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Kurt Ceipek (Ideologie: Mo, 28.11.2016, 21:27)
Wie man eine Maus zum Elefanten aufbläst

Gerne beweist der ORF immer wieder, wie man ein winziges Mäuslein zu einem riesigen Elefanten aufblasen kann. Zuletzt zimmerten einige der unzähligen Innenpolitik-Redakteure des ORF einen erbitterten Machtkampf innerhalb der Volkspartei aus der Tatsache, dass VP-Klubchef Reinhold Lopatka Norbert Hofer für den besser geeigneten Präsidenten hält und sein Parteichef Reinhold Mitterlehner eher mit Alexander Van der Bellen sympathisiert.

Dass führende VP-Politiker unterschiedlicher Meinung sind, wem man bei der Bundespräsidentenwahl seine Stimme geben sollte, könnte man sogar als gewissenhafter Journalist getrost übergehen, ohne dass es jemandem auffallen würde.

Es wurde über viele ÖVP-Politiker im ORF wohlwollend berichtet, wenn sie den Wählern empfahlen, Van der Bellen zu wählen. Aber Sympathie für Hofer zu zeigen wurde unverzüglich zur politischen Todsünde erklärt, an der die einstige Großpartei unverzüglich zerbrechen sollte.

Diese vom ORF konstruierte Auseinandersetzung wurde tagelang am Kochen gehalten. Selbst als VP-Chef Mitterlehner und und Klub-Chef Lopatka nach einer Aussprache mitteilten, die ganze Angelegenheit ausgeredet zu haben, wollte ORF.at das nicht recht wahr haben. „Differenzen offiziell ,ausgeräumt’“ titelte der gebührengierige und parteipolitisch angeblich neutrale Staatssender, wobei man das Wort „ausgeräumt“ demonstrativ zwischen zwei Anführungszeichen stellte, wohl um damit zu signalisieren, dass man das nicht glauben sollte.

Dieses Thema wird uns vermutlich noch einige Zeit erhalten bleiben.

Anders verfährt man im ORF mit einem innerparteilichen Machtkampf innerhalb der Wiener SPÖ. Die erbitterte Schlacht zwischen dem linksextremen Flügel rund um Sonja Wehsely und der nicht ganz so linken Gruppierung um Wohnbaustadtrat Michael Ludwig wurde vom ORF gemeldet, als es nicht mehr anders ging, weil das Thema schon in allen Medien riesengroß gespielt wurde. So rasch wie möglich ließ man diese nach wie vor sehr reale Geschichte, in der es um sehr viel mehr geht als um eine Wahlempfehlung, wieder aus der Berichterstattung verschwinden Diese Differenzen dürfte der ORF als tatsächlich „ausgeräumt“ einstufen, denn darüber ist kein Ton mehr zu hören und keine Zeile mehr zu lesen.

Man kann als Journalist auch ein Thema von realer Elefantengröße auf Mäuseformat schrumpfen und die Maus verstecken.

Do, 01.12.2016, 00:57 | Anonym

Das zeigt wieder nur, dass die Wahrheit dem ORF nichts wert ist und er lieber gierigen Sensationsjournalismus betreibt. Nachher will es keiner gewesen sein und alle machen munter weiter wie vorher.
Di, 29.11.2016, 23:25 | Haider

Verblüffende Gleichklänge: Der eine entdeckt plötzlich die "Heimat" und der andere die "Objektivität". Kein Wunder, daß alle von Lügenpresse und Politikklamauk reden.
Di, 29.11.2016, 13:46 | Tom Jericho

Die Maus aufgeblasen hat ja wohl in erster Linie Mitterlehner, der immer mehr zum Abziehbild Buseks mutiert. Daß der Rotfunk dies gerne und ausführlich aufgreift, kann ja wohl niemanden verwundern.
Di, 29.11.2016, 14:36 | Querdenker

Gegen einen ORF-Bericht ist nichts einzuwenden. Aber dagegen, dass die Berichte über den echten Machtkampf in Wien gleich wieder eingeschläfert wurden.
Di, 29.11.2016, 12:28 | Hermine

jämmerlich, jämmerlicher - ORF - mehr ist zu dem Systemsender nicht mehr zu sagen.
Jede Wahlempfehlung für alte Stalinisten bewirkt das genaue Gegenteil - der Waldheimeffekt.
Di, 29.11.2016, 10:17 | Andreas Lindner

Ganz typisch: laufend deklarieren sich ÖVPler öffentlich zu VdB - obwohl ja der Obmann ausgegeben hat, dass d. die ÖVP offiziell KEINE Wahlempfehlung abgibt - dann spricht sich R.Lopatka für Hofer aus
Di, 29.11.2016, 10:19 | Andreas Lindner

und der ORF veranstaltet SOFORT einen Zirkus sondergleichen. Berichte als Top-Themen, dazu ein ZiB2-Interview etc. etc. Hätten sie i.selben Maß über d. SPÖ Wien berichtet, müssten Sondersendungen seit
Di, 29.11.2016, 09:22 | Oder

ein Fürzchen zum ohrenbetäubenden Donnergrollen stilisiert... Außerdem welchen normalen(!) Menschen interessiert das...
Di, 29.11.2016, 05:56 | wernmannfayer

Tricksen tarnen und täuschen! Das ist alles was dieser linksversiffte Sender noch zu Stande bringt. Die eigenen Formate ZIB usw. werden nur noch nach Drehbuch der Bobos produziert.
Mo, 28.11.2016, 22:16 | Schwarzer Milan

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Wahlempfehlungen von mäßig beliebten Politikern irgend jemanden bewegen können, sich für den anderen Kandidaten zu entscheiden.
Mo, 28.11.2016, 23:40 | "Mäßig beliebt" ist dabei noch geschmeichelt

Richtig. Wenn ich die öden Muppets von Vorvorgestern mit ihren entbehrlichen Empfehlungen erlebe, dann kommt mir höchstens der kalte Kaffee von vorgestern hoch - und selbst der hat Mühe.



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