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Werner Reichel (Ideologie: Fr, 16.09.2016, 10:21)
Ein guter Tag für den Rotfunk

 Armin Wolf kommentiert via Twitter die Bestellung der neuen ORF-Direktoren: "Die ÖVP "beansprucht" im ORF die Kompetenzen für Personal? (…)  Die Septemberhitze ist offenbar doch ein Problem." Huch, die ÖVP! Sobald ein Posten im Staatsfunk mit einem Halb- oder Nichtlinken besetzt werden könnte, bekommt Wolf offenbar Hitzewallungen. Unabhängigkeit bedeutet für ihn und seine Genossen die linke Vorherrschaft in den Chefetagen und Redaktionen der staatlichen Rundfunkanstalt. Die Bewohner und Hüter dieser linken Meinungswüste reagieren auf jedes noch so kleine bürgerliche oder konservative Pflänzchen allergisch, was zu kuriosen und verwirrten Äußerungen führen kann:

„Jeden Tag beweisen ORF-JournalistInnen mit ihrer Arbeit ihre Unabhängigkeit. Aber diese Kuhhändel an der Spitze ruinieren das Image“, zwitschert Wolf. Humor hat er zumindest. Der ORF steht ungefähr so für Unabhängigkeit und ausgewogene Berichterstattung, wie C&A für Haute Couture oder Möbelix für elegantes Design. Wirklich niemand in Österreich – außer vielleicht die von ihrem volkspädagogischen Auftrag beseelten ORF-Journalisten – glaubt ernsthaft, dass der Staatsfunk mit Ausnahme der Wettervorschau ausgewogen und neutral berichtet.

Schuld am grottigen ORF-Image sind nicht die mutigen und stets um Objektivität bemühten Journalisten á la Wolf, nein: „Diese politische Feilscherei rund um dieses großartige Unternehmen ist derart unwürdig, dass man alle fünf Jahre verzweifeln möchte.“

Alle fünf Jahre könnte eventuell ein Nichtlinker ins ORF-Direktorium gewählt werden. Es ist zum Verzweifeln. Und was in Österreich schon alles als „Unternehmen“ durchgeht. Aber okay, auch Bundeskanzler Christian Kern gilt ja beim ORF als Mann der „Wirtschaft“. 

Doch die Aufregung bei Wolf hat sich schnell wieder gelegt. Die Befürchtung, ein bürgerlicher Fremdkörper könnte die linke Harmonie im ORF stören, hat sich als unbegründet erwiesen. Die SPÖ hat bei den politischen Feilschereien wie so oft die ÖVP über den Tisch gezogen. Das ORF-Direktorium ist sogar noch weiter nach links gerückt, die „Unabhängigkeit“ bleibt damit gewahrt.

Die Werktätigen in der Rundfunk-Kolchose können aufatmen. „Doch kein so übler Tag für den ORF“, schreibt Wolf zufrieden. Jetzt kann er trotz spätsommerlicher Hitze wieder beruhigt schlafen. Im Gegensatz zu den düpierten ÖVP-Leuten. Einige von ihnen sinnen nun auf Rache. Sie wollen den Rotfunk auf einen einzigen öffentlich-rechtlichen Kanal zusammenschrumpfen und die Rundfunkgebühren senken. Auch wenn das Motiv fragwürdig ist, die Idee ist ausgezeichnet. Im digitalen Zeitalter braucht außer Sozialisten und Gutmenschen ohnehin niemand mehr solche ideologisch kontaminierten Rundfunkdinosaurier. Aber wie so oft wird es bei der ÖVP bei einer Ankündigung bleiben. 

Sa, 17.09.2016, 13:52 | Aron Sperber

Armin Wolf hält sich selbst für "unabhängig" - die ORF-Journalisten sind tatsächlich auch keine SPÖler, sondern mehrheitlich noch wesentlich grünlinker

als ihnen die SPÖ den ORF-Redakteuren eines ihr
Sa, 17.09.2016, 13:17 | Aron Sperber

sehr, sehr guter Beitrag
Fr, 16.09.2016, 13:52 | Freier Mensch

ORF ,das ist mE.Fernsehen von Hirnederln, präsentiert von totalen Hirnederln , politisch gestützt von Hirnarmen ,propagiert von subventionierten Hirnlosen , und das alles nennt sich Entertainment !Lol
Fr, 16.09.2016, 13:20 | Grünspan

Dieser Wolf will uns einreden, ORF-Journalisten seien neutral und unabhängig. Köstlich! Ob er das selber wirklich glaubt?
Fr, 16.09.2016, 10:39 | Andreas Lindner

Die rote Blase in der Vollkommenheit: David Schalko (derselbe der im ORF-Auftrag tendenziöse 'Unterhaltungsfilme' drehen darf), interviewt im Garten der Kreisky-Villa den neuen roten Heiland Chr. Kern
Fr, 16.09.2016, 10:41 | Andreas Lindner

(ein Interview durch einen Genossen stellt für Kern sicherlich die Idealform dar) Ö1 berichtet anschließend ausführlich und in wohlwollendem Tonfall über einen "durch und durch harmonischen Abend."
Fr, 16.09.2016, 11:41 | Sozialrat

Kern übte dort die Auftritte vom Balkon. Vorerst nur vom Kreiskyvillabalkon, bald vom Heldenplatz.
Fr, 16.09.2016, 13:56 | Feststellung

Glauben Sie mir: Hätte unser seliger Bruno die derzeitigen Polittrotteleien noch "live" erlebt, hätte er einen Tobsuchtsanfall bekommen. Als Jhg. 1940 habe ich noch einiges mitbekommen....
Fr, 16.09.2016, 14:35 | Herwig Mankovsky

Dieses ,, Interview" war ein Meilenstein der Arschkriecherei, die ,, Kultur"Schaffende so vollbringen müssen, um Aufträge zu ergattern.



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