ORF-Watch.at Die unabhängige Kontrolle des Gebührenmonopols


Kurt Ceipek (Ideologie: Mi, 29.04.2015, 01:31)
Die wunderbare ORF-Welt des Alexander Wrabetz

„Wir haben es in den letzten Jahren geschafft, eine sehr unabhängige Linie zu fahren, Objektivität und Vielfalt sehr hoch zu halten. Das wird auch von kritischen Beobachtern – vor allem den Printmedien – grundsätzlich anerkannt. Wir sind gut unterwegs.“

So wunderbar beschrieb ORF-General Alexander Wrabetz in der Ö1-Hörfunksendung „Von Tag zu Tag“ am 28. April 2015 die Leistungen des ORF. Was er nicht dazu sagte, war die Tatsache, dass der immer mächtiger werdende Staatsfunk auch den wesentlichen kritischen Medien die Zähne gezogen hat. Zeitungen, die nicht nicht freundlich zum ORF sind, werden vom ORF totgeschwiegen, deren Mitarbeiter nicht mehr als Fragesteller bei Pressestunden und Journalistendiskussionen zugelassen.

Hohen Unterhaltungswert hatte auch die Aussage von Wrabetz: „Wir sind wirtschaftlich trotz schwieriger Rahmenbedingungen in den schwarzen Zahlen.“

Welch eine Leistung für den gebührenfinanzierten Medienriesen, kommen doch von (fast) jedem österreichischen Haushalt magere 300 Euro. Wer über ein Wochenendehäuschen verfügt, zahlt natürlich um etliches mehr. In Summe ergibt das zwar einen hohen dreistelligen Millionenbetrag, aber es könnte noch viel mehr sein. Dieser warme Geldregen erleichtert es dann doch, trotz des verschwenderischen Umgangs mit dem Geld der Österreicher, gerade noch schwarze Zahlen zu schreiben. Da muss doch ein wenig Eigenlob erlaubt sein.

In der Sendung „Von Tag zu Tag“ können Hörer Fragen stellen. Und einige der Anrufer stellten Wrabetz die richtigen Fragen. Wer zu unangenehm fragte, wurde von Moderator Rainer Rosenberg gekonnt und (fast) unauffällig abgewürgt. So fragte ein Hörer, wie Wrabetz den Vorwurf entkräften wolle, der ORF betreibe SPÖ-nahe Berichterstattung.

Sinngemäße Antwort des Generaldirektors: Davon könne doch gar keine Rede sein. Man könne heute ORF-Redakteure nicht mehr Parteien zuordnen, wie das in den 1950er und 60er Jahren der Fall gewesen sei. Die Redakteurinnen und Redakteure seien keinem politischen Druck ausgesetzt und würden diesem Druck auch nicht nachgeben.

Dass man auf Redakteure, die von der vor vielen Jahren unsanft entschlafenen Arbeiterzeitung in den ORF geströmt sind, gar keinen derartigen Druck ausüben muss, liegt auf der Hand, blieb aber selbstverständlich unerwähnt. Richtig ist auch, dass im ORF nicht nur die SPÖ gut behandelt wird, sondern die Grünen ebenso gut in der ORF-Berichterstattung wegkommen.

Viele der Hörer dürften angesichts von so viel gespielter Naivität in schallendes Gelächter ausgebrochen sein. Die anderen werden sich vermutlich noch lange darüber schämen, geglaubt zu haben, dass der ORF von Rot und Grün gegängelt werden könnte.

Frei nach der legendären sonntäglichen ORF-Kabarett-Sendung „Der Watschenmann“: So etwas mag es in anderen Ländern geben, aber doch nicht bei uns in Bagdad ...

Do, 30.04.2015, 09:32 | Herbert Manninger

Klar, wenn die ultrarechten Printmedien das auch sagen.....
Bei solchen Zeugen MUSS man einfach Wrabetz glauben.
Mi, 29.04.2015, 20:29 | Wutzlbär

Ich habe diese Sendung mit dem Wrabetz auch gehört und habe den Verdacht, der glaubt das alles wirklich was er da verzapft.
Mi, 29.04.2015, 19:34 | gerard

Dieser Herr Wrabetz wäre eine Idealbesetzung für das Wahrheitsministerium in George Orwells Roman "1984". Nein - er wäre DIE Idealbesetzung.



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