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Werner Reichel (Ideologie: Fr, 12.05.2017, 19:03)
Zeitenwende auch beim ORF

Der Unterschied hätte nicht größer sein können. Auf den beeindruckenden Auftritt von Sebastian Kurz folgte das hysterische Gekläffe der überrumpelten und verunsicherten SPÖ. Allen voran der Pizzaflitzer, der in die Defensive getrieben worden ist nun fürchten muss, als erfolgloser Kurzzeitkanzler in die österreichische Geschichte einzugehen. Er verstieg sich sogar dazu, Sebastian Kurz zu warnen, seine  Familie nicht in die politische Auseinandersetzung hineinzuziehen. Dabei hatte Kurz die dümmlich-provokanten Aussagen von Kern jr. nicht einmal ignoriert. Dass Kern auch noch der ÖVP drohte, sollte sie nicht nach seiner Fahrdienstleiterpfeife tanzen, ihr „für sehr lange Zeit“ die Zusammenarbeit zu verweigern, hatte etwas beinahe Rührendes. Als Politiker sollte er wissen, wenn man verloren hat.

Was Kern so angestrengt und so gerne erreichen würde, scheint für  Kurz eine Selbstverständlichkeit zu sein: Authentizität und Glaubwürdigkeit. Bei seinem heutigen Auftritt hatte man den Eindruck – auch wenn er falsch sein möge-, er meint was er sagt und  was er sagt, hat Hand und Fuß.

Das ist insofern bemerkenswert, weil es mittlerweile bei den Bürgern gut geübte Praxis ist, die Aussagen der Politiker in Echtzeit auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und die  versteckten Botschaften, Strategien und wahren Absichten herauszufiltern..  Ausgestattet mit dieser Fähigkeit konnten die Österreicher den geschickten Worthülsen-Joungleur schnell entzaubern, auch wenn er vom ORF und vielen anderen Mainstreammedien propagandistisch unterstützt worden ist. Das schlägt sich auch in den Umfragen nieder. Kurz liegt derzeit bei 35%, Kern bei 21.

Doch nicht nur die alte Polit-Garde steht vor der Ablöse, auch die alten Medien und die alte linke Journalistentruppe, die nicht mehr in der Lage ist, die Lage richtig einzuschätzen. Zu lange haben die Journalisten des ORF und viele andere Medien mit dieser Politikerklasse gemeinsame Sache gemacht. Ihr Schicksal ist miteinander verknüpft. Sie waren ein wichtiger Teil des Systems, haben die Bürger dorthin gelenkt, wo sie die  Sozialisten in allen Parteien  haben wollten. Jetzt sind die Dienstleistungen der linken Meinungsjournalisten und Welterklärer kaum noch gefragt. Da hilft es auch nicht, wenn sie, so wie Armin Wolf versuchen, sich mit schlechten und immer schrilleren Witzen bei ihrer schrumpfenden Zielgruppe anzubiedern. Der Durchschnittsbürger hat mittlerweile mehr Ahnung von politischen Vorgängen und Zusammenhängen, als der gemeine, linke Old-School-Redakteur. Das Zirkuszelt leert sich, weil das Publikum die alten Zaubertricks der linken Medienclowns und Politiker  längst durchschaut hat.

Das konnte man im ORF nach der Kurz-Rede deutlich erkennen: Ratlosigkeit, aufsteigende Angst und Verunsicherung. Die Profiteure des alten Systems erkennen, dass das System in sich zusammenfällt und sie davon ganz direkt betroffen sind. Eines ist fix:  Nach den nächsten Wahlen wird auch der ORF ein völlig anderer sein.  Dabei ist es völlig egal, ob im Herbst 2017 oder 2018 gewählt wird. Der Wechsel kommt. Die verzweifelten Versuche des Christian Kern das Unvermeidliche hinauszuzögern und das auch noch damit zu begründen, es sei im Interesse des Landes, sind einfach nur peinlich.  Rien ne va plus.

Die Ära  der großen Koalition, des Proporzes, der altlinken Parteien und damit auch des linken Staatsfunkes neigt sich ihrem Ende zu. Es liegt nun an der SPÖ und am ORF, wie sie damit umgehen, wie sie ihren Abgang gestalten. Nach Idi-Amin-Vergleichen, geschmacklosen Django-Witzen, verlogenen Reformpartnerschaftsangeboten und  anderen Peinlichkeiten steht zu befürchten, dass er unschön und schmutzig wird.

Mi, 17.05.2017, 12:20 | SimpliFan

Von außen sieht niemand die Zuschauermenge im Zirkuszelt. Der Betreiber berichtet stolz über die Höhe der Eintrittsgelder. Er will die Menge nicht beglücken, allein Geld und Macht sind ihm wichtig.
Mo, 15.05.2017, 15:57 | jetzt schon mit Blick zurück

Chapeau! Wie hier W. Reichel d. Lage des ORF u.die d.Nation im Mai 2017 mit Essenz beschreibt ist dies in ca.20 Jahren eine hervorragend Quelle für zeithistorische Dissertationen zu dieser Zeitenwende
So, 14.05.2017, 15:06 | Super Male Vitality

Kurz ist ein Manchurian-Kandidat ! Wer ihn wählt, wählt SPÖVP. Nur mit einer starken Freiheitlichen Partei ist die Causa Prima dieses Landes - die mohammedanische Massenzuwanderung - bewältigbar !
So, 14.05.2017, 16:23 | Freier Mensch

Perfekt analysiert ,danke !! Kurz ist ein ICHler mit rotgrünschwarzen NEOS-Tendenzen .Es wird sich zeigen,ob das europaweite Projekt "Parteienauflösung" in AUT weitergeht !? Um sicher zu sein - BLAU !
So, 14.05.2017, 19:40 | Friedrich G

Sehr richtig! Bei der letzten Wahl war es das Team Stronach, jetzt pushen Teile des Establishments Kurz, um die FPÖ klein zu halten.Und selbst wenn alles nur Zufall ist, einzig die FPÖ kann Ö. retten!
So, 14.05.2017, 22:34 | megawatch

Egal was, sicher ist, dass Österreich vor einem Strache gerettet werden muss.
Mo, 15.05.2017, 05:03 | Nietzsche

Ja eh, megawatch, und jetzt Tabletterl nehmen und ab ins Gitterbett.
Sa, 13.05.2017, 11:46 | Nietzsche

Ihr Wort in Gottes Ohr, Herr Reichel.
Sa, 13.05.2017, 11:28 | Nostradamus

Freut Euch nicht zu früh, Leute! H.C. Strache versaut sich gerade durch agressives Kurz-Bashing die einzig sinnvolle Koalition mit ÖVP. Am Ende lachen vielleicht RotGrünPink über so viel Dummheit.
Sa, 13.05.2017, 09:48 | Die neue Rechte

Es wird Zeit für eine neue Bewegung! Verbreitet es, es ist eure letzte Chance!
dieneuerechte.blogspot.co.at
Sa, 13.05.2017, 05:12 | Freier Mensch

Sehr guter Artikel !! Man riecht auch in ihm förmlich die Freude über den Aufbruch ,heraus aus der modernden Proporzzeit, und hoffentlich gaaanz weg von irren,grünen Wahnvorstellungen u. Menschenhatz.
Sa, 13.05.2017, 01:08 | Michael

ORF muss sich umgewöhnen. Tarek Leitner jammert minutenlang am Rundem Tisch, warum VP Klubobmann Amon nicht antanzt. Es gibt wichtigeres als im OLYMP der Medien aufzutauchen. Am Rücktrittstag...!
Fr, 12.05.2017, 23:19 | Kurt B.

Einfach nur DANKE für diese grandiose Analyse der Lage. Und Danke für den "Pizzaflitzer":-) ich hab Tränen gelacht!
Sa, 13.05.2017, 15:22 | Ingrid B.

"Pizzaflitzer" ist wirklich gut, könnte so ricchtig hängenbleiben.
Fr, 12.05.2017, 23:07 | Karli Kraus

Haben sie im TV das Gesicht von Herrn Häupl gesehen ? Das nonverbale Verhalten spricht Bände: Häupl hat resigniert.
Fr, 12.05.2017, 23:22 | Kurt B.

Die SPÖ ist am Ende. Abzulesen an Häubl seine Augen.. Physiognomie lügt nicht.
Sa, 13.05.2017, 01:53 | TiNTiFAX

Was ihr da schon wieder alles reininterpretiert :-) Ich glaube der Häupl war einfach nur besoffen ...
Fr, 12.05.2017, 23:00 | Tom Jericho

Ich habe beschlossen, den ORF nur noch LÖSF zu nennen: Linkes Österreichisches Sudel-Fernsehen. Paßt besser.
Fr, 12.05.2017, 22:05 | Wolfgang Kropf

Super Kommentar!!!
Herrn Kern steht ein Karrieresprung bevor:
Güterzugschaffner....Gratulation
Fr, 12.05.2017, 20:32 | Marko Ramius

"Das Zirkuszelt leert sich, weil das Publikum die alten Zaubertricks der linken Medienclowns und Politiker längst durchschaut hat."
VOLLTREFFER!
Fr, 12.05.2017, 20:10 | Logguru

Vielleicht kann Kern bei seinem Abgang auch gleich den in die Hofburg hineingeschummelten Van der Bellen mitnehmen.
Sa, 13.05.2017, 15:25 | Ingrid B.

Das ist ein guter Vorschlag. Der amtierende BP ginge gar nicht ab, weil der Ex hat ja schon das Wort an sich gerissen - Frage ist, kann der amtierende nicht mehr???
Sa, 13.05.2017, 15:33 | Der Ex redet und keiner hört hin ....

@Ingrid B.: Falls der amtierende nicht kann - an seiner Lunge kann es nicht liegen, die ist ja "herrlich", wie wir alle erfahren durften. Woran liegt es dann? Oder kann er doch und will nicht?
Fr, 12.05.2017, 19:24 | Darth Maul

S. G. Hr Reichel , wie immer, treffende Analyse! Und hoffentlich bewahrheiten sich Ihre Worte - das die Linke auf dem Müllhaufen der Geschichte landet - wo sie hingehört!!
Fr, 12.05.2017, 19:22 | Titus Petronius

In einem Interview zu Trumps Wahlkampf und seinem Programm meinte Kurz "Sie wissen ja eh, wie das so mit Wahlversprechen ist. Nach der Wahl sieht alles anders aus".
Fr, 12.05.2017, 19:21 | wolfgang

Hoffentlich nimmt die ÖVP den ÖBBler ernst und macht sehr lange keine Koalition mehr mit der SPÖ! Bures hatte damals recht: Kern ist kein Politiker sondern Manager!
Fr, 12.05.2017, 19:42 | Gerald

Selbst Manager ist er nur ein schlechter. Denn bei der ÖBB hat sich der Zuschussbedarf schneller erhöht als der ausgewiesene Gewinn. "Sanieren" auf sozialistische Art quasi.
Sa, 13.05.2017, 06:57 | doc.west

..manager, dessen einzige "leistung" darin bestand, die öbb-schulden von 18 auf 24 milliarden hinaufgeschraubt zu haben. das hätte jeder von uns nicht schlechter machen können. bin ich jetzt manager?
Sa, 13.05.2017, 10:00 | wolfgang

Das Wort (schlechter) Manager ging sich aufgrund der Zeichenbegrenzung nicht aus! ;-))



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