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Niklas G. Salm
 

Haben Sie auch damit aufgehört, im Auto oder sonstwo Ö1 einzuschalten? Nur so als reine Vorsichtsmaßnahme, um spontanen Bauch- oder Schreikrämpfen vorzubeugen? Wenn die Antwort Ja lautet, dann haben Sie definitiv eine gute Entscheidung getroffen. Denn eigentlich sollte zu diesem Radio-Machwerk ein eigener Beipacktext gereicht werden, in dem Sie bei mit hoher Wahrscheinlichkeit auftretenden Nebenwirkungen an einen Arzt oder Psychologen verwiesen werden.

Wie bei allen gefährlichen Substanzen können aber nach gewisser Abstinenz Entzugserscheinungen auftreten. Man weiß zwar ganz genau um die Gefährlichkeit für das eigene Wohlbefinden, irgendwie will man aber doch wissen, ob noch immer so viel Gefahr (für das Nervenkostüm) von der Sache ausgeht. Ungefähr so erging es auch dem Autor dieser Zeilen, als er die folgenschwere Entscheidung traf, doch wieder mal Ö1 aufzudrehen. Mut kann man nicht kaufen und zu viel Distanz vom Rotfunk und seinen linken Lehren macht offenbar übermütig.

Sei's drum, also einfach mal am Samstag-Vormittag eingeschaltet und rums - schon folgt der erste Magenstrudel für den Verstand. Denn zu Gast im Ö1-Klassik-Treffpunkt ist gerade niemand Geringerer als der ultralinke Liedermacher und Liebhaber fragwürdiger Substanzen Konstantin Wecker. Der wird von Gastgeber Albert Hosp geradezu ehrfurchts- und liebevoll becirct, ja nahezu gehuldigt. Kein Wunder, links von Herrn Wecker ist schließlich nur noch die Wand - oder besser der Abgrund. Das ringt Ö1-Mann Hosp spürbar Respekt ab.

Noch viel schlimmer als Hosps untertänige Fragestellungen sind aber die Äußerungen Weckers, die in einem neuen Lied von ihm gipfeln, das klimpernd dargeboten wird. Dabei beschäftigt er sich mit den gefährlichen, brutalen und menschenverachtenden Vorkommnissen im deutschen Chemnitz vor einigen Monaten. Nein, natürlich nicht mit dem asylantischen Messer-Mord an einem deutschen Familienvater. Wecker arbeitet sich an den besorgten und schockierten Chemnitzern ab, die dagegen protestiert haben. An den angeblichen "Menschenjagden", für die es bis heute keinerlei Beweise gibt. Wecker bezeichnet die einheimischen Demonstranten pauschal als "braunen Kot", vor dem ihm grause. Außerdem unterstreicht er, dass ihm statt Kot viel besser die Farbe Rot gefalle (welch ausgefeilter Reim).

Dem bei so viel Kot angewiderten Zuhörer biegen sich dabei nahezu die Gehirnwindungen gerade - und das ganz ohne den Einsatz von Koks oder ähnlichen Substanzen, die Herr Wecker und Kollegen so gerne für diesen Zweck gebrauchen. Warum nur, warum nur habe ich Ö1 eingeschaltet? Wecker tut in dem Machwerk so, als habe der Asylanten-Mord an einem Deutschen gar nie stattgefunden. Stattdessen phantasiert er von brutaler Gewalt der Chemnitzer Nazis, die ebenso stumpfsinnig wie aggressiv sein sollen. Pfeif auf die Realität, wird sich der Konstantin gedacht haben, als er seiner Phantasie freien Lauf gelassen hat. Moderator Hosp fragt da natürlich auch überhaupt nicht kritisch nach, sondern ist ob der linken Propaganda-Schnulze begeistert.

Damit ist der Höhepunkt dieses Doch-wieder-mal-Ö1-Experiments aber noch gar nicht erreicht. Der folgt im Mittagsjournal, wo ÖVP-Klubobmann August Wöginger bei Edgar Weinzettl "Im Journal zu Gast" ist. Der Einstieg in das Interview gilt natürlich gleich dem neuesten vom ORF und anderen Linksmedien konstruierten Skandal, der angeblich Gefängnis- oder KZ-ähnlichen Unterbringung gefährlicher jugendlicher Illegaler im niederösterreichischen Drasenhofen und gipfelt in der Frage, ob der zuständige FPÖ-Landesrat Waldhäusl nicht sofort zurücktreten müsste. Dafür ist Wöginger als ÖVP-Parlamentarier natürlich der erste Ansprechpartner.

Doch dann geht es um die aktuellen Kernthemen sozialistischer Anti-Regierungspropaganda wie die Kürzung der Mindestsicherung für Asylanten, die kein Deutsch sprechen, oder um den 12-Stunden-Tag. Interviewer Weinzettel kann sich dabei nur mit Mühe im Zaum halten - es ist förmlich greifbar, dass er den bösen ÖVPler am liebsten wüst beschimpfen würde. Immer wieder unterbricht er aufgeregt und mit zitternder, fast hysterischer Stimme Wögingers Antworten.

Der solle doch besser gleich zugeben, dass vorrangig kinderreiche Asylanten-Familien mit der Mindestsicherungskürzung getroffen werden sollen. Triumphierend zitiert der Rotfunker eine entsprechende Passage aus dem Gesetzesentwurf. Dass ein Großteil der Österreicher so eine Kürzung gutheißen könnte, das kommt dem blasenbewohnenden ORF-Mann offensichtlich gar nicht in den Sinn. Er ist derart felsenfest davon überzeugt, auf der Seite der Guten zu stehen, dass er gar nicht merkt, dass er mit seinen schrillen Angriffen und seiner offen zur Schau getragenen Abscheu vor dem Interviewpartner nicht die Glaubwürdigkeit der Regierung untergräbt, sondern einzig die eines immer weiter und immer offensichtlicher nach links driftenden ORF!

Damit beenden wir das Ö1-Experiment, das einer Stippvisite in der Hirnfriteuse glich. Wenn es im Kopf zu brutzeln beginnt, ist es besser, das Radio wieder auszuschalten, tief durchzuatmen und über den eigenen Übermut doch noch einmal nachzudenken ...