ORF-Watch.at Die unabhängige Kontrolle des Gebührenmonopols


Beitrag Melden

Bitte um ein Stichwort, warum dieser Beitrag als rechtswidrig oder ehrenbeleidigend (gegenüber konkreten Personen) offline genommen werden soll. Dass eine Meinung unerwünscht oder unsympathisch ist, ist kein ausreichender Grund dafür.

Ich will die Datenschutzerklärung lesen.

Beitrag melden

Werner Reichel
 

Alle Jahre wieder. Eine Linksaußen-Jury kürt gemeinsam mit der APA, deren größter Genossenschafter der ORF ist, die Wörter, Unwörter, Sprüche und Unsprüche des Jahres. Die Ergebnisse werden über den ORF und die diversen APA-Kunden medial verbreitet. Diese Wahl hat mittlerweile im linken Jahreskreis zwischen Equal Pay Day, Life Ball, Tag der Arbeit, Weltfrauentag und dem Geburtstag von Che Guevara ihren festen Platz gefunden. Eine lieb gewonnene Tradition linker Gutmenschen.

Welches Wort in diesem Jahr die Österreicher besonders aufgeregt hat, welche neue Wortkreation besonders oft verwendet wurde oder über welchen Begriff besonders heftig diskutiert wurde, interessiert die Jury nicht die Bohne. Diese "Wahl" ist ein politisches Statement, linke Propaganda, man nutzt sie, um es dem verhassten Klassenfeind reinzusagen, ihn als Deppen und damit sich selbst und alle Gesinnungsgenossen als moralisch überlegene Menschen darzustellen. Was Linke eben so am liebsten machen. Einmal im Jahr möchten sich die wenig glamourösen Sprachwissenschaftler auch wichtigmachen, sich auf der medialen Bühne als couragierte Klassenkämpfer und mutige Antifaschisten präsentieren.

Und weil derzeit kein Sozialist im Bundeskanzleramt sitzt, hat sich die Jury den verhassten Basti vorgeknöpft. „Schweigekanzler“ ist das Wort des Jahres! Aha. So wie bereits 2005, als ebenfalls kein Roter, sondern Wolfgang Schüssel Regierungschef war. Begründung der Jury: „Während im Jahr 2005 der damalige Bundeskanzler Wolfgang Schüssel über Wochen überhaupt keine öffentliche Äußerung von sich gab, vermeide Kanzler Kurz wiederholt jedwede Reaktion zu für ihn unangenehmen Themen und zu Handlungen und Äußerungen von Mitgliedern der Koalitionspartei, bei denen die Öffentlichkeit eine klärende Aussage des Bundeskanzlers erwarten durfte.“

Und was hat das jetzt mit dem Wort des Jahres zu tun? Außerhalb der linken Blase hat diesen Begriff niemand verwendet, schon gar nicht der „einfache“ Österreicher. Die Sprachwissenschaftler wollten über die Bande des Bundeskanzlers der FPÖ ans Bein pinkeln und erwarten sich nun den Beifall ihrer linken Clique. Auch die anderen gekürten Wörter und Sprüche sagen mehr über die Jury und ihre politische Ausrichtung als über den Gebrauch der österreichischen Sprache aus. Auf Rang zwei und drei rangieren: „Nichtrauchervolksbegehren“ und „#MeToo“.

Auf orf.at erfährt man: „Wegen ihrer ‚Originalität‘ verdienen nach Ansicht der Experten auch die Plätze vier und fünf eine besondere Erwähnung: Die Begriffe ‚Ponyzei‘ und ‚Gaulreiter‘.“ Wie man weiß, mögen Linke Herbert Kickl besonders.

Zum Unwort wurde „Datenschutzgrundverordnung“ gekürt. Okay, diese Verordnung hat die Österreicher tatsächlich lange beschäftigt und geärgert. Auf Platz zwei landet – Überraschung – erneut Herbert Kickl mit der „konzentrierten Unterbringung“ und auf Platz drei ein Projekt der türkisblauen Regierung, die „Arbeitszeitflexibilisierung“. 

Neiiiiiiin, die Jury hat keine politische Schlagseite. Das bewiest auch die Wahl zum Unspruch des Jahres. Er stammt von einem weiteren Liebling der heimischen Linken, von Beate Hartinger-Klein: „Man kann sicher von 150 Euro im Monat leben“. Und der Spruch des Jahres bezieht sich ebenfalls auf die Sozialministerin. Er stammt vom verhaltensoriginellen Ex-Parteichef Matthias Strolz: „Frau Minister, was ist mit Ihnen?!“

Jetzt haben sie es uns aber wieder gezeigt. Alle Nichtlinken sind dumm, böse, hinterhältig und überhaupt. Sagen zumindest die linken Schlaubi-Schlümpfe von der Uni. Könnte es sein, dass diese plumpe Propaganda der linken Streber-Jury selbst dem ORF zu peinlich ist? Jedenfalls hat er über die Wahl – anders als in den Jahren zuvor – nur dezent berichtet, obwohl sie eine einzige Breitseite gegen die türkisblaue Regierung ist. Die Story findet sich nur auf steiermark.orf.at und auf der Webseite von Ö3. Auch im Ö1 Morgenjournal hat man sie nur sehr kurz und eher verschämt erwähnt. Wenn selbst dem ORF, der ebenfalls gerne den linken Vorschlaghammer einsetzt, die plumpen Entscheidungen der roten Sprachwissenschaftler unangenehm sind, dann will das etwas heißen. Oder war der ORF mit der Wahl unzufrieden, weil man den Strache vergessen hat?