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Kurt Ceipek (Ideologie: Do, 02.06.2016, 13:43)
"Journalistischer Supergau"

Das ORF-TV-Duell zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer unter der Leitung von Ingrid Thurnher bescherte dem öffentlich-rechtlichen Sender ein Image-Fiasko. Auch Wochen nach der Wahl bleibt vor allem Thurnhers Tempelberg-Vorwurf an Hofer – es habe den von ihm beschriebenen Vorfall gar nicht gegeben – ein medialer Aufreger ersten Ranges.

Dass sich der Beitrag sehr schnell als – milde ausgedrückt – „schlecht recherchiert“ entpuppte, bescherte dem ORF die Peinlichkeit, den Fehler in der ZIB 1 am Tag nach dem TV-Duell eingestehen zu müssen. Aus der Welt geschafft war er damit allerdings nicht und wie viele Wählerstimmen der Vorwurf der Lüge dem Präsidentschaftskandiaten Hofer gekostet hat, wird nie zu eruieren sein.

Mittlerweile hat das Nachrichtenmagazin „Profil“ enthüllt, dass ORF-Moderator und stellvertretender Chefredakteur Armin Wolf darauf gedrängt habe, das Thema in der Diskussion anzuschneiden. Er hatte den Vorfall federführend recherchiert – allerdings höchst unzureichend, wie eingangs erwähnt. Laut „Profil“-Informationen habe Ingrid Thurnher im Vorfeld abgelehnt, diese Frage an Hofer zu stellen. Schon vor dem „Profil“-Artikel soll es in der ORF-Redaktionssitzung am Tag nach der Diskussion heftige Vorwürfe gegen Armin Wolf gegeben haben.

Nach Erscheinen des Profil-Beitrags versuchte Wolf sich halbherzig zu rechtfertigen. Auf Twitter schrieb er: „Die Profil-Behauptung ist nachweislich falsch. Die Entscheidung, das Thema im ,TV-Duell’ zu behandeln, kam nicht von mir.“ Den Nachweis suchte man allerdings vergeblich.

Den musste wohl Ingrid Thurnher beisteuern, die freiwillig erklärte oder zu erklären hatte, sie sei „von niemandem gedrängt“ worden. ORF-Insider argwöhnen, sie habe Wolf den Gefallen dieser Feststellung getan, um den ORF-internen Streit nicht weiter ausufern zu lassen.

Mittlerweile war der Vorfall auch schon Thema der Sitzung des ORF-Publikumsrates, wo Walter Marschitz, Mitglied dieses Gremiums, von einem „journalistischen Supergau“ sprach und Aufklärung über das Zustandekommen der Entscheidung forderte, warum das Thema Tempelberg im „TV-Duell“ angeschnitten worden ist. Der journalistische Grundsatz von „check“, „re-check“ und „double-check“ sei nicht beachtet worden. So einen Beitrag in einer wahlentscheidenden Diskussion zu bringen, könne kein kleiner Redakteur entscheiden, zeigte sich Marschitz überzeugt.

Davon fühlte sich ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz angegriffen und rechtfertigte sich: „Ich war in die Entscheidung nicht involviert. Das ist ganz sicher nicht die Aufgabe des Generaldirektors.“ Er fühlte sich aber auch gleich bemüßigt, die ins Kreuzfeuer geratenen ORF-Journalisten in Schutz zu nehmen. Es sei „nicht zu akzeptieren, dass unsere Journalisten von irgendjemandem zum Rücktritt aufgefordert werden.“

Für einen kritischen ORF-Beobachter drängt sich da schon die Frage auf: Warum darf man ORF-Mitarbeiter oder -Chefs, die unglaubliche Fehler begangen haben, nicht zum Rücktritt auffordern?

So, 05.06.2016, 00:41 | Rocco

Absolut wahlentscheidend bei diesem Stimmenunterschied!
Das Fehlereingeständnis in der ZIB 1 am Folgetag (Freitag) werden viele nicht gesehen oder so verfolgt haben, wie die Diskussion am Vortag.
Fr, 03.06.2016, 13:00 | Professor Grün

Dass hinter der ganzen Sache Armin Wolf steckt klingt sehr plausibel. Dass er das abstreitet liegt auf der Hand. Aber wer glaubt ihm noch etwas?
Do, 02.06.2016, 19:05 | Graugans

Ganz offensichtlich gibt es in den Schlüsselpositionen der ORF-Politikredaktionen nur noch waschechte Linke, die alle Bürgerlichen hinauswerfen, hinausekeln oder „bekehren“.
Do, 02.06.2016, 18:44 | Erich

Bei der BBC ist der Generaldirektor schon aus anderen Gründen zurückgetreten!! Aber bei uns in Bagdad.....
Do, 02.06.2016, 18:42 | wernmannfayer

Gratulation Hr. Ceipek, zu ihrem ausgezeichneter Artikel, der es auf den Punkt bringt. Deshalb würde ihn auch keine großes Medienunternehmen je veröffentlichen.
Do, 02.06.2016, 18:01 | Josef Maierhofer

Ich bin für Privatisierung des ORF. Ich bin für eine gerichtliche Klage von Ing. Norbert Hofer gegen den ORF. Vor Gericht wird schon wer schuld gewesen sein. Zeugen gibt es genug.
Fr, 03.06.2016, 21:20 | Tuna

Dann fällt die gis auch flach?
Gut
Die monopolstellung des orf ist beschämend
War kurz im gespräch als servus tv keinen br wollte, interessiert nun wieder keinen
Bin gespannt wie lange noch
Do, 02.06.2016, 17:21 | antony

Was sich in diesem Land abspielt ist nur absurd, frustrierend und absurd!
Dieser erbärmliche Rot-Grün Funk bettelt förmlich um einen Aufräumer!
Ihr ORF-Leute seit nicht einmal fähig, euch zu schämen!
Do, 02.06.2016, 16:21 | Braxmann

Langsam kommt Bewegung rein: ORF-Reform für Haselsteiner "politische Machtfrage erster Ordnung" (Kurier)-Egal, die handelten Akteure i.d.Causa werden durch den nächsten GI "verstaut" werden müssen.
Do, 02.06.2016, 15:59 | Herwig Mankovsky

Auch in der Fabel nimmt der Wolf die Rolle des brutalen, ungehobelten Typen ein, gilt aber als nicht sehr intelligent.
Do, 02.06.2016, 15:47 | Tuna

Für mich war der spezielle vorfall wahlentscheidend

ORF stir crazy
Do, 02.06.2016, 17:19 | Ich will endlich wissen, wer es war!

Diese letzte ORF-Gemeinheit war EINDEUTIG WAHLENTSCHEIDEND! Mir haben unmittelbar vor der Wahl ganz vernünftige Menschen gesagt, sie würden "einen Lügner nicht wählen". ORF: Ziel erreicht!
Fr, 03.06.2016, 13:18 | Alexandra Bader

es gibt dazu strafgesetzbestimmungen, da man wahlen mit falschmeldungen nicht beeinflussen darf
Fr, 03.06.2016, 21:13 | Tuna

Tatsächlich? Dachte eher dass es gut für hofer wäre da ja einjedem diese plumpe ORF ... propaganda ins auge springen muss ... “populisten“ enttarnen ist nicht die aufgabe des öffentlich rechtlichen
Do, 02.06.2016, 14:37 | Ich will endlich wissen, wer es war!

Der Wrabetz, die Turnherr und der Wolf wollen es also nicht gewesen sein. Die allermieseste Intrige dieses an Untergriffen überreichen Wahlkampfs harrt noch der Aufklärung. Gemma, gemma !!!!!
Fr, 03.06.2016, 00:04 | Dr.Fischer

Zu oben 17.19 h - und mit Lügner war sicher nicht der Parteilose Kandidat gemeint?



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