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Werner Reichel
 

„Eine echte Sauerei“, schimpft FPÖ-Chef HC Strache auf Facebook über den ORF. Grund für seinen Ärger ist das ZiB2-Interview vom vergangenen Mittwoch: Strache wurde der vor einem Interview mit ihm laufende Vorspann, eine Art FPÖ-Jahresbilanz, nicht gezeigt. Strache wusste also nicht, was der ORF vor dem Interview über ihn und seine Partei in der ZiB behauptete. Er konnte auf die darin erhobenen Kritikpunkte und Vorwürfe nicht reagieren. Im Gegensatz zu den anderen Parteichefs, so Strache auf Facebook.

Dass dieser Beitrag alles andere als FPÖ-freundlich war, versteht sich beim ORF von selbst. Es ist eine Art blaues Worst-of 2018. Da wird etwa die Falter-ORF-Liederbuchaffäre ausgraben, ohne zu erwähnen, dass Udo Landbauer längst rehabilitiert ist. Mit solchen journalistischen Taschenspielertricks operiert der Rotfunk gerne, wenn es darum geht, die FPÖ anzupinkeln. Immer hart an der Grenze zum Journalismus á la Relotius.

Ein anderes – ein besonders widerliches – Beispiel: Es geht um das Verhältnis der FPÖ zu den Juden. Dazu spielt man einen alten Interviewausschnitt mit Ariel Muzicant ein, dem Vizepräsidenten des Jüdischen Weltkongresses. Er sagt über Straches Bemühungen, sich vom Antisemitismus zu distanzieren: „Ich glaube Strache, dass er will. Aber bei der Mannschaft, die hinter ihm steht, glaube ich es nicht mehr.“ Schnitt. Selber Beitrag, anderes Thema. Man sieht Harald Vilimsky und ein ORFler aus dem Off: „Hinter Strache steht unter anderem Generalsekretär und EU-Frontmann Harald Vilimsky.“

Wie gesagt, hart an der Grenze. Nein, man hat Vilimsky nicht vorgeworfen, Antisemit zu sein. Dazu gibt aus auch keinerlei Anlass. Der ORF hat es aber so gedreht, dass beim Zuseher der Eindruck entsteht, Vilimsky sei einer. Zu diesem handwerklich gut gemachten, aber miesen Untergriff hat man sich in der ZiB-Redaktion sicherlich gegenseitig gratuliert. Für diese Art des Schmierenjournalismus müssen die Österreicher, die mehrheitlich hinter der Regierung stehen, auch noch fette Gebühren zahlen.

Ja, Strache ist zurecht sauer. Allerdings sollte er sich auch selbst an der Nase nehmen. Die FPÖ ist seit einem Jahr in der Regierung. Und in Sachen Rundfunkreform ist bisher nichts geschehen. Der sündteure rote Propagandafunk ist seit dem Amtsantritt der türkisblauen Regierung sogar noch weiter nach links abgebogen. Trotz der ORF-Dauerpropaganda ist der Zuspruch zur Regierung aber gleichbleibend hoch. Was für die Regierung und gegen den ORF spricht. Der Rotfunk sendet nicht nur mit einer unglaublichen Penetranz gegen eine deutliche Mehrheit der Gebührenzahler an, er ignoriert auch konsequent seine Auf- und Vorgaben als öffentlich-rechtlicher Sender, wie Objektivität und Ausgewogenheit.

Sich auf Facebook über den Rotfunk zu beschweren, ist ein bisserl wenig. Der rote Rundfunkstadl muss endlich grundlegend reformiert – bei dem ORF-Personal wohl eine Mission Impossible – oder so zusammengestutzt werden, dass er nicht mehr in der Lage ist, die öffentliche Meinung in seinem Sinne zu beeinflussen und zu vergiften.

Dass der Blümelsche Kuschelkurs mit dem Rotfunk die völlig falsche Strategie ist, sollte mittlerweile jeder in der ÖVP und der FPÖ erkannt haben. Vielleicht wacht die FPÖ nun auf und verpasst dem laschen Medienminister einen Tritt in seinen Allerwertesten. Davon würden FPÖ, ÖVP, Gebührenzahler und das ganze Land profitieren.