ORF-Watch.at Die unabhängige Kontrolle des Gebührenmonopols


Rubriken

Archiv

Werner Reichel (Fakten: Do, 02.04.2015, 12:32)
Politisch brisante Speckknödel

Ob der ORF seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag tatsächlich erfüllt, fragen sich nicht nur viele Seher und Hörer, sondern auch die Medienbehörde. Der Staatsfunk muss deshalb einmal im Jahr einen Bericht vorlegen, was er denn so im vergangenen Jahr gesendet hat und wie man den öffentlich-rechtlichen Auftrag, der dem ORF die Gebühren sichert, erfüllt.

Immer wieder gab und gibt es nämlich Kritik, dass der ORF Kultur und Information vernachlässigt und stattdessen auf die quotenträchtigeren Bereiche Unterhaltung und Sport setzt. Auf ORF 1 hat die (seichte) Unterhaltung jedenfalls ein deutliches Übergewicht. Die zweite Instanz der Medienbehörde hat jedoch für den ORF entschieden. Die Bereiche Information, Kultur, Sport und Unterhaltung müssen nur über alle ORF TV-Sender „angemessen“ verteilt sein, also inklusive der Spartensender ORF lll und ORF Sportplus. ORF1 darf also weiterhin primär auf Unterhaltung setzen und die Kultur ignorieren.

Doch welche Sendungen der ORF der Unterhaltung und welche der Information zurechnet, ist ohnehin zweifelhaft. Zu „Current Affairs“ hat der ORF bisher auch die Tourismuspromotionsendung „Harry’s liabste Hütten“ mit dem Witzeerzähler Harry Prünster gezählt. Das ist ja ein bekannt knallhartes Nachrichtenmagazin, wenn etwa über selbstgebackene Kuchen oder frische Speckknödel geplaudert wird. Erst im nun vorgelegten Bericht wird „Harry’s liabste Hütten“ erstmals der Unterhaltung zugerechnet.

Aber egal ob mit oder ohne Harry, Information und Kultur sind im ORF immer unterrepräsentiert (aber für die Erfüllung des öffentlich-rechtlichen Auftrags reicht es laut Medienbehörde jedenfalls). Laut neuem ORF-Jahresbericht entfallen auf Unterhaltung und Sport 61% des Programms, Information und Kultur kommen auf 39%.

Fr, 03.04.2015, 11:19 | Herbert Manninger

Bei dieser extrem manipulativen Berichterstattung ist es ohnehin besser, ihren Anteil kürzer zu halten.
Weg mit den Zwangsgebühren! Die ORFler sollen sich dem freien Markt stellen.



Ich will die Datenschutzerklärung lesen.

Kommentar senden