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Andreas Unterberger (Ideologie: Do, 05.04.2018, 00:05)
Kritik: ZIB

Zwei Rücktritte von nicht unwichtigen Landespolitikern finden den Weg in die ZIB. Durchaus zu Recht. Nur würde man gerne den Unterschied Klavierspielen können, WIE der ORF einerseits über den Kärntner ÖVP-Rücktritt und andererseits über den Wiener SPÖ-Rücktritt berichtet. 

Beim Herrn Benger aus Kärnten wird behauptet, dass dadurch viele vor den Kopf gestoßen worden seien, sowie düster angedeutet, dass dahinter angeblich die ÖVP-Bundespartei stecke. Und natürlich hört man auch sofort die SPÖ-Reaktion.

Der Bericht über den Rücktritt der Frau Frauenberger aus Wien wird hingegen schon mit der Beschwichtigung eingeleitet, dass dieser "wenig überraschend" sei - so als ob der ORF schon x-Mal über eintsprechende Gerüchte berichtet hätte. Was er natürlich nicht hat.

Dann wird unkommentiert Frauenbergers alberne und wehleidige Begründung wiedergegeben, dass sie nur wegen "persönlicher Angriffe" zurückgetreten sei. Man erfährt aber nicht, wer so gemein - natürlich - zu einer Frau gewesen sein mag. Daher klingt diese Formulierung für nichtsahnende Zuschauer so, als ob die bösen blauen oder schwarzen Machos dahinterstecken würden. Dabei ist seit 70 Jahren in Wien noch nie ein SPÖ-Politiker wegen Angriffen der Opposition zurückgetreten. Herrscht doch in Wien die eisernste demokratische Diktatur, die ich kenne, wo nur die Stimmabgabe in der Wahlzelle alle paar Jahre etwas mit Demokratie zu tun hat.

Mit keiner Silbe wird zum Unterschied von Kärnten die Reaktion der anderen Parteien erwähnt. Und vor allem wird nicht erwähnt, dass ganz Wien überzeugt ist, dass Frauenberger deshalb zurückgetreten ist, weil der neue Wiener SPÖ-Obmann sie nicht mehr im (erst im Vorjahr übernommenen!) Amt haben will. Und weil in der Wiener SPÖ (zum Glück) der linke Flügel gegen den rechten unterlegen ist. Aber bevor die ZIB etwas über interne Konflikte in der SPÖ berichten würde, beginnt sich wohl die Erde in der anderen Richtung zu drehen. Oder sich doch als Scheibe zu entpuppen.

Der Zusammenhang des Frauenberger-Abschieds mit dem Ludwig-Antritt ist jedenfalls viel eindeutiger als der des Benger-Rücktritts mit einer Intervention der Bundes-ÖVP. Wobei sicher auch eine solche durchaus möglich gewesen ist. Aber über den einen Zusammenhang groß zu berichten und den anderen zu verschweigen, ist üble Manipulation.

Nach Ende der ZIB horcht man nochmals auf: Da wird doch tatsächlich ein Bericht über eine "demokratische Diktatur" für eine spätere Sendung angekündigt. Hut ab, sie sind also doch mutig und journalistisch, will man eingestehen - freilich nur solange, bis man entdeckt, dass nicht vom Wiener Rathaus, sondern von Ungarn die Rede ist. Und gegen Ungarn darf ja im ORF alles gesagt werden, gegen die SPÖ gar nichts.

Dabei würde Victor Orban jeden objektiven Vergleich mit der Wiener Partie in Sachen demokratischer Qualität voll gewinnen. Immerhin ist Orban schon einmal als Regierungschef abgewählt worden und wie selbstverständlich in die Opposition gewechselt. Immerhin ist die angebliche Unterdrückung der Medienfreiheit in Ungarn so groß, dass drei Tage vor den dortigen Wahlen eine bekannte Zeitung jetzt einen massiven Korruptionsvorwurf gegen Orban veröffentlicht. In Wien hingegen würde keine einzige Zeitung ihre Einnahmen aus den Bestechungsinseraten riskieren und drei Tage vor einer Wiener Wahl solche schweren Vorwürfe groß publizieren.

Fr, 06.04.2018, 13:54 | peter7

Sehr geehrter Herr Unterberger - Ihre Kommentare sind immer wieder lesenswert, nur es ändert sich nichts an der Berichterstattung in Österreich. ORF links, Printmedien durchwegs links, nur die Krone
Fr, 06.04.2018, 13:57 | peter7

versucht ab und zu alibihalber etwas im Sinne der Regierung rauszulassen. Ansonsten ein US Vasall - siehe Berichterstattung über Giftgeschichte und ein RU Basher. Wo liegt die Lösung??
Fr, 06.04.2018, 13:57 | peter7

versucht ab und zu alibihalber etwas im Sinne der Regierung rauszulassen. Ansonsten ein US Vasall - siehe Berichterstattung über Giftgeschichte und ein RU Basher. Wo liegt die Lösung??
Fr, 06.04.2018, 17:04 | golan boris

Werter peter7,vertrauen abzusprechen wäre mal der Anfang,ist ganz wichtig,die Polithuren kämpfen verbissen um Glaubwürdigkeit,warum wohl? Weil das vertrauen auch für die Polithuren von bedeutung ist.
Do, 05.04.2018, 11:57 | Nimbsch v. Strehlenau

Welche Meinung hat eigentlich der Herr Häupl zu dem
WIENER Rücktritt ? Traut sich der ORF nicht eine Frage an Roland zu stellen ? Wahrscheinlich hat er das richtige Liederbuch . Letztes Gefecht o. so
Do, 05.04.2018, 11:47 | Verantwortung für den Schaden?

Wann werden endlich Wehsely, Frauenberger, Bures etc. für ihr finanzielles Disaster zur Verantwortung gezogen? Das fragt keiner! Der dumme Bürger zahlt dafür, was in Wien an zig Mio verschleudert wird
Do, 05.04.2018, 09:15 | Karli Kraus

Und dass am selben Tag auch der langjährige Vbg. Landesrat Erich Schwärzler (nach 25 Jahren als LR) zurückgetreten ist, wird weder gemeldet noch kommentiert. Vbg. ist ja auch weit weg.
Do, 05.04.2018, 06:01 | fr

Wien abriegeln u.1 politischen Seuchenteppich legen!!Keiner kommt rein,aber keiner kommt auch raus!Diese Kloake ist unrettbar verloren.Seuchengefahr f.ganz Österreich virulent!Die Auslöser atmen noch.
Do, 05.04.2018, 00:42 | peter7

Zur Geschichte in Kärnten, da könnte man fast glauben, dass die Linken den Schwarzen ueberedet haben zu diesem Schritt, um dann vor der Salzburg Wahl zu sagen wie unverlässlich u. unwählbar die ÖVP is
Do, 05.04.2018, 00:36 | peter7

Richtig was Sie sagen Hr.Unterberger. nur wo ist die Loesung ?? Geht es so weiter könnten die Linken es schaffen die Blauen aus der Regierung zu schießen. Es MUSS sich was ändern.
Do, 05.04.2018, 10:07 | sokrates9

Wenn die Blauen zu blöd sind diese Hetze zu bemerken und Strache Wolf für einen Top - Mann hält, fliegen sie verdient raus!
Fr, 06.04.2018, 14:03 | peter7

Richtig sokrates9 - nur diese rein konserv. Regierung, endlich ohne Linke hat nur eine Chance - nützt sie diese nicht, haben wir die Roten ewig am Hals.Sie sind erst kurz im Amt - das lässt hoffen.



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