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Zeit im Bild

ORF2Andere, Di, 11.07.2017, 20:57

Der ORF kann es einfach nicht lassen, wertend zu kommentieren. Was Lichtjahre entfernt ist vom eigentlichen Auftrag, nämlich neutral zu informieren.

Anlässlich der Rede von Theresa May vor dem britischen Parlament, wo sie die Opposition um konstruktive Mitarbeit bat, erlaubte sich der ORF – konditioniert wie ein Pawlow’scher Hund – den  Seitenhieb auf "die von ihr neulich verlorenen Neuwahlen“ und dass sie im Königreich als „Dead woman walking“ bezeichnet würde.

Die Fakten: Theresa May hat 42,4 Prozent aller Stimmen bekommen bei einer Wahlbeteiligung von 68,7 Prozent.

Wenn man sich dagegen die ORF-Berichterstattung anlässlich des Wahlsieges vom Sunnyboy Emmanuell Macron in Erinnerung ruft, dann könnte man fast glauben, dass der Liebling des Establishments mit einer uns noch aus der Zeit der DDR in Erinnerung gebliebenen Majorität von 99,8 Prozent der Stimmen gewonnen hätte. In Wirklichkeit bekam Macron bei einer Wahlbeteiligung von 48,7 Prozent nur ganze 32 Prozent, zehn weniger als Theresa May.

Gerne würde ich vom ORF erklärt bekommen, wieso 42 Prozent ein Desaster darstellen können, 32 Prozent hingegen ein Ausdruck des vollen Vertrauens der Bevölkerung sein sollen.

Genauso waren also offenbar die 26,8 Prozent der Stimmen für die SPÖ bei der letzten österreichischen Nationalratswahl ein „klares Votum der Bevölkerung“ und ein Auftrag zur Regierungsbildung.

Eine verkehrte Welt, die uns der ORF da aufoktroyieren will. Thilo Sarrazin hat das Dilemma der manipulierenden Medien in seiner  intellektuellen Art auf den Punkt gebracht: „Ihre Aufgabe sehen die Sinnvermittler (Journalisten) in der wertenden Kommentierung des Weltgeschehens und des Geisteslebens. Bei der Abgabe ihrer Wertungen und der Tendenz ihrer Analysen folgen sie oft herrschenden Moden und unterliegen dabei auch einem Herdentrieb, ... dass Political Correctness zu einem transnationalen Phänomen des Abendlandes geworden ist, welches zumindest in Europa eher von der linken Ecke des politischen Meinungsspektrums geprägt wird.“

Da gibt es nichts mehr hinzuzufügen.