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Niklas G. Salm
 

Wissen Sie eigentlich, was die ehemaligen Abgeordneten des BZÖ gerade so treiben? Etwa Josef Bucher? Nein? Ist ja auch schon ein Zeiterl her. Aber wie sieht es mit den Ex-Abgeordneten des Team Stronach aus? Was macht etwa Martina Schenk seit ihrem Ausscheiden aus dem Nationalrat? Oder Leo Steinbichler? Christoph Hagen vielleicht? Haben Sie über irgendjemanden davon in letzter Zeit etwas im ORF gehört oder gesehen?

Nicht? Schon komisch eigentlich, denn die früheren Abgeordneten einer anderen abgewählten und nicht mehr im Nationalrat vertretenen Partei geistern dauernd durch das Rotfunk-Programm. Und durch den Äther. Und durch alle vorhandenen Roten Kanäle. Ja, die GrünInnen sitzen auch seit 2017 nicht mehr im Parlament, sind aber medial trotzdem omnipräsent. Man könnte fast meinen, es sei eine der wichtigsten Parteien des Landes. Oder der Welt. Allein heute, am 12. März, hätte man glauben können, es wäre schon wieder Gründonnerstag. So grün war das Programm. Zum Beispiel erfreute Sigi "Stinkefinger" Maurer den wackeren ORF-Konsumenten in Dauerschleife. Die Linksaußen-Dame war auf sämtlichen Kanälen und in allen Nachrichtensendungen ein großes Thema.

Jene Lady, die anlässlich des Ausscheidens aus dem Parlament dem Wähler grazil den Mittelfinger entgegengestreckt hat. Geradezu triumphierend berichten jetzt die Genossen vom Staatsfunk, dass ein Gerichtsverfahren, bei dem Frau Maurer in erster Instanz schuldig gesprochen worden war, neu aufgerollt wird. Maurer hatte einen Wirt öffentlich bloßgestellt, der sie mit Nachrichten sexuell untergriffig belästigt haben soll.

Allerdings ging der in den Gegenangriff, weil er bestritt, Absender der Nachrichten zu sein. Sein PC habe für alle Gäste zugänglich in seinem Lokal gestanden. In erster Instanz wurde Maurer verurteilt, weil nicht klar war, wer ihr wirklich die Nachrichten geschickt hat. Die zweite Instanz hat das Urteil jetzt aufgehoben – offenbar ist das für den ORF eine tolle Sache. Einer der inzwischen so rar gewordenen grünen Triumphe, der entsprechend abgefeiert wird. Warum das für das ganze Land so bedeutend sein soll, bleibt unklar, es ist aber in vielen Nachrichten-Sendungen des Tages eine Top-Meldung. Ob das bei einem Pimperl-Prozess mit Vorerst-Doch-Nicht-Schuldspruch von Leo Steinbichler auch so wäre?

Ebenfalls groß berichtet wird das Ableben einer früheren grünen Abgeordneten – Gabriele Moser. Die "Aufdeckerin" (davon gibt es im grünen Fundus offenbar viele) ist heute im Alter von 64 Jahren nach langer Krankheit verstorben. Da kondoliert sogar der grüne, sonst meist sehr schläfrige Bundespräsident und twittert von "einer außergewöhnlichen Politikerin". Nun ist ein Tod immer tragisch, aber auch hier stellt sich die Frage, welche Rolle Frau Moser für den durchschnittlichen Österreicher eigentlich spielt bzw. gespielt hat? Würde auch das Ableben eines Ex-FPÖ-Hinterbänklers so groß berichtet?

Dazu kommen noch die ständigen Auftritte der aktuellen Rest-GrünInnen-ChefIn Werner Kogler oder die große Vorstellung der Kochlöffel schwingenden EU-Kandidatin Sarah Wiener. Alle diese Meldungen behandeln eine Splitterpartei, die bei den letzten Wahlen flotte 3,8 Prozent der Stimmen eingefahren hat und seit 2017 auf Talfahrt ist. Was soll das? Wie begründet das der ORF? Eigene Vorlieben sind für einen öffentlich-rechtlichen Zwangsgebühren-Sender, der nach eigenen Angaben den Qualitätsjournalismus quasi erfunden hat, als Begründung etwas mau. Und Grün-Missionierung steht als Auftrag eigentlich auch nicht im ORF-Gesetz.

Oder etwa doch? Denn für die jungen Schulschwänzer, die unter dem Banner einer schwedischen Autistin durch Lernverzicht am Freitag das Weltklima retten wollen sollen, läuft im Rotfunk ja auch Werbung in Dauerschleife ...