ORF-Watch.at Die unabhängige Kontrolle des Gebührenmonopols


Kurt Ceipek (Öffentlich-rechtlich: Mo, 19.02.2018, 20:00)
Kostenlose Buch-Werbung mit unschätzbarem Wert

Wenn man als österreichischer Buchautor nach Fertigstellung und Präsentation seines Werkes im Fernsehen kurz erwähnt wird – vielleicht sogar mit Einblendung des Buch-Covers –, dann ist das eine unbezahlbare Werbung. Wenn hingegen ein ORF-Mitarbeiter irgendein ein Buch macht, dann wird unter ORF-Freunden geklotzt und nicht gekleckert. Wenn der Autor eines solchen Buches noch dazu der umstrittene Moderator und Ex-Kanzler-Kern-Freund Tarek Leitner ist, dann kann man schon den größten Teil einer einstündigen Sendung mit massiver Buchwerbung berieselt werden.

Genau das war in der jüngsten Ausgabe Stöckl-Sendung der Fall, wo Leitner sein jüngstes Werk mit dem nicht gerade mitreißenden Titel „Hilde & Gretl“ werbewirksam in einer Sendung mit mehr als einer Viertelmillion Zuschauer präsentieren durfte. Nicht ein paar Sekunden oder wenige Minuten lang, sondern eine gefühlte Ewigkeit lang.

Viele ORF-Kunden waren über diese Bevorzugung eines gut dotierten ORF-Mitarbeiters erstaunt oder empört. Ein ORF-Watch-Leser war dermaßen entrüstet, dass er seinem Ärger in einem Brief an den ORF Luft machte und diesen Brief auch führenden Medienpolitikern und Medien zukommen ließ.

Auszüge aus dem Brief im O-Ton: „Offensichtlich haben die beiden ORF-Mitarbeiter Stöckl und Leitner den öffentlich-rechtlichen Kernauftrag ihres Arbeitgebers so verstanden, dass die eine dem anderen vom Gebührenzahler finanzierte Fernsehzeit zur Verfügung stellt, sodass dieser durch diese PR sein Einkommen durch zusätzliche Verkäufe seines Buches steigern kann“, grollte der Brief-Schreiber und meinte weiter: „Schön, wenn man in der hauseigenen Redaktion eine Kollegin hat, die einem für die Promotion seines kommerziellen Privatprojekts Mittel und Möglichkeiten zur Verfügung stellt, für die ORF-fremde Autoren Kosten in Form von PR- und Werbemaßnahmen aufwenden müssten.“ Finanziert werde diese Buchwerbung mit den GIS-Gebühren.

Der kritische ORF-Zwangsgebührenzahler weiter: „Da ich nun keine Lust habe, kommerzielle Privatprojekte von ORF-Mitarbeitern mit dem von mir erarbeiteten Geld zu finanzieren, habe ich mir überlegt, wie ich mich dieser Verpflichtung entziehen könnte. Da bietet mir das Rundfunkgebührengesetz die Möglicheit, mich abzumelden." 

Bei einer Abmeldung von der GIS seien folgende Konsequenzen zu erwarten: Das Verbot des Empfangs von jeglichen Fernsehprogrammen. Bei Verstoß müsse mit Strafe gerechnet werden.

„Die GIS GmbH, eine Tochterfirma von Herrn Leitners Arbeitgeber ORF, wird Kontrollbesucher zu mir nach Hause schicken, um zu kontrollieren, ob ich auch ja meinem totalen Fernsehverbot nachkomme.“ Die GIS-Abmeldung sei aber die einzige Möglichkeit, sich der Mitfinanzierung der Werbung für Herrn Leitners Buch zu entziehen. Die daraus resultierenden Strafdrohung „erinnert nicht ans Mittelalter, sondern an noch dunklere Zeiten. Das Grundrecht auf freien Medienkonsum ist im Österreich des Jahres 2018 tatsächlich an die Bedingung geknüpft, Herrn Leitners Buchbewerbung mitzufinanzieren“, wetterte der Briefautor und ersuchte um Stellungnahme des ORF. Eine Antwort steht  aus. Man darf aber erfahrungsgemäß davon ausgehen, dass die Antwort ein nichtssagender geschraubt formulierter Schimmelbrief sein wird.

Den Autor dieses Beitrages würde in diesem Zusammenhang interessieren, ob ein Buch mit dem Titel „Hilde und Gretl“ von einem weniger bekannten Autor auch nur mit einer Silbe in irgend einer ORF-Sendung oder einem sonstigen ORF-Medium erwähnt worden wäre.

Der Link zur Buchwerbesendung für Tarek Leitner:

http://tvthek.orf.at/profile/STOeCKL/5459541

Di, 20.02.2018, 13:42 | franz77

Es sollen schon 13 Exemplare verkauft sein sollen. No. 14 überlegt es sich noch.
Di, 20.02.2018, 12:51 | astuga

Wie passend - Wikipedia: Leitner ist Lehrbeauftragter (...) im Studiengang „Journalismus und Public Relations“. ^^
Di, 20.02.2018, 10:57 | henryk

Da Herr Leitner ein mäßig talentierter Journalist ist kann ich mir nicht vorstellen dass dieses Buch trotz massiver ORF-Schleichwerbung ein Verkaufsschlager wird.
Di, 20.02.2018, 12:40 | golan boris

Hr.Tarek,ein antitalent mehr nicht,seine Bücher werden
seine freunde lesen,Kern und die gesamte Linke partie.
Di, 20.02.2018, 09:21 | Florian

Ich schließe mich dem Briefschreiber vollinhaltlich an und unterstreiche seine Worte dreifach mit dicken, blinkenden Balken.
Di, 20.02.2018, 08:51 | kamamur

Wenn es die F mit ihren Anwälten nicht stört so hat sich das gemeine Fußvolk zu fügen. Strache vertreibt leider mit seiner eigenwilligen Politik die treuesten Wähler.
Di, 20.02.2018, 08:35 | 1956

FREIHEIT ist der Titel der neuen Regierungspartei. Wenn sie uns nicht befreit von GIS, Kammer- und anderen schlimmen Zwängen unserer Gesinnungsdiktatur, dann habe ich keine Hoffnung mehr für d Zukunft
Di, 20.02.2018, 08:43 | Freidenker:

Sie haben uns eh vom Rauchverbot befreit und das wars scheinbar auch schon.
Di, 20.02.2018, 08:25 | Ostwind

Werde dem ORF ein Rechnung schicken!
Die GIS gehört ersatzlos gestrichen!!! ORF kann sich mit seiner Kompetenz selbst versorgen.....
Di, 20.02.2018, 07:10 | SchauGenau

Passt gut zum Inzuchtjournalismus, wo sich ORFler ständig gegenseitig interwieven, und devotest für die lichtvollen Ergüsse bedanken.
Di, 20.02.2018, 06:15 | Marx verdammte den Kapitalismus und ...

... schmarotzte bei den Kapitalisten.
Do, 22.02.2018, 02:08 | Boudica

War halt auch a faule Sau und der Papa wollt's ihm nicht richten.
Di, 20.02.2018, 01:00 | Das, was der umstrittene (!!) Linxlinke Sender da aufführt . . .

. . . nennt man sowas nicht unter Fachleuten "Veruntreuung"? Die nehmen einfach die zwangsweise eingehobenen Gebühren und machen damit (siehe oben) buchstäblich was sie wollen !
Ich will das nicht !!!
Di, 20.02.2018, 05:58 | Freier Mensch

Ich finde auch,es ist schon längst ein Fall f.d.Staatsanwaltschaft.Parteienwerbung,Produktwerbung f.eigene Angestellte,Verbreitung von polit.Lügen,persönl.Hetzattacken:alles Dinge,die ungesetzl.sind !
Mo, 19.02.2018, 21:31 | P.

Ergänzung: dasselbe Buch hat T Leitner unlängst bei Willkommen Österreich ziemlich ausfúhrlich vorstellen kónnen.
Bus jetzt 2 Sendungen..aller guten Dinge sind..
Di, 20.02.2018, 12:55 | astuga

Ähnliches gab es auch immer bei Radio fm4, wo Mitarbeiter gegenseitig ihre Musikprojekte gepusht haben. Scheinbar haben sie selbst nicht an die Qualität geglaubt.
Mo, 19.02.2018, 20:40 | Freier Mensch

Es wäre juristisch zu prüfen,ob dies ein weiterer Verstoß geg.die definierten Aufgaben des Staatssenders ist.Wenn ja,dann kann man d.ORF als kriminell bezeichnen,was seine "Günstlinge" anbetrifft auch
Mo, 19.02.2018, 20:55 | Freier Mensch

Es wäre auch an der Zeit,diesen sich schamlos bereichernden amoralischen Kreaturen mit der nötigen Schärfe zu begegnen.Keine polit.Korrektheit mehr,keine euphemist.Sprachübungen,kein Pardon für diese!
Mo, 19.02.2018, 20:30 | Nimbsch v. Strehlenau

Das ist eindeutig ein Vorteil aus dem Dienstverhältnis
Und somit Lohnsteuerpflichtig . Gilt auch für Zeitungs-
schreiber. Wie für Firmenparkplätze bei Parkraumbe-
wirtschaftung. Was sagt die Finanz
Mo, 19.02.2018, 20:37 | golan boris

Was sagt die Finanz?? Bei Rotgrüne Propaganda genau
NIX.A bissel Kriminell darf man ja sein,Hofburg Grüne schläft,also alles palleti.
Mo, 19.02.2018, 20:23 | Kurt B.

Beim umstrittenen Linksaußensender ORF herrscht offenbar Narrenfreiheit... Journalistische Grundlagen, ORF-Gesetz, alles egal!
Mo, 19.02.2018, 21:58 | Grantiger

Köstliche Formulierung "umstrittener Linksaussensender"!
Mo, 19.02.2018, 20:22 | Gluthammer

Wahrscheinlich wird der arme Tarek Leitner vom ORF so schlecht bezahlt, dass er ein bisserl Zusatzverdienst braucht, um über die Runden zu kommen.
Mo, 19.02.2018, 20:17 | Nativ

Stöckl ist Zulieferin mit ihrer Sendung über eine externe Produktionsfirma. Somit in einem Abhängigkeitsverhältnis zum ORF. Das wird eben ausgenützt.



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