ORF-Watch.at Die unabhängige Kontrolle des Gebührenmonopols


Andreas Unterberger (Öffentlich-rechtlich: Fr, 10.04.2015, 23:45)
Nee, ist das nicht dufte!

Werbefernsehen ist ein ideales kulturelles Thermometer. Das Zuhören bei einem einzigen ORF-Werbeblock zeigt klar: Die österreichische Identität ist Vergangenheit.

Da wird in einem Spot das Wort "Nee" (statt "Nein") verwendet. Da sind im nächsten die Worte "Berufsverband Deutscher Apotheker" zu lesen. Und da wird im dritten mitgeteilt, dass ein Käse "Deutschlands beliebtester" wäre.

Zur Erinnerung: Die Ablehnung des Anschlusses und allen deutschnationalen Denkens war nach 1945 die wichtigste Grundlage der Identitätsentwicklung einer österreichischen Nation. Bei dieser Nationswerdung war die eigene österreichische Sprache immer eine zentrale Grundlage. Jetzt hingegen findet der sprachliche Anschluss lautlos und widerstandslos statt. Mit dem staatlichen Fernsehen als Hauptbühne. Dabei hatte dieses seine Existenzberechtigung und seinen Anspruch auf Gebühren immer gerade mit der Notwendigkeit der österreichischen Identitätsbewahrung zu begründen versucht.

Also doch noch ein kultureller Endsieg für Deutschland.

Gewiss: Verantwortlich für Werbespots ist nicht der ORF. Aber man kann jede Summe wetten, dass er nicht einmal den Versuch unternommen hat, mit den Werbagenturen über dieses Thema auch nur freundlich zu reden. Warum sollte ihm auch nur der Gedanke daran kommen? Übernimmt doch auch der ORF selbst völlig bedenkenlos deutschdeutsche Synchronisationen. Hat man doch auch in ORF-eigenen Produktionen schon "Tschüss"  und "Nee" gehört. Und hat doch die Werbeindustrie im Gegensatz dazu früher immerhin noch deutsche Spots für den ORF von deutschdeutsch auf österreichischdeutsch übersetzt. Was ihr jetzt offenbar zu mühsam geworden ist.

Offenbar haben es aber auch die Konsumenten inzwischen hingenommen, dass ihre Sprache und Identität verlorengegangen ist. Offenbar sind wir schon durch ständige telvisionäre Sprach-Indoktrination gleichgeschaltet worden. (Und ansonsten ist ja auch ein Werner Faymann statt einer Angela Merkel kein sonderlicher Grund, patriotisch zu sein).

So, 12.04.2015, 07:06 | Quex

Treffender hätte ich es auch nicht beschreiben können.Der Verlust der Kultursprache ist mir frühestens seit der "Amerikanisierung und Internationalisierung",Jobanzeigen ein immer noch heftiges w
Sa, 11.04.2015, 14:09 | Ingrid B.

Meine Lieblingswort im österreichischen Fernsehen:
Pfifferlinge und lecker....... Kommentar überflüssig
Kissen nicht zu vergessen, den Polsterzipf gibt's ev. noch in
einem altösterreichischen



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