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Werner Grotte (Formate: Mi, 06.04.2016, 20:23)
Piefke-Deutsch statt heimischer Dialekte

Es ist immer wieder faszinierend, wenn der ORF teure Filme produziert, in denen beinhart die sprachlichen Eigenheiten des Spielortes ignoriert werden. Schlimmer noch, es wird Piefke-Deutsche-Einheitssprache verwendet, die in der Praxis so kaum vorkommt. Jüngstes Beispiel: Der am Wochenende ausgestrahlte ORF/ZDF-Krimi „Die Toten vom Bodensee“. Kein einziger Darsteller redete im typisch alemannischen Tonfall, der in dieser Gegend üblich ist und den man selbst dann noch durchhört, wenn Hochdeutsch gesprochen wird.

Gerne wird Kritik daran mit dem Gegenargument gekontert, dass dieser Dialekt ja außerhalb der Region kaum von jemandem verstanden wird und man ja nicht den ganzen Film beuntertiteln kann. Abgesehen davon, dass man das sehr wohl kann, hätte man ja auch eine Leicht-Version des Alemannischen verwenden können und nur jene wirklich nicht verständlichen Dialekt-Phrasen mit Untertiteln versehen können.

Man erinnere sich an Mundl Sackbauer in „Ein echter Wiener geht nicht unter“. Der zunächst als Skandal bezeichnete, teils sehr tiefe Wiener Dialekt wurde schon bald Kult, manche Phrasen („Mei Bier is net deppert!“) sind bis heute running gags – und der echte Wiener wurde – nicht nur in Wien – einer der größten Serien-Erfolge des ORF aller Zeiten. Der ebenfalls nicht gerade Hochdeutsch singende Wolfgang Ambros hatte in Deutschland einige seiner größten Erfolge; seine dortigen Tourneen waren stets ausverkauft.

Doch das scheint den verantwortlichen Redakteuren, die sonst jedes Detail der jeweiligen Spielorte herausfinden, völlig egal zu sein – man erinnere sich nur an die ebenfalls im Piefke-Einheitsdeutsch dahersäuselnde Film-Natascha Kampusch. Dabei ist gerade die Sprache eines der wichtigsten und unverwechselbarsten Identitätsmerkmale einer Region, ohne die der Film im Prinzip überall spielen kann. Oder ist gerade das von jenen Filmschaffenden sogar erwünscht, weil ihnen der Begriff „national“ oder „Vaterland“ ein Greuel ist?

Fr, 08.04.2016, 19:04 | Ingeborg Knaipp

Die Forschung verortet die Basis für das antideutsche Ressentiment nach 1945, als die Geschichtschreibung v. a. der ÖVP und KPÖ Österreich als ein von Deutschland völlig verschiedenes Land entwarf.
Do, 07.04.2016, 17:52 | Ichwillfreibleiben

Mit dem Verlust der einheimischen Sprache geht letztendlich auch die Identität verloren..
Wenn man sich nirgendwo mehr zugehörig fühlen kann ist man leicht manipulierbar - Wahnsinn mit Methode halt...
Do, 07.04.2016, 11:26 | Ingeborg Knaipp

Was hat der Grotte nur für einen Fimmel mit der deutschen Sprache, wie sie nördlich von Nürnberg gesprochen wird? Würd ihn gern selber reden hören, besonders auf die Diphthonge wär ich neugierig.
Do, 07.04.2016, 15:57 | ORFprivatisierenNOW

Grotte wendet sich nicht gegen die Sprache unserer Nachbarn, sondern gegen die Blödheit, österreichische Typen quasi preussisch zu synchronisieren. Kann auch nur dem ORF einfallen . . .
Mi, 06.04.2016, 22:40 | Herwig Mankovsky

Und die ,,running gags" sind auch Piefkenesisch?
Do, 07.04.2016, 15:53 | gerard

Nein, englisch, Stupid. Aber "running gag" ist nicht so einfach sinnvoll zu übersetzen. Wollen Sie probieren? Viel Glück.
Fr, 08.04.2016, 09:51 | Herwig Mankovsky

Ach so, englischer Begriff? Tja, ich leider ungebildet sein tun, Herr Oberlehrer gerard.
Mo, 11.04.2016, 13:22 | gerard

@ Herbert Mankovsky: NMS? Sie Armer.
Di, 26.04.2016, 13:33 | Schlußfolgerer

Gern, Gerard: Wer sich noch nicht das Gehirn waschen ließ, für den sind „running gags“ geflügelte Worte, Redensarten, bekannte Scherzchen. Heißt „Statement“ etwa nicht Aussage mit nur 8 Buchstaben?
Mi, 06.04.2016, 21:00 | Frank Arm

Als Bayer in Österreich fallt mia oiwei des depperte Tschüss auf. Selbst im Ausseerland herst des imma öfta. Oafoch bäh



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