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Kurt Ceipek (Ideologie: Mo, 29.06.2015, 22:18)
Faymann sieht sich als Schützer der ORF-Objektivität

„Ob das wohl Faymanns letzte Pressestunde war?“ So fragte mich ein an Politik überaus interessierter junger Mann am Tag nach der Pressestunde, von der ich nur die erste Minute live gesehen habe. Da man Faymann Isabelle Daniel, die stellvertretende Chefredakteurin der dem Bundeskanzler mehr als wohl gesonnenen Zeitung „Österreich“, anstelle irgend eines einigermaßen scharfen Kritikers gegenübersetzte, war mir klar, dass man dem SPÖ-Chef vor allem die Chance eröffnen wollte, gegenüber den TV-Zusehern strahlend zu glänzen.

ORF-Interviewer Hans Bürger eröffnete die Pressestunde noch dazu mit der Episode, Werner Faymann habe beim Betreten des Studios noch einen Anruf erhalten, sich gemeldet und in sein Mobiltelefon gesagt: „Hallo Angela!“ Bürger dazu: „Ich nehme an das war die deutsche Bundeskanzlerin.“ Was Faymann bestätigte und sofort loslegen konnte, was für ein wichtiger Brückenbauer in Europa er doch stets gewesen sei.

Da hatte ich genug gesehen und gehört und abgedreht.

Die meisten Österreicher hatten die Pressestunde gar nicht erst aufgedreht, denn der ORF2-Marktanteil lag bei mehr als bescheidenen zwei Prozent. Ganz schön wenig für einen Kanzler in einer für Europa so wichtigen Woche.

Doch tags darauf drängten einige ORF-Watch-Leser, die Pressestunde doch zu kommentieren und verwiesen auf einige Seltsamkeiten. Also klinkte ich mich widerwillig in die ORF-TV-Thek ein und sah mir mit eintägiger Verspätung auch den Rest der Pressestunde an.

Was Faymann zur Griechenland-Krise, zu Islamismus, Terror und Flüchtlingsproblematik sagte, waren die üblichen schön gedrechselten Worthülsen, die man schon kennt. Was fehlte, waren die Lösungsansätze zur dramatischen Lage.

Ein interessantes Thema kam ganz am Ende: Vizekanzler Mitterlehner betrachte die ORF-Informationssendungen als „nicht immer objektiv“, meinte die „Österreich“-Journalistin. Dazu die Frage an Faymann: „Wie sehen denn Sie die ORF-Information? Mischt sich die Politik ein?“ Faymanns Antwort verblüffte selbst abgebrühte Politik-Beobachter. Er wolle den ORF nicht loben, sonst würden die Redakteure noch kritischer, als sie es ohnehin schon sind. Faymanns folgender Satz muss schon als gefährliche Drohung eingestuft werden. „Ich bin zuständig dafür, die Objektivität des ORF zu schützen.“

Der Volksmund nennt das treffend: „Den Bock zum Gärtner machen.“ Dabei würde es schon genügen – und das wäre auch eine tatsächliche Aufgabe für Faymann – den ORF vor dem unübersehbaren Einfluss der SPÖ zu schützen.

Do, 09.07.2015, 10:21 | Andreas Lindner

das Neueste Meisterstück in Objektivität ist der aktuelle Artikel über die 100% Inflation in Venezuela: http://orf.at
Do, 09.07.2015, 10:23 | Andreas Lindner

"Venezuela leidet unter dem Ölpreisverfall, der die staatlichen Einnahmen schmälert, und hohen Zahlungsverpflichtungen." Ein wenig Ehrlichkeit würde genügen, den Menschen d. Folgen d. Sozialismu
Mo, 06.07.2015, 10:05 | peter789

Fast noch mehr als die Dreistigkeit der SPÖ erzürnt mich die Schwäche, Naivität und Unfähigkeit der (einst konservativen) ÖVP.
Do, 02.07.2015, 16:59 | Ingrid B.

Wie man seine Zeit nur so vergeuden kann an einem schönen Sonntagvormittag... Weiss doch jeder, welche Antworten kommen, die sind sooo schön eingetrichtert, eine interessante Sendung ist anders!
Mi, 01.07.2015, 18:44 | Sinnerman

Da lässt sich der oberste Maturant der Nation vom Josef Ostermayer punktgenau vor der Sendung anrufen, und der objektivste ORF-Journalist fragt, was denn Angela wissen wollte.
Mi, 01.07.2015, 15:21 | Herwig Mankovsky

Heißt nicht seine Oma Angela? Menschenskind, von SO einem Typen bevomundet zu werden.....
Mi, 01.07.2015, 13:23 | Sandwalk

Die Sendung am Sonntag mit der "Österreich"-Redakteurin war ein Witz. Die Tage des Bundeskanzlers sind gezählt. Nun wird er bis Oktober angezählt, und dann ist Schluss ohne Jubel. Was denn sonst?
Di, 30.06.2015, 14:18 | gerard

Und dieser lächerliche, selbstverliebte, peinliche und völlig unfähige Schwachkopf "repräsentiert" unser Österreich! Das muß man sich einmal vorstellen: "Hallo Angela, ich bin's!" - Speib!!
Di, 30.06.2015, 11:39 | Echinopsis grusonii

Der Rotfunk und der SPÖ-affine Boulevard erlaubten Faymann zu 80% Filibusterei und verschwendeten so die Zeit des Publikums. Eine peinliche Vorstellung für alle Beteiligten.
Di, 30.06.2015, 11:12 | grantiger

Die Sendung "Thema" mit dem Aufmacher "Grazer Geschehnisse", kam nicht ohne die x-fach Nennung des Begriffs "Amokfahrt" aus. Leute, das nimmt euch keiner mehr ab!
Di, 30.06.2015, 10:01 | mike

Ob das wohl Faymanns letzte Pressestunde war? eine der letzten sicher! Die Sozis werden ihn schon noch vor den Wahlen in die Öffentlichkeit stellen, die Blamage ist ihm dann hoffentlich sicher...
So, 05.07.2015, 11:47 | cent

Dieser unbedarfte Taxler ist der beste Garant für eine schnalzende Niederlage der Roten bei der nächsten (und übernächsten? und über-übernächsten?) Gelegenheit. Laßt ihn doch . . . .
Di, 30.06.2015, 09:46 | henryk

"Er kommt mit keiner Meinung rein und geht mit meiner Meinung wieder raus". Angela Merkel über Faymann nach ein Besprechung mit ihm.
So, 05.07.2015, 11:48 | gerard

"Wär's nur so . . . . "
Di, 30.06.2015, 09:05 | Andreas Lindner

dass irgendein namhafter europäischer Leader fotografiert wird, dann huscht er schnell noch ins Bild od. versucht zumindest im Hintergrund zu sehen zu sein. So ist es mehrfach überliefert u. passt z
Di, 30.06.2015, 09:03 | Andreas Lindner

"Hallo Angela!" Alter Schwede! Das ist an PEINLICHKEIT nicht mehr zu überbieten! Ich denk, dass war der Ostermayer und es war mit dem ORF-Bürger abgestimmt. Wenn Faymann bei einem EU-Rat sieht...



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