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Kurt Ceipek
 

Wenn man weit genug links der Mitte steht, ist die Welt ganz einfach zu erklären – zumindest wenn man das Erklären dem ORF und der vom Gebührenfunk vertretenen Oppositionspartei SPÖ überlässt. Zumindest gilt das für die Erläuterungen zur Welt der Rechtsradikalen von Neuseeland bis Wien oder Graz. Wie beispielsweise im Mittagsjournal.

Die FPÖ hat sich unter dem Druck von Kanzler Sebastian Kurz und der vereinigten Links-Medien in aller Klarheit von den Identitären distanziert. Das war aus der Sicht vieler FPÖ-Sympathisanten ziemlich unnötig und nützt gar nix, denn die SPÖ bezeichnet die Distanzierung der FPÖ von den rechtsextremen Indentitären als „unglaubwürdig“. Also sind FPÖ und Identitäre weiterhin so ziemlich das selbe. So einfach ist die Welt.

Damit die Position der SPÖ glaubwürdiger wird, hat sich die im permanenten Sinkflug befindliche Partei das „von ausgewählten Wissenschaftern“ bestätigen lassen – wie der Moderator des Mittagsjournals durchaus doppelbödig anmerkte. Denn Wissenschafter, die derartigen Unsinn in aller Öffentlichkeit verzapfen, müssen sorgfältig ausgesucht sein.

Um Gemeinsamkeiten zwischen Freiheitlichen und Identitären aufzuzeigen, hat die SPÖ „Fachleute aus Politik- und Sprachwissenschaften sowie aus der Soziologie aufgeboten“. Bei Fachleuten aus diesen Branchen ist der Verdacht nicht von der Hand zu weisen, sie könnten eventuell nicht ganz objektiv sein, wie es Wissenschafter mit Berufsethos und solider Ausbildung sein sollten.

Die umstrittene Sprachwissenschafterin Ruth Wodak bewies in der Folge die Verzahnung zwischen FPÖ und Identitären damit, dass Begriffe wie „Multi-Kulti“, „Political Correctness“ oder „Gutmenschen“ von beiden Gruppen verwendet würden. Wenn das kein schlagender Beweis ist.

Die noch umstrittenere Poltikwissenschafterin Judith Goetz, die schon bei der sonntägigen TV-Sendung „Im Zentrum“ als „Rechtsextremismus-Expertin“ von der Universität Wien (und als ungenierte Kommunisten-Verehrerin) aufgefallen war, sagte gewissermaßen das Gegenteil und sprach von „unterschiedlichem Wording“ bei FPÖ und Identitären, dafür aber gemeinsame Vorstellungen von „Volk, Nation, Degeneration, Untergangs- und Rettungsphantasien teilen“.

Noch schlimmer wurde es dann in der auf das Mittagsjournal folgenden Diskussionssendung „Punkt eins“ mit dem Titel „Die Wurzeln rechter Gewalt“, wo die umstrittene Judith Goetz eine Stunde lang ihre Thesen verzapfen durfte, assistiert von der „Aktivistin, Fotografin und Bloggerin“ Asma Aiad, die aus Sicht des ORF ebenfalls eine hochkarätige Expertin für wahrscheinlich eh alles, also auch für Rechtsextremismus, sein soll. Auch diese beiden näherten sich dem Thema nur sehr eingeschränkt objektiv.

Dabei wäre es interessant gewesen, eine solche Sendung über die „Wurzeln rechter Gewalt“ mit einer Analyse über „die Wurzeln linker Gewalt“ und „die Wurzeln islamistischer Gewalt“ zu kombinieren. Das wäre dann möglicherweise sogar eine interessante, vielleicht sogar vernünftige und erhellende Diskussion geworden.

Aber eine solche Sendung werden die heimischen Zwangsgebührenzahler in Ö1, ORF2 und im gesamten übrigen ORF wohl nie zu hören bekommen. Zumindest nicht, solange im ORF dieselben Mannschaften fuhrwerken, wie derzeit. Dagegen kann man absolut sicher sein, dass das Thema Rechtsextremismus sich als ähnlich zählebig erweisen wird, wie die Liederbücher vor den Landtagswahlen in Niederösterreich.