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Wie der ORF die Gelbwesten klein redet

Andere, So, 02.12.2018, 21:42

Der ORF redet die ‚Gelbwesten‘-Revolte klein und verfälscht diese sogar. Hier ein Vergleich:

ORF: „Es war der dritte nationale Aktionstag, wobei die Teilnehmerzahl stetig sank: (…) Am 17.11. beteiligten sich (…) 282.000 Menschen, am 24.11. waren es demnach 106.000. (…) Am dritten Aktionstag 75.000.

Der Spiegel“: „Die Zahl der Demonstranten war wieder größer - dieses Mal waren es 136.000 Menschen, eine Woche zuvor 106.000, zwei Wochen früher 290.000. (…) Die Unterstützung in der Bevölkerung aber lässt nicht nach, auch in (sozialen) Medien bleibt das Thema allgegenwärtig. Bis zu drei Viertel der Franzosen sympathisieren mit den ’Gelbwesten‘."

ORF (ganz auf "Staatsmännisch") „Sonntagfrüh besuchte Macron den Triumphbogen, um sich ein Bild von den Ausschreitungen zu machen. Er hielt (...) am Grabmal des unbekannten Soldaten inne. Macron wollte sich am Sonntag offiziell nicht zu den Ausschreitungen äußern. (…) Der Ärger richtet sich direkt gegen (ihn), dessen Politik sie als abgehoben empfinden.

„Der Spiegel“: "‚Macron ist immer zu spät‘, kommentierte das BFM-Fernsehen. Fragt sich, wie oft er den Triumphbogen noch zurückerobern kann (...). Bisher stürmten Demonstranten den Platz der Bastille (…). Noch nie aber war der noch von Napoleon höchstpersönlich in Auftrag gegebene Siegesbogen Szene ähnlicher Proteste. (…) Früher hielt man an dieser Stelle Militärparaden ab. Aber der Triumphbogen vollbemalt mit Demo-Graffiti, umgeben von brennenden Straßenbarrikaden, samt singender Demonstranten am Grab des unbekannten Soldaten?
Das gab es nicht mal im Mai 1968 (…). Die Szenerie ist demütigend: Der Präsident vor dem Triumphbogen mit frisch gesprühten Parolen wie ‚Endzeit des Regimes‘ (...) Gerade noch hatten die Aufräumtruppen es geschafft, Aufschriften wie ‚Macron tritt zurück!‘ vor dem Besuch des Präsidenten zu entfernen. Im Souterrain des Triumphbogens (…) musste M. eine von den ‚Gelbwesten‘ enthauptete Napoleon-Statue besichtigen. Als hätten die Demonstranten damit an die blutige Revolutionsgeschichte erinnern wollen. ‚Irgendwann kriecht das Volk aus seinem Bett‘, versuchte sich der linke Oppositionsführer (…) Mélenchon. (…) Der Philosoph Finkielkraut unterstützte wortmächtig "den würdevollen Ausdruck von Leid und Verzweifelung' vieler 'Gelbwesten'".

Nachtrag:
Ludwig XVI.: "Aber das ist eine Revolte!" Rochefoucaulds Antwort: "Nein Sire, das ist eine Revolution." Vier Jahre später, 1793, wurde der französische König enthauptet.