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Werner Reichel
 

Wiens Schuldenberg wächst mit atemberaubender Geschwindigkeit. Seit die roten gemeinsam mit den grünen Sozialisten im Rathaus herumfuhrwerken, hat sich der Schuldenstand auf über 6,4 Milliarden Euro verdoppelt. Und das sind nur die offiziellen Zahlen. Laut Experten liegt die Realverschuldung wesentlich höher. Wos kost die Wöd?

Egal ob bei der Mindestsicherung, bei Inseratengeldern, Esoterikzauber, Beraterhonoraren oder Versorgungsjobs für Genossen: Im rotgrünen Rathaus wird das Geld mit beiden Händen ausgegeben. Man lässt es sich und seinen Freunden auf Kosten der Allgemeinheit gut gehen und verschuldet sich immer höher. Das Milliardengrab KH Nord wird weitere Löcher ins Budget reißen.

Was soll‘s, der ORF schafft es, trotz solcher desaströser Zahlen und Entwicklungen eine Jubelmeldung zusammenzuschustern: „Wiens Schulden weniger gestiegen als geplant“, titelt der Rotfunk. Hurra! Das Plus beträgt nämlich „nur“ 410 Millionen Euro. Wenn das kein Grund ist, die Champagnerkorken knallen zu lassen.

Nach Finanzgenie Renate Brauner ist nun Peter Hanke fürs Geldverschwenden in Wien verantwortlich. Er kündigt großspurig an, 2020 ein Nulldefizit erreichen zu wollen. Sicher: Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute. Hanke will sparen, aber nicht bei den Määnschen, also bei den Genossen. Außerdem will er irgendwann einmal die massiven Geldflüsse aus dem Presse- und Informationsdienst (PID) und die Werbeausgaben der Stadt transparenter machen. Irgendwann. Eilt ja nicht.

Über das aktuelle Budget des PID will Hanke nichts sagen. Das wolle „er nicht verraten“, schmunzelt der ORF. Man hätte nachbohren können, als Journalist hätte man das sogar müssen. Das hätte die Menschen nämlich wirklich interessiert, im Gegensatz zu den belanglosen Ankündigungen und Versprechungen Hankes.

Damit der Jubelbericht sich zumindest etwas vom Journalismus Nordkoreas abhebt, wird am Ende noch die ÖVP erwähnt, die diese Schuldenmacherei kritisiert. Was die wesentlich größere Wiener Oppositionspartei, die FPÖ, dazu zu sagen hat, erfährt man schon nicht mehr. Wurscht.

Solche lustigen Weniger-als-gedacht-Schlagzeilen werden wir in nächster Zeit wohl noch öfter vom ORF serviert bekommen. Mit diesem Einserschmäh kann man alle dramatischen Entwicklungen „absoften“, von Gebührenerhöhungen bis zu blutigen Messerattacken. Schließlich hätte immer alles noch schlimmer kommen können.