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Kurt Ceipek (Ideologie: So, 12.07.2015, 14:10)
Hofburg-Regent Fischer und seine Hofberichterstatter

Die Wiener Hofburg als der Sitz des Österreichischen Bundespräsidenten muss eine besondere Ausstrahlung auf den dortigen Amtsinhaber ausüben. Schon nach wenigen Monaten in der Hofburg spricht und bewegt sich das jeweilige österreichische Staatsoberhaupt ein wenig kaiserlich – würdevoll, staatstragend und scheinbar volksnah. Das strahlt auf die Umgebung aus.

In der sonntäglichen Pressestunde war unser Herr Bundespräsident Heinz Fischer zu Gast. Da wären schon fragende Journalisten zu erhoffen gewesen, die es wagen, wirklich kritische Fragen zu den zahlreichen brennenden Themen wie Grexit, Asylpolitik oder direkte Demokratie zu stellen und auf konkrete Antworten zu drängen.

Dass man dem Präsidenten – den man sich durchaus mit einer Krone auf dem Kopf vorstellen könnte –  für die Pressestunde zwei linke Hofberichterstatter gegenübersetzte, war ORF-typisch. ORF-Innenpolitiker Fritz Dittlbacher stammt noch aus der SPÖ-Kaderschmiede „Arbeiterzeitung“ und Alexandra Föderl-Schmid vom rosaroten Standard kann man auch nicht gerade den kritisch-bürgerlichen Journalisten zuordnen.

So verlief dann auch die ganze Pressestunde. Die Journalisten stellten ehrerbietige Fragen und sogar die Körpersprache erinnerte an das, was man sich unter Hofschranzen vorstellt.

So konnte der Bundespräsident seine unverbindlichen Wohlfühl-Antworten ausbreiten wie beispielsweise: „Europa muss gemeinsam tragfähige Lösungen finden.“ Wie die aussehen könnten, weiß offensichtlich niemand von denen, die solche Lösungen erarbeiten und umsetzen müssen.

Am konkretesten war noch Fischers Aussage zu den ziemlich sicher ausbleibenden Rückzahlungen griechischer Schulden. Die werden „Österreich nicht in Besorgnis erregender Weise treffen“. Das wird mancher österreichische Mindestrentner, Arbeitslose oder auch viele Unternehmer möglicherweise anders sehen.

Und zu Rot-Blau im Burgenland meinte Fischer: „Ich habe kein Problem damit.“ Das war mit der ÖVP-FPÖ-Koalition am Beginn dieses Jahrhunderts noch deutlich anders.

Zum Abschluss wurde der Herr Bundespräsident befragt, was er denn in seinem zwölften und letzten Jahr als Staatsoberhaupt noch in Österreich bewegen wolle. Fischers Antwort: „Ich möchte Österreich auf seinem österreichischen, sozialen und humanitären Weg weiterbringen.“

Welch ein Glück für unser Land. Das wird Österreich sicher sehr viel weiterbringen.

Mo, 13.07.2015, 01:25 | Landwadel

Heinz Fischer wäre ein wunderbarer Kaiser von Österreich. Als Name schlage ich vor: Kaiser Heinrich Ja so mir Marx. So einen ähnlichen hat es glaube ich schon einmal gegeben.
So, 12.07.2015, 17:35 | olga

Und ? Was hat er im Endeffekt gesagt? keine Ahnung !
Diese mit pathetischer Milde vorgetragenen, nichtssagenden Sprüche sind zum aus der Haut fahren !
So, 12.07.2015, 16:05 | Kai P. Rinha

Die Position des BP (ganz besonders in Gestalt so einer nichtssagenden Schlaftablette wie HF) ist so unnötig wie zb die ganze Kaste der Politikwissenschaftler. Braucht auch kein Mensch.
So, 12.07.2015, 14:21 | frustrierter Bürger

Ein BP, der auf gar nicht "harte" Fragen überwiegend so schwach antwortet, wie heute geschehen ist es nicht wert, dafür das Geld der Steuerzahler zu kassieren!
Thank you for nothing, Mr. Presiden



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