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Kurt Ceipek (Formate: Mi, 17.01.2018, 18:44)
ORF-Verdacht gegen den nie verurteilten Toni Sailer

Von Zeit zu Zeit versucht sich Ö1 im Enthüllungsjournalismus. Für einen Sender, dessen Journalredaktionen sich üblicherweise weitgehend darauf beschränken, bürgerlichen Poltikern bei jeder Gelegenheit ans Bein zu pinkeln, Rot und Grün zu hofieren, um ihnen Wähler zuzutreiben, und Donald Trump als Vollidioten darzustellen, wird so ein künstlicher Enthüllungsjournalismusversuch leicht zum Bumerang, der den Sender dumm aussehen lässt.

Die ausführliche und sensationsheischende Spitzenmeldung im Morgenjournal ließ schlaftrunkene Zuschauer entweder wieder einschlafen und an einen schlechten Traum zu glauben, oder sich ungläubig die Augen reiben. Da enthüllte ein ORF-Redakteur namens Bernt Koschuh eine Geschichte aus dem Jahr 1974 – also vor 44 Jahren –, in der das größte Ski-Idol aller Zeiten damals im polnischen Skiort Zakopane versucht habe, eine 28-jährige Polin zu vergewaltigen. 

Älteren Semestern mit ausgeprägtem Langzeitgedächtnis dämmerte auch im Halbschlaf, diese Geschichte vielleicht schon einmal gehört zu haben. Sie war damals in Medien aufgetaucht, aber bald wieder verschwunden. Die betroffene Polin – Zeugen zufolge eine Prostituierte, die mittlerweile ebenso wie der Skistar nicht mehr am Leben ist, – hatte damals auf eine Anzeige wegen Körperverletzung verzichtet. Ohne Anklage kein Prozess, kein Schuldspruch, ohne Gerichtsverhandlung aber auch kein Freispruch.

Was enthüllte der ORF nun an Sensationellem? Es sei jetzt nach knapp viereinhalb Jahrzehnten ein Justizakt aufgetaucht, aus dem sich entnehmen lässt, dass das Außenministerium (unter dem damaligen Bundesminister Rudolf Kirchschläger) in Polen für Toni Sailer – er war zu dieser Zeit Direktor des Österreichischen Skiverbandes – interveniert habe. Mitarbeiter der Österreichischen Botschaft in Polen hätten nicht nur bei der Staatsanwaltschaft, sondern auch politisch für Sailer interveniert. Überdies sei eine Kaution für den Ski-Helden in Höhe von umgerechnet 7.267 Euro und 28 Cent hinterlegt worden.

So weit so harmlos.

Und wo wird seitens des ORF der Skandal gewittert? Dass sich eine österreichische Botschaft im Ausland für einen ihrer Staatsbürger einsetzt, egal ob es sich um einen Prominenten oder einen sogenannten Normalbürger handelt, ist wohl selbstverständlich. Selbst für Rauschgift-Dealer, die im Ausland unter Verdacht geraten, setzen sich Österreichs Botschaftsmitarbeiter energisch ein. Dass man sich für einen Staatshelden, wie Toni Sailer es damals zweifellos noch immer war, besonders ins Zeug legt, hätte vermutlich jeder Österreicher erwartet. Es wäre ein echter Skandal gewesen, hier irgend etwas unversucht zu lassen.

Doch der ORF macht das Engagement der Botschaft und der Poltiker (auch Bruno Kreisky soll interveniert haben) fast 45 Jahre später zum Skandal. Eine seltsame Sicht der Dinge.

Zugleich wird der noch nach Jahrzehnten als besonders untadelig verehrte Sailer angepatzt. Es stimme „nicht ganz“, dass Toni Sailer damals rehabilitiert und freigesprochen worden sei, ätzte die Morgenjournal-Moderatorin. Im Mittagsjournal wurde ausführlich ein Sport-Historiker zu dem Fall interviewt, der trocken festhielt, es gebe keine klaren Fakten zu dem Fall. Aber in der ZiB um 13:00 titelte der ORF: „Vergewaltigungsverdacht gegen Toni Sailer“,

Immer wieder bohrte ORF-Enthüllungskünstler Bernt Koschuh auf der Tatsache herum, dass Sailer nicht freigesprochen worden sei. Ein Freispruch wäre allerdings gar nicht möglich gewesen, weil Sailer gar nicht angeklagt worden war. Es hatte sich bei der Affäre offenbar um eine sogenannte „b’soffene G’schicht“ gehandelt, bei der die Polin die Gunst der Stunde der Begegnung mit dem wohlhabenden einstigen Weltstar nützen und einiges an Geld lukrieren wollte, verrieten zwei noch lebende Zeugen, jugoslawische Mitarbeiter einer Skischuhfirma, die Sailer bescheinigten, unschuldig gewesen zu sein.

Bleibt die Frage, wer diesen Akt nach 44 Jahren ausgegraben, ihn an Medien weitergereicht hat und mit welchem Ziel, denn zufällig passiert so etwas üblicherweise nicht. Wollte der ORF sich damit wichtig machen und international berühmt werden? Oder geht es darum, die „MeToo-Debatte“ am Köcheln zu halten. Auch eine Menge anderer Motive, die der Autor dieses Textes nicht durchschaut, könnte es geben. Das klingt alles undurchsichtig und verdächtig. Aber auch für den ORF gilt die Unschuldsvermutung.

Sa, 20.01.2018, 23:20 | Schulgarten1

Zweck: #Metoo forcieren. So lautete der Tagesbefehl von Onkel Soros. Befehl ausgeführt. Widerlich
Fr, 19.01.2018, 10:49 | Gaius Pompeius Crassus

Herr Koschuh hat den Robert-Hochner-Preis und den Concordia-Preis für Menschenrechte gewonnen. Was mehr muss man über ihn wissen...?
Fr, 19.01.2018, 11:32 | Medienheini

Preise für Journalisten und Schriftsteller sind wie Hämorrhoiden. Letztlich bekommt jeder Ar... welche.
Do, 18.01.2018, 23:14 | Ingrid B.

Offenbar hat wieder so ein Aufdeckerjournalist kein Ahnung, wie es damals in den stblokstaaten zugegangen ist. Protituierte wurden oft politsch missbraucht um zu erpressen, lernen sie Geschichte Herr
Fr, 19.01.2018, 09:15 | Lügen-Hasser

Das klingt alles vie eher nach einer Falle für Sailer als für eine Vergewaltigung. Da gibt es keinen einzigen konkreten Beweis, nur viele „es könnte so oder so gewesen sein“.
Do, 18.01.2018, 23:11 | Ingrid B.

Aufdeckerjournalismus neuester Art: in Archiven wühlen, um anzupatzen. So auch Ö1, Standard und Neos gemeinsam mit einem Fernsehbeitrag mit Strache vom September zu Bosnien. Tagesaktuell!!
Do, 18.01.2018, 17:54 | carlos

wenn toni sailer mit einer möglichen vergewaltigung durchkommt, dann kommt pilz auf jeden fall durch mit etwas grapschen. und wenn pilz freigesprochen wird, ist er sauberer als toni sailer
Do, 18.01.2018, 20:20 | Wortklauber

Vergewaltigt? Es hat sich doch offenbar um eine Prostituierte gehandelt. Und es hat von ihr keine Anzeige gegeben. Und das war vor 44 Jahren. Tolle Enthüllung. Rosarote Sudeljournalisten, sonst nix!
Do, 18.01.2018, 16:44 | Kater Karlo

So ein Zufall aber auch, dass das ausgerechnet in der Woche mit dem Hahnenkammrennen erschienen ist. Das war sicher keine Absicht, odr?
Do, 18.01.2018, 14:29 | István Pannon

Ausgegangen ist die "seltsame Verdichtung" vom "Schandart":

derstandard.at/2000072405087/Die-Siebziger-als-Naehrboden-fuer-Missbrauch
Do, 18.01.2018, 13:15 | Gluthammer

Der ORF ist jetzt endgültig im übelsten Boulevard gelandet. Dafür Gebühren zu kassieren ist wirklich eine Frechheit und Unverschämtheit.
Do, 18.01.2018, 14:18 | Freier Mensch

Es wird immer krimineller.Das grenzt alles bereits an Rufschädigung,Rufmord,versuchte Existenzvernichtung. Die schei§§en sich nix um "de mortuis nil nisi bene" .Das sind gaaaanz gefährliche Leute!!!!!
Do, 18.01.2018, 12:37 | Zu kritisieren, dass es keinen Freispruch für Sailer gab

ist schon wirklich abstrus, wenn es doch gar keinen Prozess gegeben hat. Ohne Prozess kein Freispruch. Ist das zu kompliziert für ORF- und Standard-Enthüller?
Do, 18.01.2018, 12:32 | golan boris

Ist nicht lange,da wurde angebliche sexuelle missbrauch
durch einen Kath.Priester in Australien die vor cca.50
Jahren stattgefunden haben soll ausgegraben.Hurenmedien eben.
Do, 18.01.2018, 12:31 | Querkopf

Merken die im ORF überhaupt nicht mehr, wie lächerlich sie sich mit solchen substanfreien Geschichten machen? Das ist ja wirklich nur noch peinlich.
Do, 18.01.2018, 12:34 | Professor Fake

Den Pulitzerpreis wird der ORF-Mann Koschuh für diese „Enthüllung“ vermutlich nicht bekommen. Aber vielleicht könnte man einen Armin-Wolf-Journalistenpreis oder Christian-Kern-Preis in die Welt setzen
Do, 18.01.2018, 10:31 | Han Solo

Da wird man seinen Würgereflex nicht mehr los bei so einer Geschichte.
Das ist allerunterster Bullshit-Journalismus.
Do, 18.01.2018, 10:23 | Die Feminazis des Rotfunks testen aus ...

... wie weit sie mit ihren #Fakenews gehen können!
Wäre Toni ein “Schutzsuchender“ würde der Rotfunk über eine tatsächliche Gruppenvergewaltigung nie berichten!
Mi, 17.01.2018, 23:15 | Konterer

Ich kann mir gut vorstellen, dass der ORF versuchen wird, die Angelegenheit vor 44 Jahren der neuen Regierung Kurz-Strache in die Schuhe zu schieben.
Mi, 17.01.2018, 22:26 | Freier Mensch

Somit ist der ORF samt Mitarbeitern eine Dreckschleudermaschine der Sonderklasse.Nicht,aber auch wirklich NICHTS rechtfertigt eine Zwangsgebühr.Das ist ausgemachter Betrug u.somit höchst kriminell !!!
Mi, 17.01.2018, 21:41 | Pilz

diese miesen institutionen und widerlichen figuren sind der moderne lynchmob unserer zeit- und interessanterweise findet man sie so auffällig oft in diesem perfiden linken gutmensch-spektrum.
Mi, 17.01.2018, 21:35 | Sagdiewahrheit

Es ist einfach widerlich soneine Story jetzt hochzukochen. Und im Übrigen, sorry, aber eine Prostituierte vergewaltigen, einfach lachhaft, das jemanden vorzuwerfen!
Mi, 17.01.2018, 21:21 | sokrates9

Sind das die Zukunftsthemen des ORF?? Sauerei solche Anpinkelstorys wo sich die Betroffenen nicht mehr wehren können! Das ist tiefstes Niveau Marke Silberstein!
Do, 18.01.2018, 17:13 | doc.west

werter sokrates! sie haben etwas vergessen - marke silberstein= marke spö. tiefstes niveau.
Mi, 17.01.2018, 20:40 | Christian Stark

Natürlich wird damals die Politik intensiv interveniert haben. Es war ja Kalter Krieg und bei Bedarf hätten die Polen auch einen unschuldigen an den Pranger gestellt. Unnötiger Unsinn-Sender ORF.
Mi, 17.01.2018, 20:29 | otti

DANKE WIEDER EINMAL KURT CEIPEK
Mi, 17.01.2018, 20:26 | otti

Es ist ja wirklich NICHTS zu dumm und zu uanappetitlich, als daß es dieser UNSELIGE orf doch noch aufgreift.
Themenwechsel: über Inflation heute Abend rnd. 5 Minuten berichtet,
über Kurz/Berlin 2 Minu
Mi, 17.01.2018, 21:04 | Hans Mooser

In der ZDF-Nachrichtensendung um 19 Uhr war der Kurz-Beitrag, der war länger als der in der ZiB und ganz neutral ohne Gehässigkeiten.
Mi, 17.01.2018, 20:23 | bayer-bauer

Der ORF verkommt immer mehr zum journalistischen Boulevard der letzten Kategorie. Es ist zum genieren.
Mi, 17.01.2018, 20:01 | Rudolf Willner

Eine unglaubliche,schäbige,journalistische Sauerei...
Mi, 17.01.2018, 19:54 | Über den roten Johann Maiz, ...

.... den jahrelangen Informanten an den CSSR-Geheimdienst (alais Helmut Zilk) gäbe es wohl auch ausreichendes Aktenmaterial für solche "Enthüllungsberichte"!
Mi, 17.01.2018, 20:05 | mayerhansi

Weiterer Alias-Name: Holec
Mi, 17.01.2018, 20:57 | golan boris

Alle Kommunisten gehören ins...........
nun ja,Ihr wisst schon wohin....
Mi, 17.01.2018, 19:18 | Quasimodo

Irgend etwas kann an den Vorwürfen gegen Sailer schon dran gewesen sein. Aber das nach 44 Jahren aufzudecken ist ein wenig unmotiviert.
Mi, 17.01.2018, 19:19 | Anastasius Grün

Wahrscheinlich ist, dass eine zwielichtige polnische Dame den berühmten Sailer abzocken wollte und sich dazu an ihn herangemacht hat. Wahrscheinlich ist es ihr auch gelungen.



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