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Werner Reichel
 

Ihre große Zeit hatte sie, als der ORF noch konkurrenzlos war. Als er als Monopolsender die Österreicher im Alleingang über den Äther beglücken durfte. Damals reichte es, sein Gesicht in eine ORF-Kamera zu halten, um berühmt und populär zu werden. Auch wenn man nur ein Bastelonkel, ein TV-Clown für Kindergartenkinder war oder das TV-Programm allabendlich ablas. Den Zusehern erzählte, was John-Boy in der aktuellen Waltons-Folge erleben wird oder in welchem Schwank Sissy und Paul Löwinger in wenigen Minuten auftreten werden. Es gab ja nichts anderes.

Viele dieser damaligen TV-Stars leben noch heute von der Popularität, die sie dem ORF und seinem Monopol zu verdanken haben. Eine davon ist Chris Lohner, sie schreibt Bücher mit Titeln wie „Shirley: der Hund, den ich eigentlich nicht wollte“, „50 plus. - Na und?“ oder „Keiner liebt mich so wie ich“, versucht sich gelegentlich als Schauspielerin und Kabarettistin. Jetzt hat sie auf ihre alten Tage ein neues Hobby: Sie attackiert öffentlich die türkisblaue Regierung. Vor allem Herbert Kickl hat sich den Zorn der Ex-Fernsehansagerin zugezogen.

Der Sager von Kickl, Recht habe der Politik zu folgen, erregte sie so sehr, dass sie gleich den Bundespräsidenten persönlich aufforderte, doch endlich etwas gegen diesen unsäglichen Kickl zu unternehmen. Lohner ist offenbar der Ansicht, dass das Recht den linken Medien oder noch besser Chris Lohner folgen solle.

Darüber will sie mit dem Bundespräsidenten sprechen. Der hat sich zwar noch nicht bei ihr gemeldet, ließ aber übers Fernsehen ausrichten, dass er sicher in ihrem Sinne handle. Dass sie noch immer keine Audienz beim Grün-Präsidenten bekommen hat, schmerzt. Dass ihr Präsi, ein politisch Gleichgesinnter, nicht auf ihre konstruktiven Ratschläge hört und Kickl nicht in die Wüste schickt, ist ärgerlich. Für Frau Lohner. Deshalb hat sie jetzt nachgelegt und nochmals gefordert: "Kickl muss jetzt dringend weg" Wohin? Gulag, Umerziehungslager, St. Helena, Budapest. Das sagt sie uns leider nicht.

Sie gesteht der Regierung zwar zu, dass sie „demokratisch gewählt“ sei, aaaber: „Wenn sich jemand permanent danebenbenimmt, muss man handeln.“ Und Lohner ist die Instanz, die entscheidet, ob sich jemand danebenbenimmt oder nicht. Und ausgerechnet diese Frau macht sich Sorgen um unsere Demokratie!

Und warum benimmt sich der Herr Innenminister eigentlich daneben? Lohner kann alle aus Funk und Fernsehen bekannten linken Worthülsen, Vorurteile und Vorwürfe auswendig aufzählen: Bitte, er hat „konzentriert“ gesagt, ist ein Rassist und bei der Frauenmordserie geht es nicht um „Asylanten und Flüchtlingsproblematik", sondern um „Gewalt in der Familie“. Wer sich politisch dermaßen exponiert und gegen die Regierung austeilt, der muss mit Kritik rechnen. Aber mit anderen Meinungen konnten selbstgerechte Linke noch nie umgehen. Die Kritik an ihren Aussagen kann sie allerdings als rechte Hetze recyceln und vermarkten. Die klassische Opferrolle, in der sich alle Linken gefallen und wohlfühlen. Deshalb zitiert Lohner in einem News-Interview Viktor Frankl: "Es gibt nur anständige und unanständige Menschen." Natürlich zählt sich Lohner zu den anständigen, den guten Menschen. Moralische Selbsterhöhung. Auch das gehört zum Linkssein.

Eigentlich ist es wurscht, was die Dame mit der berühmten roten Helmfrisur via Facebook so von sich gibt. Vor allem, weil sie ohnehin nur sagt, was man tausendfach schon von ORF, Falter, Standard, News, Puls4 etc. gehört hat.

Das ist auch der Grund, warum sich noch immer Medien finden, die Lohners Polit-Ergüsse verbreiten. Die Linke braucht in ihrem Kampf gegen die Bedeutungslosigkeit jede Unterstützung, auch die von ehemaligen Fernsehansagerinnen. Der ORF bietet ihr allerdings keine Bühne. Regierungs-Bashing können die aktiven ORF-Mitarbeiter eleganter und professioneller.

Chris Lohner ist ein typische Linke. Dass ihre Meinung immer weniger gefragt, dass sie mitsamt der Sozialdemokratie aus der Zeit gefallen, ein Auslaufmodell ist, kann und will sie nicht zur Kenntnis nehmen. Weshalb sie all jenen, die spätestens mit Herbst 2015 ihre politische Meinung geändert haben, auf die Nerven geht. Es ist wirklich eine Plage. Diese Selbstüberschätzung der Vertreter der linken politmedialen Blase, wo selbst Fernsehansagerinnen glauben, ihre politische Meinung hätte mehr Bedeutung und Gewicht als die der Normalbürger.