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Kurt Ceipek (Ideologie: Fr, 06.11.2015, 01:12)
„Great Moments reloaded“

Mit der Frage, wie viel an angloamerikanischen Begriffen ein deutschsprachiger Rundfunksender braucht, der gerne auf sein hohes Niveau verweist, befasste sich der Beitrag „Great Moments“ am 3. November. Der Beitrag endete mit der Anmerkung, dass „die Beschwerde der treuen ORF-Gebührenzahlerin dem ORF bislang keiner Antwort würdig war“.

Wie es der Zufall will bekam die treue ORF-Watch-Leserin und –Informantin sowie gebührenpflichtige ORF-Konsumentin kurz danach eine Antwort aus der ORF-Generaldirektion. Die Antwort war zwar nur wenige Zeilen lang, war aber in ihrer Überheblichkeit und Selbstbeweihräucherung schon wieder bemerkenswert.

Ein Zitat daraus:

„Der ORF ist sich seiner großen Verantwortung auf dem Gebiet der Volksbildung vor allem auch in Hinblick auf die Pflege der deutschen Sprache bewusst. Als Medium, das sich wesentlich des Wortes bedient, sehen wir Identitätsstiftung auch darin, den hohen Standard der deutschen Sprache bewahren zu helfen.“

Dazu passt der erste Absatz im ORF-Watch-Beitrag vom 3. November:

Ein kleiner Auszug aus dem ORF-Programm eines einzigen Tages: „How I met your Mother“; „Two and a half man“; „The Big Bang Theory“; „Drop Dead Diva“; „Heartland“; „Cop Stories“; „ZiB Flash“, „Raising Hope“.

Dass man im ORF innerhalb und außerhalb der „Primetime“ dutzendweise „Great Moments“ auf die erschöpften Fernsehzuschauer niederprasseln lässt und auch sonst mit englischen Begriffen nicht geizt, widerspricht dieser ORF-Selbstdarstellung gründlich.

Dazu erläuterte die ORF-Generaldirektion, der ORF sei auch Spiegelbild der Gesellschaft, die in den vergangenen Jahren vermehrt Begriffe aus der englischen Sprache übernommen habe. Zitat aus dem Schreiben an die unzufriedene ORF-Kundin: „Der ORF kann sich von dieser Entwicklung nicht abkoppeln, geht aber mit dieser Thematik bewusst und sensibel um. Er hat sich, auf hohem Niveau, der Sprache seines Publikums zu bedienen.“

Mit dieser Antwort war die ORF-Kundin nicht zufrieden und antwortete unwirsch. „Entschuldigung im vorhinein, jetzt bedien' ich mich auch einmal der Sprache des Publikums: Wollen Sie mich mit dieser Antwort verarschen? Ich hab gefragt, warum eine österreichische Sendung im österreichischen Staatsfernsehen einen englischen Titel haben muss! Englisch ist heute nicht mehr wegzudenken – aber für die genannte Sendung hätte es auch gereicht, wenn man die als "Große Momente" benamst hätte – da muss es wirklich nicht englisch sein. Identitätsstiftung indem  es der ORF nicht einmal hinbringt, die Untertitelung bei den Seitenblicken ein einziges Mal grammatikalisch richtig zu schreiben??? Verwenden Sie die deutsche Sprache so, wie sie im Lehrbuch steht, dann lernen unsere Schüler und Schülerinnen vielleicht wieder besser deutsch und schneiden beim Pisatest nicht immer so schlecht ab.“

Eine Antwort darauf ist aus der ORF-Generaldirektion noch nicht eingetroffen.

Noch eine Anmerkung zum Titel dieses Beitrags. Wir hätten natürlich anstelle von „Great Moments reloaded“ auch „Great Moments Teil 2“ schreiben können. Aber wir wollten uns dabei der Sprache des ORF bedienen.

Do, 12.11.2015, 13:25 | lurkerabove

Halten zu Gnaden, aber "Cop Stories" ist genauso "English" wie "ORF Watch"!

Nämlich nur im Titel.

Diese Serie ist ein wirklicher Lichtblick im ORF Programm. (PC ist da, aber hält sich in Grenzen)
Fr, 06.11.2015, 18:39 | Ingrid B.

Denglisch meinetwegen bei allem, was u. a . moderne Kommunikation ist, aber nicht bei 60 Jahre österreichisches Fernsehen, da passt Great Moments nun wirklich nicht, ist auch absolut unnötig.
Fr, 06.11.2015, 11:00 | Herwig Mankovsky

Denglisch ist nun einmal die Sprache der Einbildungsbürger, zu denen sich die ORFler offensichtlich zählen.



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