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Werner Reichel
 

Kennen Sie noch „Unsere kleine Farm“? Die Fernsehserie mit Michael Landon wurde von 1974 bis 1984 produziert und läuft seither auf diversen Fernsehsendern in Dauerschleife. Meist vormittags, mittags oder am frühen Nachmittag.

Die Handlung spielt im 19. Jahrhundert irgendwo im dünn besiedelten Minnesota, also im Wilden Westen, der in dieser Serie gar nicht so wild ist. Im Mittelpunkt steht eine arme Farmerfamilie: „Die Serie handelt von der Härte des (Land-)Lebens und der Möglichkeit, ihr mit Fleiß, Durchhaltevermögen, Tugend, Ehrlichkeit, Bescheidenheit, christlichem Gottvertrauen und familiärem Zusammenhalt zu begegnen“, kann man auf Wikipedia nachlesen.

Es geht also um traditionelle christliche Werte und Lebenseinstellungen, die von den heutzutage produzierte Serien nicht nur nicht mehr vermittelt, sondern in der Regel in den Dreck gezogen und verächtlich gemacht werden. „Unsere kleine Farm“ ist frei von Genderismus, Feminismus, Öko-Esoterik, Klimawahn, Antikapitalismus, Multikulti-Kitsch, Vulgärmarxismus, linker Volkspädagogik und womit moderne TV-Produktikonen eben sonst noch so vollgestopft sind.

Gibt es noch rezente deutschsprachige TV-Produktionen, wo eine intakte Familie im Mittelpunkt steht? Vermutlich nicht, schließlich arbeitet die Linke seit Jahrzehnten an der Zerschlagung familiärer Strukturen. Und die Medien sind eines ihrer wichtigsten Werkzeuge.

Und warum erzähle ich Ihnen das? Der Nischensender Sat1-Gold wiederholt derzeit „Unsere kleine Farm“. Der deutsche Free-TV-Kanal ist – wie der Name verrät – auf ein älteres Publikum ausgerichtet. Die Serie läuft täglich zur Mittagszeit. Und das extrem erfolgreich. Der deutsche Branchendienst dwdl.de berichtet, dass die belächelte 1970er-Jahr-Serie bei den 14- bis 49-jährigen auf Marktanteile von über neun Prozent kommt! Fast jeder zehnte Deutsche, der um diese Uhrzeit fernsieht, schaut sich die Abenteuer der amerikanischen Familie aus dem 19. Jahrhundert an.

Und wir sprechen nicht von Senioren, die sich „Unsere kleine Farm“ aus sentimentalen Gründen reinziehen. Das ist für eine Uralt-TV-Serie, die in den vergangenen Jahren bereits unzählige Male wiederholt worden ist, mehr als beachtlich.

Es gibt offenbar ein großes Bedürfnis nach Serien, die konservative und bürgerliche Werte vermitteln, die die Seher nicht nach neosozialistischen Vorstellungen umerziehen möchten, die frei von den heutzutage im Film- und TV-Bereich obligaten linken Botschaften sind. Selbst moderne Heimatserien á la Bergdoktor kommen nicht mehr ohne politisch korrekte Indoktrination aus, nur dass man diesen Botschaften Lederhosen und Dirndln überzieht.

Weil der TV- und Unterhaltungsbereich, so wie auch die Presse, eine schwere linke Schlagseite hat, weil Serien, die traditionelle Werte vermitteln, nicht mehr produziert werden, private und öffentlich-rechtliche Sender (und zum Teil auch Netflix und Co.) einen wachsenden Teil der westlichen Bevölkerung völlig ignorieren, muss dieser eben auf Serien aus der Vergangenheit zurückgreifen, als die Unterhaltungsbranche noch nicht flächendeckend von Linken beherrscht worden ist. Und was die Biederkeit betrifft: Da wird „Unsere kleine Farm“ vom rezenten politisch korrekten Erziehungsfernsehen mit Produktionen wie Tatort, Vorstadtweiber und Co. bei weitem übertroffen.