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Werner Reichel (oe1 Mo, 20.03.2017, 07:00)
Morgenjournal (I)

Berichterstattung war gestern. Bei Ö1 ist Gefühls- und Meinungsjournalismus angesagt. Anlässlich des EU-Innenministertreffens in Rom macht das Morgenjournal mit einer Reportage aus einem Flüchtlingslager in Italien auf. Auf Zahlen und Fakten verzichtet man, stattdessen werden ein paar Vorzeige-Flüchtlinge mit ihren Schicksalen präsentiert: ein Arzt aus Palästina, eine junge Familie aus Syrien, der Vater ein Techniker, und ein Mann aus Eritrea, der Verfolgung und Folter entkommen ist. Nicht gerade ein repräsentativer Querschnitt, wie mittlerweile alle wissen, die außerhalb der politisch-korrekten Blasenwelt leben. 

Welcome-Dritte-Welt-PR statt Journalismus. Man ist von Ö1 nichts anderes gewohnt. Nachdem man die Hörer solcherart emotional weichgeklopft und moralisch unter Druck gesetzt hat, holt man zum zweiten Schlag aus. Und zwar mit einem Beitrag über die bisherigen Kosten der österreichischen Grenzsicherung. Dabei versucht man einerseits die Zahlen der „Flüchtlinge“ die aktuell ins Land strömen kleinzureden, anderseits die Kosten, die bisher in die Grenzsicherung investiert worden sind, als reine Geldverschwendung darzustellen. Was angesichts von knapp 15 Millionen Euro nicht so richtig gelingen will. So eine „läppische“ Summe wird im Wiener Rathaus zwischen Frühstück und Mittagessen ganz locker verbraten.

Danach geht es um ein geplantes Rauchverbot für unter 18jährige. Dazu wird der Wiener SPÖ-Stadtrat Jürgen Czernohorsky minutenlang interviewt. Es hätte auch ein schwarzer Landesrat sein können. Hätte. Der rote Stadtrat wird von der Redakteurin fast schon zu devot befragt, selbst für ORF-Verhältnisse. Der nächste Programmpunkt, ein Jubelbeitrag auf Martin Schulz, hat eine ähnliche Tonalität.

Die launige Anmoderation: „Seit gestern hat Martin Schulz einen neuen Spitznamen: Mister 100-Prozent“. Wow! Schulz wurde am SPD-Parteitag einstimmig zum neuen Obergenossen Deutschlands gewählt. Man stelle sich vor, ein „Rechtspopulist“ würde ein solches Ergebnis einfahren. Ö1 hätte sich Bemerkungen wie „starker Mann“ oder „Führerkult“ nicht verkneifen können. Aber bei den Sozis…

Ein besonderes Gustostückerl ist ein brandaktueller Beitrag über die angeblich vielen Vorteile von Lastenfahrrädern, also gutmenschengetriebene Transport-Rikschas. Auch der grüne Fahrradbeauftragte der Stadt Wien darf eine gewichtige Wortspende abgeben. Die Althippies in der Argentinierstraße stehen eben auf Wind- und Fahrräder, mit Hightech und Fortschritt haben sie es nicht so.

Wer dieses Nachrichtenjournal durchgestanden hat, hat viel über über den österreichischen Staatsfunk, das Weltbild von gebührenfinanzierten „Rundfunkbeamten“, linke Befindlichkeiten und Moralvorstellungen, aber nichts über die aktuellen Vorgänge und Entwicklungen in Europa und der Welt erfahren.

Di, 21.03.2017, 23:21 | astuga

Ich finde auch, die ORF Technik- und Übertragungswägen sollten auf Lastenfahrräder umrüsten. ;)
Mi, 22.03.2017, 07:41 | boris golan

Geniale Idee,und wenn jemand aus ORF nach USA muss,z.b.Thurnher und Co.dann bitte mit Rikscha,pardon Wasserrikscha,ist Ökonomisch
Di, 21.03.2017, 18:12 | Marand Josef

Da jammern sie über die sinnvoll investierten einmaligen Ausgaben für die Grenzsicherung, von den 2500 Mio € (167-fach), die uns die Invasoren jährlich kosten, berichten sie nicht einmal. Gehts noch?
Di, 21.03.2017, 11:21 | Gutmenschengetriebene Transport-Rikschas?

Also diese Polemik verstehe ich nicht. Was ist gegen E-Bikes einzuwenden, die alles Mögliche transportieren und in der Stadt schneller unterwegs sind, als im Stau steckende Autos?
Di, 21.03.2017, 23:23 | astuga

Dort wo es Sinn macht - nichts. Dort wo es nur darum geht, ein fahrendes Hindernis für andere Verkehrsteilnehmer auf die Straße zu bringen - nichts.
Di, 21.03.2017, 11:06 | jagaT

Sie sprechen mir wirklich aus der Seele. Aus diesem Grund vermeide ich seit ein paar Jahren die Ö1-Journale. Mich interessieren Fakten und Nachrichten aus der Welt und kein Provinzgewurstel.
Di, 21.03.2017, 09:22 | gisabmeldensofort.at

Es gibt nur wenige Möglichkeiten um entgegenzuwirken:
*abschalten/umschalten
*GIS abmelden
*die vom ORF profitierenden Parteien SPÖ/Grüne nicht wählen!
und dann *sich nicht mehr ärgern.
Di, 21.03.2017, 09:15 | Wer dieses Nachrichtenjournal durchgestanden hat....

WTF?? Echt jetzt? Wer tut sich das an (ausser ORFwatch), ich seit Jahren nicht! Vorbereiten und warten das es los geht.....(aber nicht sinnlose Propaganda schauen, Zeit-und Energieverschwendung)
Di, 21.03.2017, 06:00 | Lulila12

Leider verkommt sogar das ö1 Journal nur mehr zu einem Müllsack. Nachdem meist von der APA abgeschrieben wird bemerkt keiner mehr eine Färbung, da geht ja nur mehr ums entsprechende Kürzen.
Mo, 20.03.2017, 22:46 | willi

Ich bin neugierig, wie der Service bei Wind und nasskaltem Schweinewetter funktionieren soll. Da lass ma mal die Vassilaku zur Erleuchtung antreten
Di, 21.03.2017, 07:46 | Die Fahrradindustrie wird

angekurbelt! Arbeitsbeschaffung: Jedem Schatzsuchenden einen Dreiradler ! Heissa, wird das ein Gebimmel !
Di, 21.03.2017, 11:29 | Gabriele Gratsch

Damit kommen die (ungerufenen) Invasoren SCHNELLER von einer Vergewaltigung zur nächsten....
Mo, 20.03.2017, 22:29 | Einmal 100%, einmal NULL%

Nennt man diesen Schulz "Mister 100 %", so kann man getrost einen gewissen Christian Kern "Mr. Null %" nennen. Er wurde nämlich von genau NULL Prozent der Österreicher gewählt.
Di, 21.03.2017, 07:37 | Fazit

Das Wort "hundertprozentige" trifft bei Beiden zu.....
Di, 21.03.2017, 16:50 | MaHa

Und wir wissen genau was der ORF zu einem 98 % Wahlerfolg (Strache) sagt: O-Ton Schnabl (Report):...nicht alle Funktionäre waren überzeugt, wie erklären Sie sich das....? ;-)
Mo, 20.03.2017, 22:26 | Mankovsky

Die uralten 68er-Fuzzis steigen also von der Harley auf die Lastenfahrräder, wahrscheinlich mit Stützrädern.....
Linksextremer Altersstarrsinn gepaart mit unermüdlichem Sendungsbewusstsein: Ö1.



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