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Werner Reichel (Ideologie: Mi, 28.05.2014, 15:09)
Der ORF und die Populisten

Die Gewinner der EU-Wahl haben viele Namen: Rechtspopulisten, Populisten, Rechtsextreme, Euro-Hasser oder Europa-Feinde. Parteien, die die engen und genau festgelegten politisch korrekten Grenzen sprengen, und das geht nur auf der konservative und rechten Seite des politischen Spektrums, werden in der medialen Berichterstattung stets mit wertenden und abwertenden Zusätzen versehen.

Die UKIP ist niemals nur die UKIP, sondern stets die rechtspopulistische oder populistische UKIP. Der Front National wird automatisch als rechtsextrem oder rechtspopulistisch eingestuft. So viel Zeit muss sein. Es darf den Bürgern einfach nicht selbst überlassen werden, wie sie bestimmte Parteien politisch einordnen und beurteilen. Die Wertung wird bei EU kritischen Parteien oder Parteien rechts der Mitte stets mitgeliefert, das erledigt der öffentlich-rechtliche Rundfunk als Gratisservice gleich mit. Der beliebteste Kampfbegriff ist dabei „Populist“, obwohl Populismus kein exklusiv rechtes Phänomen ist, was Sozialisten, Grüne und andere linke Gruppierungen täglich aufs Neue beweisen. Das Label Populist wird trotzdem nur jenen umgehängt, die rechts der politischen Mitte stehen oder libertär/neoliberal eingestellt sind. Es herrscht quasi Kennzeichnungspflicht für politisch Unbequeme und Andersdenkende.

In der ZiB2 am Tag nach der EU-Wahl spricht Armin Wolf von „Rechtsextremen“ oder „vom Durchmarsch“ der „Rechtspopulisten“. Ja, Rechte können nicht einmal anständig gehen, sie marschieren immer nur. Auch Nigel Farage ist laut ORF ein Rechtspopulist. Da nutzt es ihm auch nichts, wenn er sich für den Abbau von Handelsbeschränkungen einsetzt (ein zutiefst nationalistisches Anliegen)  oder eine Zusammenarbeit mit dem Front National ablehnt.

Diese pejorative Etikettierung wird er nicht mehr los. Wer es sich mit der politisch-korrekten Elite in Politik und Medien verscherzt, der muss damit leben können, vor allem dann, wenn er so erfolgreich wie Farage ist. Alles was Farage sagt und tut, ist prinzipiell verdächtig, böse und ungut.

In der ZiB2 erfährt der Zuseher etwa, dass Farage bei den Briten gemischte Gefühle auslöst. Das tut zwar in einer Demokratie jeder Politiker, der keine  überwältigende Mehrheit zustande bringt (und wer tut das schon), aber erwähnt wird so etwas ausschließlich bei „Rechtspopulisten“. Ganz anders bei Matteo Renzi, der steht auf der richtige Seite, deshalb hat er auch eine „nationale Richtungsentscheidung herbeigeführt“. Keine Rede von gemischten Gefühlen, obwohl rund 60% Renzi nicht gewählt haben. Frau Le Pen hat hingehen die Franzosen „verführt“.

Wer nicht an die Alternativenlosigkeit der EU bzw. der EU in ihrer derzeitigen Form glaubt, der wird ausgegrenzt, diffamiert und lächerlich gemacht. Keine Gnade für Abweichler. Wer mehr als das Verbot von offenen Olivenölflaschen in Restaurants kritisiert (bei Glühbirnen wir es schon heikel), der ist ein Europa-Hasser und EU-Feind. Und diese unguten Gestalten wollen stets verführen, spalten, hetzen oder polarisieren. Sie sind hintertrieben und/oder dumm und verfolgen unehrliche Ziele. Diese Diffamierungen triften zuweilen ins Menschenverachtende ab.

Das spiegelt sich auch in der Bildsprache wieder. Rechtspopulisten werden zumeist möglichst unvorteilhaft fotografiert oder gefilmt.

 

(Nigel Farage auf orf.at: ein hässlicher Rechtspopulist )

 

Kaum ein ORF-Beitrag über ein FPÖ-Fest bzw. eine FPÖ-Veranstaltung, wo nicht die Kamera auf ein Krügel Bier zoomt. Auch Grüne und Sozialsten trinken bei Festen gerne Alkohol, aber das ist etwas gaaanz anderes. Rechtspopulisten sind und verhalten sich grundsätzlich anders als normale Menschen: Sie trinken nicht, sie saufen; sie kritisieren nicht, sie hetzen; sie treffen sich nicht, sie rotten sich zusammen; sie dementieren nicht, sie leugnen; sie sind nicht anerkannt, sie sind umstritten; etc.

Es geht darum, diese Parteien, Gruppen und Menschen abzuwerten, damit ihre Kritik an der derzeitigen Politik, den derzeitigen Zuständen verpufft und Ideen und Vorschläge von vorneherein keine Chance haben. Man versucht, inhaltliche Auseinandersetzungen mit diesen Gruppen möglichst zu vermeiden und wechselt deshalb auf die persönliche und untergriffige Ebene.

Doch diese Verteufelungsstrategie, die kaum noch zwischen echten Neonazis und Eurokritikern wie etwa der AFD unterscheidet, und sie alle in den „Kampf-gegen-rechts“-Topf wirft, funktioniert (wie die EU-Wahlen gezeigt haben) immer schlechter. Statt noch weiter an der Empörunsgschraube zu drehen, könnten der ORF und die anderen Mainstreammedien die gegenteilige Strategie einschlagen und einfach sachlicher, unaufgeregter und objektiver informieren.

Mi, 11.06.2014, 09:03 | N.M.

Ein grandioser Kommentar !
Danke !
Di, 10.06.2014, 11:35 | Deddy

Der ORFund andere dieser Sorte würden schreiben: ein radikaler hetzartikel irgend einer rechtspopulistischen Gruppierung die das Ansehen der Republik in der EU zu Grunde richtet. ich sage weiter so!!!
So, 08.06.2014, 16:50 | Zenius

Ein Spitzen-Kommentar!
Bitte gleich dem Armin Wolf twittern.
Di, 10.06.2014, 11:38 | Deddy

Der Wolf ist genau so gekauft wie alle anderen rd geht nur um €€€€€€€€
Sa, 07.06.2014, 22:04 | Kristy

Spitze! Ein wirklich sehr guter Kommentar, er bringts auf den Punkt!
Sa, 07.06.2014, 15:56 | Matze

Nicht das was man schreibt allein ist wichtig, sondern die Wirkung des Wortes auf die Leser ist bedeutend. So arbeitet die Zeit für die Eurokritiker. Immer mehr Menschen merken den den Schwindel.
Sa, 07.06.2014, 14:40 | chrizze

nicht zu vergessen die rechten demos, wo nicht 'demonstriert' sondern 'marschiert' wird. schuld an den schäden durch randalierende linke sind sie auch. solange das so ist, wähle ich fpö. punkt.
Sa, 07.06.2014, 14:01 | Martin1

Danke für diese geniale Analyse der Berichterstattung der aktuellen Systemmedien! So gut geschrieben habe ich das noch nirgendwo anders gelesen.

Es wird Zeit, dass wir den Spieß umdrehen!
Fr, 06.06.2014, 22:06 | Libero

Vielen Dank für diese brillante Zusammenfassung von dem, was uns der rot-grüne Staatsfunk täglich an einseitig linker Gehirnwäsche verpaßt. Man sollte ihn so rasch wie möglich ausschalten!
Fr, 06.06.2014, 17:27 | Rene Z

Alter wie Blöde bist du B.v.C Es geht um deine Zukunft die die Regierung zerstört Und die Partei die es verhinder will wird als Rechts bezeichnet . Bist auch einer gegen den Österreichischen Bürger
Fr, 06.06.2014, 15:11 | Skeptiker_

der ORF gibt vor, wie wir zu denken haben:
rechts ist böse, links ist gut
Putin ist böse, Obama ist gut
EU ist super, EUSA ist megasuper
hetero ist ewig gestrig, schwul/lesbisch/transgender ist modern
Fr, 06.06.2014, 11:37 | Sebastian CH.

Meiner Meinung nach sollten wir Österreicher endlich auf die Straße gehen und gegen die jetzige Regierung streiken.
Fr, 06.06.2014, 10:48 | Renate kratschmayr

die rotlastigkeit vom orf geht mir schon lange auf den geist. sollte ein ernstzunehmender fernsehsender nicht unparteiisch berichten !
So, 01.06.2014, 20:34 | Gerhard Gratwohl

Eigentlich nichts neues. Aber es nutzt unseren sogenannten unparteiischen Medien überhaupt nichts. Die Wähler haben mitlerweile erkannt, was hier für ein Spiel getrieben wird.
Sa, 31.05.2014, 18:22 | dagarser

Zum Thema "objektive Berichterstattung des ORF" hier die Startseite des ORF-Teletext vom 26. Mai: https://dagarser.files.wordpress.com/2014/05/orf_tt_260514.jpg
Wer findet's?
Sa, 31.05.2014, 19:29 | Francesco

Wie immer fehlt als drittes die FPÖ, aber man will ja politisch korrekt sein und mit den GIS-Gebühren der Steuerzahler diesen auch den richtigen Weg zeigen - als Bonus quasi.
Sa, 31.05.2014, 18:04 | Schett

Verallgemeinerung für uninformiertes Publikum. "Die rechtspopulistische FPÖ" ist die "linke Partei Syriza" ist die "eurokritische AFD" ist die "konservative CDU", etc. Und FN ist nun mal rechts.
Fr, 30.05.2014, 09:51 | seckuntus

Selbst laut Wikipedia ist die UKIP "rechtspopulistisch" und die FN "rechtsextrem" bzw. "rechtspopulistisch". Das ist keine Wertung, das ist Tatsache.
Fr, 30.05.2014, 14:08 | Elmar O.

"Selbst laut Wikipedia" ist gut. Dass Wikipedia eine schwere linke Schlagseite hat, ist ziemlich offensichtlich
Sa, 31.05.2014, 17:52 | s aus s

ja wikipedia^^
das dort jeder beiträge erstellen kann sollte klar sein. ich kann auch schreiben das ein gesunkener öltanker mit xxx mio liter öl der umwelt gut tut........
Sa, 31.05.2014, 18:02 | Schett

@ Elmar O.

Nur weil etwas die eigene Meinung als rechtspopulistisch bezeichnet, ist es nicht links. Das ist nicht die Definition von links.
Sa, 31.05.2014, 18:42 | lexi31

Weißt schon das jeder auf Wikipedia die Artikel ändern kann ;-) lächerlich dieser Kommentar ;-)
Do, 29.05.2014, 13:35 | ORFprivatisierenNOW

Genauso arbeiten diese Schweinsköpfe. Und wir lassen uns das gefallen . . . .
Do, 29.05.2014, 12:26 | dottore

genau so ist es...leider !
Do, 29.05.2014, 08:58 | michelle

stimmt genau - es ist einfach zum Speiben !!!!
Fr, 06.06.2014, 13:24 | ja IMMER DIE RECHTEN SCHULD FRECHHEIT

Ja,die Roten Linken haben alle Rechte,alle Deppen,SCHULD SIND IMMER DIE FPÖ,DIE TROTTELN STERBEN NICHT AUS,GIEBT ES WIRKLICH BEI UNS NUR MEHR DEPPEN,DIE ALTEN SOZIS STERBEN AUS,DIE TÜRKEN KOMMEN,HOFFE
Fr, 06.06.2014, 13:24 | ja IMMER DIE RECHTEN SCHULD FRECHHEIT

Ja,die Roten Linken haben alle Rechte,alle Deppen,SCHULD SIND IMMER DIE FPÖ,DIE TROTTELN STERBEN NICHT AUS,GIEBT ES WIRKLICH BEI UNS NUR MEHR DEPPEN,DIE ALTEN SOZIS STERBEN AUS,DIE TÜRKEN KOMMEN,HOFFE
Mi, 28.05.2014, 19:02 | M.N.

Vielen Dank ! Sie bringen auf den Punkt, was mir seit vielen Tagen so sehr im Hals steckt, dass ich keine ORF Nachrichten mehr hören und sehen will.
Mi, 28.05.2014, 19:51 | Zöbinger

Schon seit Waldheim 1986 Bundespräsident wurde, fielen mir diese ORF-Manipulationen auf! Dazu das ewige Geleier über Homos, Armut und Migranten lassen mich gerne auf die ORF-Nachrichten verzichten!!
Mi, 28.05.2014, 16:04 | B.v.C.

Gratulation, blendende Analyse der ORF-Redaktion !



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