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Werner Reichel (Ideologie: Di, 08.08.2017, 20:59)
Das siamesische Zwillingspaar SPÖ und ORF

SPÖ und ORF verbindet weit mehr als nur die gemeinsamen gesellschaftspolitischen und monetären Ziele. Die beiden anachronistischen Institutionen sind vielmehr eine Schicksals- und Zweckgemeinschaft. Das Glück des einen ist das Wohlergehen des anderen. Steckt der ORF in der Krise, schadet das der SPÖ. Und umgekehrt.

Das zeigt sich unter anderem daran, dass beide die selben Fans haben bzw. die selbe Kernzielgruppe ansprechen: Pensionisten. Ohne die Alten, die aus Tradition und Gewohnheit SPÖ wählen oder FS2 schauen, könnten beide den Laden dichtmachen. Dass immer weniger Junge SPÖ wählen, liegt auch daran, dass sie der ORF mit seiner linken Propaganda nicht mehr erreicht, weil sie kaum noch fernsehen und wenn, dann lieber Pro7 oder andere Privatsender. Auch das ist eine Gemeinsamkeit:  ORF und SPÖ tun sich mit den neuen Medien gleichermaßen schwer. Christian Kerns Social Media-Inszenierungen sind ungefähr so innovativ und trendy wie die Barbara-Karlich-Show.

Seit Kern die SPÖ übernommen hat, dilettieren dort ewig gestrige Kommunisten Hand in Hand mit bestenfalls halbgebildeten Marketingmenschen. Der Output dieses seltsamen Gespannes ist unterirdisch: Kern als Slim Fit-Model, als Pizzabote, als Frank Underwood, als Polit-Entertainer für Arme, als peinlicher Sprücheklopfer ("Vollholler"), Wahlkampfslogans, die wie eine gefährliche Drohung klingen, ein „gute Laune-Programm“, das vor allem Neid und Hass gegen jene schürt, die den österreichischen Laden noch irgendwie am Laufen halten etc.

Die SPÖ ist völlig ausgebrannt, hat politisch und intellektuell nichts mehr zu bieten und keine Antworten auf die drängenden Frage unsere Zeit. Gleiches gilt übrigens für die ORF-Programm/Formatentwickler, Drehbuchautoren und sonstige selbsternannte Kreativlinge. Man wärmt nur noch die ranzigen Ideen von vorvorgestern auf, mit denen die Sozialsten seit vielen Jahrzehnten immer wieder ganze Gesellschaften und Nationen gegen die Wand gefahren haben. Die Sozilalisten erinnern an eine Motte, die immer und immer wieder gegen den Lampenschirm kracht. 

Diese Plan- und Orientierungslosigkeit, deren Gründe unter anderem in den wachsenden Zukunfts- und Existenzängsten der roten Politiker und Apparatschicks wurzeln, weil sie ohne die Partei nichts sind, dieser Niveauverlust, diese Infantilisierung färben selbstredend auch auf den ORF ab. Denn ohne eine starke SPÖ hat auch der ORF, zumindest in seiner derzeitigen Form und Ausrichtung, keine Zukunft. Die Grünen und die kommunistische Pilz-Partie, die den Staatsfunk ebenfalls wie einen Bissen Brot brauchen, sind zum Leidwesen beider Seiten zu unbedeutend, um die Zukunft des Milliarden schweren Rotfunks garantieren zu können.

Und wer Angst hat, der macht bekanntlich Fehler. Sprich, nicht nur die Kern-SPÖ dilettiert sich in Richtung Wahldebakel, auch der ORF hat keine wirksamen Rezepte gegen seinen voranschreitenden Bedeutungsverlust. Ein aktuelles  Beispiel, das zwar unbedeutend, aber bezeichnend ist: das erste Sommergespräch. Eine ziemlich lahme Veranstaltung mit einem langweiligen Moderator. Doch Tarek Leitner oder irgendein „kreativer“ Redakteur hatte einen genialen Einfall, um die Sendung „spannender“ respektive „unterhaltsamer“ zu machen. Man spielte in die Sendung den Ausschnitt aus einem Tatort-Krimi und irgendeiner andern trögen heimischen TV-Produktion ein. Auf diese Einspieler muss der Gast dann reagieren, so das eigenartige Konzept. Das erste Opfer war Neos-Frontmann Matthias Strolz. Er musste sich einen Ausschnitt aus einem der unsäglichen Krassnitzer-Tatorte ansehen. Er  stammte aus einer Folge, in der linke Gewalt grob verharmlost und relativiert worden ist. Gezeigt wurde ein Mädel, im linken Sprech eine „Aktivistin“, die über die böse und kalte Leistungsgesellschaft jammert.

Ziel dieses Einspielers war es, den biederen Möchtegern-Liberalen Strolz als unmenschlichen Neoliberalen und kaltherzigen Kapitalisten zu enttarnen. Doch Strolz sonderte wie zu erwarten war nur seinen seltsam verschwurbelten und inhaltsarmen Polit-Esoterik-Seminar-Kauderwelsch ab. Ein Schuss ins Knie der gebührenfinanzierten Berufsmarxisten. Früher hatte sich der ORF wenigsten noch die Mühe gemacht, einen Praktikanten auf die Straße zu schicken, damit er so lange „einfache Österreicher“ mit seinem Mikro belästigt, bis man genau jene Meinungen im Kasten hatte, die der ORF für seine manipulativen Zwecke verwenden konnte. 

Mittlerweile macht man sich nicht einmal mehr diese Arbeit. Vermutlich, weil es bereits so schwierig und langwierig ist, drei bis vier linke Gutmenschen- Statements von nicht allzu peinlichen Passanten zu bekommen. Deshalb greift man gleich auf seine eigenen fiktionalen TV-Produktionen zurück, die sich bekanntermaßen vor allem durch ihre linken bis linksextremen Inhalte und ihre hausbackenen Botschaften auszeichnen.

Übrigens, es sind laut ORF-„Experten“ vor allem die dämlichen Rechtspopulisten und ihre Wähler, die sich ihre Vorurteile in medialen Echokammern bestätigen lassen und in einer Meinungsblase leben. Nur so eine Idee: Vielleicht sollten sich die ORF-Menschen doch wieder einmal auf die Straße wagen, also ihre platonische Höhle verlassen und sich dem grellen Licht der Realität auszusetzen. 

Do, 10.08.2017, 21:29 | elokrat

Vielen Dank, ihre Beiträge sind erste Klasse!!!
Do, 10.08.2017, 07:03 | Günter Thonhauser

Top Artikel bzw. Analyse! Dem ist nichts mehr hinzuzufügen, außer dass der ORF eine Sekte sein muss - weil ansonsten versteht man das Ganze nicht...
Mi, 09.08.2017, 12:47 | waldgänger

Glänzende Analyse! D. Rundfunkgebühren gehören abgeschafft! D. ORF-Mitarbeiter sollten als Betreuer f. ihre Goldstücke und Fachkräfte (pakist. Quantenphysiker, nigerianische Biologen) eingesetzt werde
Mi, 09.08.2017, 17:28 | fr

ORF-MitarbeiterInnen sollten für ihre schweren Vergehen lebenslang von der Gesellschaft ferngehalten werden. Der Schaden (Lügen,Vernaderung,..) ist irreparabel.Steinbrüche u.Sumpfgegenden bevorzugt !!
Mi, 09.08.2017, 10:53 | Marshmallow

Auch dieser Artikel ist ein Stück Analyse u.Zeitgeschichte. Dissertanten können damit in einigen Jahrzehnten auf die Stimmung 2017 zurückgreifen, wenn's dann um die Geschichte des ehemaligen ORF geht
Mi, 09.08.2017, 11:32 | Freier Mensch

Dissertanten brauchen nur auf 33-45 des vorigen Jh. zurückgreifen,da ist alles bestens beschrieben.Man braucht nur die Vorzeichen ändern :statt der Nationalen nur die Sozis nehmen,alles andere stimmt
Mi, 09.08.2017, 07:58 | Wyatt

Servus TV genügt! Allein beim "Wetter" über den PC, unabhängig von der Sendezeit geschaut, ist man nicht nur als Pensionist (wie ich und ORF-Verweigerer) bestens informiert.
Mi, 09.08.2017, 07:35 | SchauGenau

Vielen Dank, daß es immer noch Leute wie Herrn Reichel, AU usw. gibt, die sich das antun, die ORF-Polit-"Diskussionen" anzusehen und zu analysieren.

Das erspart unsereins Magengeschwüre!
Mi, 09.08.2017, 06:20 | servus

nach der Wahl sollen die Gebühren gesenkt und an Sendeformate mit Österreichbezug verteilt werden und zwar an ALLE Sender
Mi, 09.08.2017, 07:32 | boris golan

GEBÜHREN ABSCHAFFEN,NICHT SENKEN.
Mi, 09.08.2017, 04:43 | Freier Mensch

Herrlicher Beitrag,Herr Reichel.Danke.Man kommt immer mehr zur Ansicht,dass Sozialismus ein unheilbare Krankheit ist.Die ORF-Produktionen sind sowieso das Letzte,linksneuronale Furze eines Sterbenden.
Di, 08.08.2017, 23:31 | antony

Sehr guter Beitrag Herr Reichel; den Nagel genau auf den Kopf getroffen und mit einem Schlag ins Holz getrieben!
Di, 08.08.2017, 23:02 | boris golan

Ja die Realität,die hollt jeden ein,ABSOLUT JEDEN.
Schlimm ist,die Linken werden die seite wechseln.
Und die mehrheit fällt drauf ein,genau wie 1989.
Do, 10.08.2017, 23:40 | alice im wunderland

Das, sg, Herr Boris, bereitet jetzt aber wirklich Magenschmerzen.
Di, 08.08.2017, 22:24 | Pilz

Nichts niederträchtigeres und verachtenswerteres für mich wie diese politisch-linke Brut in all ihren Schattierungen inkl. dieses unerträglichen ORF.
Ps: Abermals großartiger Kommentar des W.R.
Di, 08.08.2017, 21:59 | WABU

Die nach den Wahlen neu bestellten Ärzte werden die siamesischen Zwillinge hoffentlich operativ trennen. Ansonsten super recherchiert Herr Reichel.
Mi, 09.08.2017, 07:35 | boris golan

Die OP wird nicht gelingen.Patient hängt schon
an Herz-Lungen maschinen.
Di, 08.08.2017, 21:48 | wienerhans

brilliant - aber sie werden es nicht tun ... "Vielleicht sollten sich die ORF-Menschen doch wieder einmal auf die Straße wagen"
Di, 08.08.2017, 21:52 | wienerhans

sie leben in ihrer geschützten späre, trauen sich manchmal sogar mit der "kurzen" aufzutreten, aber es ist der "guglhupf" - da kommt keiner raus !
Di, 08.08.2017, 21:29 | Josef Maierhofer

Ganz fern dem Staatsauftrag, den der ORF mit Parteiauftrag verwechselt, bin ich sehr dafür, diesen Medienbetrieb zu privatisieren wie etwa Servus TV und andere. Ideologie ist Idiotie.



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