ORF-Watch.at Die unabhängige Kontrolle des Gebührenmonopols


Werner Reichel (Öffentlich-rechtlich: Sa, 09.06.2018, 10:48)
Die entlarvende Medienenquete

Die Regierung hat gerufen und alle sind angedackelt gekommen, zur großen, live im TV übertragenen Medienenquete. Alle, die sich etwas vom Staat und von der Politik erwarten, in der Regel ist das mehr Geld. Der ORF, die privaten Medien, die Filmwirtschaft, die Ausbildungsstätten, etc.

Also saßen in den verschiedenen Panels dieser gut inszenierten Show die üblichen Verdächtigen und gaben das Übliche und Erwartbare von sich. Der Sinn dieser Veranstaltung erschließt sich einem nicht, es sei denn, die Enquete war ein geschicktes Ablenkungsmanöver, bei dem sich die eitle, linke Medienclique samt Opposition ohne nennenswerte politische Folgewirkungen in Szene setzen durfte, weil die Richtung, in die es medienpolitisch gehen soll, ohnehin schon lange vorher festgelegt worden ist. Alles andere wäre eine Katastrophe, zumal eine intelligente Medienpolitik für die Koalition eine Überlebensfrage ist.

Auf den meisten Politikfeldern agieren ÖVP und FPÖ äußerst geschickt und erfolgreich, man kann nur hoffen, dass das in Medienfragen auch so ist. Sollten ÖVP und FPÖ jedoch vorhaben, die auf dieser Enquete vorgebrachten Kernforderungen und Wünsche des ORF und der anderen Medienmacher in die Tat umzusetzen, wäre das dumm und unverantwortlich. Für die Regierung und für dieses Land. Fast alle Vorschläge und Ideen gingen mehr oder weniger in eine Richtung: mehr Geld, mehr Regulierung, mehr Staat. Deshalb gab es auch kaum Auseinandersetzungen zwischen ORF und Privatmedien.

Nach den verschiedenen Podiumsdiskussionen kann man nur zu dem Schluss kommen, für die österreichische Medienbranche wären die Kräfte des freien Marktes das beste und einzige Rezept. Fast alle Player am heimischen Medienmarkt - allen voran der ORF - nehmen für sich in Anspruch, für Österreich, die Gesellschaft, die Demokratie und die österreichische „Identität“ von besonderer Wichtigkeit zu sein und dafür müsse die Allgemeinheit eben kräftig in die Tasche greifen. Man muss die Österreicher, wie so oft, zu ihrem Glück zwingen. Und über allem schweben die bösen, übermächtigen ausländischen Außenfeinde, die angeblich „unsere“ österreichische Identität bedrohen. In Wahrheit fürchten die trägen, heimischen Medien, sich der internationalen Konkurrenz stellen zu müssen. In einem abgeschlossenen und vom Staat beschützten Medienschrebergarten lebt es sich eben viel bequemer und sicherer. Offene Grenzen sollen nur für die anderen gelten.

Bei der Enquete wurde besonders viel darüber gesprochen und nachgedacht, wie man mit staatlichen Initiativen, Programmen und Geldern in der digitalen Medienwelt wieder den Anschluss finden und Facebook, Google, Netflix und Co. die Stirn bieten kann. Es ist aber kein Zufall, dass die meisten Innovationen aus den USA und nicht aus Europa kommen. Und zwar nicht, weil in Europa zu wenig gefördert wird, weil in Europa der Staat zu wenig eingreift und mitmischt, ganz im Gegenteil.

Für Innovationen braucht man die richtigen Rahmenbedingungen und das richtige gesellschaftliche Klima. Und das heißt nicht mehr Bürokratie, mehr Förderungen, mehr staatliche Initiativen, sondern im Gegenteil: niedrige Steuersätze, ein unternehmerfreundliches Klima und möglichst wenig bürokratische Hürden. Dann entstehen neue innovative Firmen und Produkte von ganz alleine. Dann erspart man sich die Enqueten, Kommissionen, Expertengruppen, Förderstellen und Diskussionen, die die Linken so sehr lieben und brauchen. Alleine der Gedanke an ein „österreichisches Facebook“ unter wohlwollender Aufsicht eines Gremiums, das sich aus Vertretern aus ORF, Politik, Wissenschaft, Kirchen, „Zivilgesellschaft“ und anderen „Experten“ zusammensetzt, ist gruselig.

Besonders seltsam war das Panel zum Schwerpunkt „österreichische Identität“. Identität ist für heimische Medienschaffende jenes Sesam-öffne-dich-Zauberwort, mit dem man Steuergeld und Förderungen besonders schnell zum Sprudeln bringen kann. Außerhalb dieses medienpolitischen Kontextes ist nationale Identität ja etwas Verachtenswertes, Böses und sogar Kriminelles, wie wir seit dem Gerichtsverfahren gegen die Identitären wissen.

Es stellt sich zudem die Frage, welche österreichische Identität die zumeist linken Medienschaffenden mit unserem Steuergeld so gerne schützen wollen. Beispiel Wien: Da sind die autochthonen Österreicher längst in der Minderheit, in der Stadt leben Türken, Araber, Chinesen, Osteuropäer, Tschetschenen, Bosnier, Afghanen, Perser, Syrer etc. In den Wiener Pflichtschulen gibt es mittlerweile mehr Muslime als Katholiken. Den typischen „echten Wiener“, den raunzenden und saufenden Mundl, gibt es schon lange nicht mehr, nicht zuletzt wegen der massiven Multikulti-Propaganda und Stimmungsmache der Altmedien.

Was bedeutet in so einer Stadt, in so einer multikulturalisierten Gesellschaft österreichische Identität überhaupt noch? Was will man eigentlich schützen und fördern? Oder glaubt man, man brauche der „dümmlichen“, rechtskonservativen Koalition nur eine vergammelte Identitätskarotte vor die Nase zu halten und schon gibt es Kohle und Bestandsgarantien?

Man kann nicht für eine multikulturelle Gesellschaft eintreten und dann die Hand aufhalten, um die „österreichische Identität“ zu schützen. Das kann das Volkskundemuseum in Wien besser und billiger.

Genau jene, die für dieses Gesellschaftmodell so massiv eintreten, genau jene, die so gerne von Weltoffenheit und offenen Grenzen predigen, sind, wenn es um ihre eigenen Geldbörsen geht, plötzlich große Freunde der österreichischen Leitkultur, Identität und der geschlossenen Räume. Verlogener geht es nicht mehr. Auch das elende und ständige Gejammer der linken Altmedien über die angeblichen Fake News dient vor allem dem einen Zweck, sich weiterhin mit staatlichen Geldern durchfüttern zu lassen, auch wenn sich die Leser, Seher und Hörer längst zu den „Fake News“-Medien verabschiedet haben.

Die Medienschaffenden sollen sich, so wie alle anderen Österreicher auch, der internationalen Konkurrenz ohne staatliche Schutzschirme stellen. Man kann nicht ständig Wasser predigen und Wein saufen. Und ganz nebenbei, viele alternative (Internet-)Medien, die allesamt keine Staatsknete bekommen, sind für immer mehr Österreicher eine wesentlich wichtigere Informationsquelle, als der ORF. Vielleicht sollte der Rotfunk nicht nur auf die Gebührengelder schielen, sondern ernsthaft darüber nachdenken, warum das so ist.

Mo, 11.06.2018, 10:52 | Berthold.bricht

100% Zustimmung!! Nagel voll auf den Kopf getroffen. Klasse Artikel, Herr Reichel.
So, 10.06.2018, 22:51 | Der Schwächste...

...unter allen - Blümel! Wer Ahnung hat braucht keine Enquete - ORF abdrehen und fertig ist. Der Letzte dreht das Licht ab. Für die wenigen Fans bleibt ja noch die Parteizeitung...
So, 10.06.2018, 15:27 | jagoda

Ohne Schnitt wird der ORF weiterhin X -mal am Tag seine rotgrüne ideologie als
PRODUKTPLATZIERUNG dem zahlenden Volk in Augen und Ohren stopfen.
So, 10.06.2018, 13:26 | jagoda

Was will ich nicht (und viele andere auch) :
Ein mit rotgrüner Propaganda durchsetzter Medienklotz am Bein des Beitragszahlers.
Der ORFwerden seine Überzeugung nicht aufgeben,daher Mittelhalbierung.
So, 10.06.2018, 01:54 | Jemand mit Ahnung

Ihr seid solche Trottel
So, 10.06.2018, 05:19 | Und ???

Und jetzt ?? Was jetzt???
So, 10.06.2018, 10:25 | Die Empörung

01:54? noch beim Vorglühen oder schon nach Hause getorkelt?
So, 10.06.2018, 16:26 | Gandalf

"Jemand ohne Hirn" wäre wohl zutreffender.
Sa, 09.06.2018, 22:19 | sokrates9

Man bevorzugt weiterhin ORF - Gebühren! Schließlich kann sich der Zwangsgebührenzahler nicht gegen den manipulativen ORF wehren! Bei Zahlungen aus dem Budget müsste man vorsichtiger agieren!
Sa, 09.06.2018, 19:44 | Abraham

Wenn diese linksversiffte Brut so toll ist wie sie selbst behauptet, werden die PayTV-Karten des privatisierten Rotfunks sich wie die warmen Semmeln verkaufen! Privatisierung jetzt!
Di, 12.06.2018, 10:58 | B-Braham

Die Privatisierung ist schon abgeschlossen. Die Österreicher werden das wohl bald bemerken (openpetition.eu/!gispetition).
Sa, 09.06.2018, 15:42 | Laszlo Panaflex

"Auf den meisten Politikfeldern agieren ÖVP und FPÖ äußerst geschickt und erfolgreich"

Echt?
Und wieso gibt es dann immer noch im ganzen Land gut gefüllte Unterkünfte für voraufgeklärte Asylforderer?
Sa, 09.06.2018, 15:46 | Laszlo Panaflex

....
Der Placebo-Schmäh mit der leicht gekürzten Mindestsicherung wird daran jedenfalls nichts ändern. Auch nicht die Ausweisung von ein paar Imamen.

Alles mehr Symbolpolitik als echter Lösungswille.
Sa, 09.06.2018, 16:18 | Freier Mensch

Was glauben Sie,wer die"voraufgeklärten Asylforderer"denn überhaupt voraufgeklärt hat,wer sie rechtlich berät,wer das finanziert,welcher Ideologie die NGO`s verfangen sind,die erst d.Invasion fördern?
Sa, 09.06.2018, 17:30 | Die Empörung

Da ist wohl für die linke Socke das Ende des Rechtsstaates wohl der Wunsch Vater des Gedankens - oder eine besoffene Paranoia weils keine linke Regierung hat.
Sa, 09.06.2018, 20:45 | Laszlo Panaflex

Das Problem bei der Wurzel packen und die Grenzen abdichten wie Ungarn. Das Problem der NGO-Beratung wird dadurch irrelevant.Aber Willen zur konsequenten Grenzsicherung sehe ich keinen.Siehe Brenner.
So, 10.06.2018, 05:17 | Freier Mensch

@Laszlo Panaflex:ich fürchte,Sie haben noch nicht erkannt,daß d.Migration weltpolitischer Wille ist.Es WIRD durchmischt werden.Sarkozy hat es 2008 klipp u.klar gesagt,die UNO 2011 beschlossen,EU heuer
So, 10.06.2018, 14:31 | Am Dam Des

Billiges Ablenkungsmanöver. Wenn Ungarn seine Grenzen gegen den Willen der Weltpolitik schließen kann, dann kann das auch Österreich. Es fehlt hier nur am Willen.
So, 10.06.2018, 14:45 | @AmDamDes

Es wollen(politisch)aber nur 26% .Der Rest sträubt sich wahltechnisch,bündlerisch,oppositionell, klerikal u.vor Allem"ASYL-Industriell"!Das sind unüberwindbare Hindernisse in AUT!!Das hat Ungarn nicht
Sa, 09.06.2018, 15:09 | Schwarzfink

Die Mediengiganten Facebook, Google usw haben sich vor allem deshalb in d. USA entwickelt weil dort Meinungs-& Medienfreiheit herrscht & dort der GRÖSSTE MARKT der Welt ist!
Sa, 09.06.2018, 15:11 | Schwarzfink

Und zudem ist USA e. englischsprachiger Markt, also die weltweite Kommunikationssprache & Geschäfts- & Wissenschaftssprache Nr.1
Sa, 09.06.2018, 15:17 | Schwarzfink

Es wäre dumm das ganze Feld jetzt für die ausländ. Mediengiganten einfach frei zu machen. Wenn d.Terrein weg ist & alle Gesetze & die Öff-Re. abgeschafft sind kommt d. Faustrecht & Recht d.Stärkeren
Sa, 09.06.2018, 15:22 | Elmar O.

Schon mal selbst ein Unternehmen in Österreich aufgebaut?
Sa, 09.06.2018, 15:24 | golan boris

GRÖSSTE MARKT der Welt??? Mit cca:330Millionen Einwohner??? Grösste Markt bildet die EuroAsiatische Kontinentalplatte,u.davor fürchtet sich die USA,darum die bildung von Krisenherden,
Sa, 09.06.2018, 15:27 | golan boris

fort.z.b.Russland hat die Größten Rohstoff reserven Weltweit,(Öl,Gas,Aluminium,Kupfer,Titan,usw,,,,,und die USA schielen nur drauf wie und wann sie die Kontrolle darüber übernehmen.
Sa, 09.06.2018, 15:31 | golan boris

fort,EuroAsiatische Markt hat cca: 3,5 Mrd potenzielle Kunden,und das ganz ohne Wasserstrassen.Darum unternehmen die USA wirklich alles um noch engere zusammenarbeit zu verhindern.
Sa, 09.06.2018, 15:37 | golan boris

fort:Amerikanische Schiefergas können sich die Amis sonst wohin stecken.Die Technologie kommt aus Japan,Südkorea,Taiwan,....Asiaten sind führend.
Sa, 09.06.2018, 15:40 | golan boris

fort:z.b Japan,2 Stärkste Wirtschaft der Welt,,WOHLGEMERKT mit nur cca:130 Mil.Einwohner.
So, 10.06.2018, 01:52 | Topguru

Meinungsfreiheit ist wahrlich ein Problem in Österreich, gut dass sie es endlich ansprechen :-D
Sa, 09.06.2018, 14:44 | Oststeirer

Werner Reichel: Alle Medienmache & -fachleute die bei dieser Medienenquete waren sind lauter Trotteln. Man muss froh sein wenn wenigstens 1 Fachmann, der Herr Reichel da ist.
Sa, 09.06.2018, 16:23 | Ein wahres Wort...

..welches sie da gelassen aussprechen.Manchmal haben sie wirklich helle Momente in ihrer ideologischen Dunkelkammer.Besonders blöd haben sie wahrscheinlich d.Herren Döpfner und Zeiler empfunden.MeToo.
Sa, 09.06.2018, 17:34 | Die Empörung

Da haben Sie recht. Medienleute, die Parteifunk Pressefreiheit nennen, sind noch viel größere Trotteln, als Sie sich vorstellen können.
Sa, 09.06.2018, 11:59 | Freier Mensch

Großartiger Beitrag,Herr Reichel.Sie haben recht:alles was ORF,SPÖ,Grüne u.Scheinlinke jetzt plötzlich über österr.Identität von sich geben(Heimat,Trachten,Nationalbewußtsein etc..) ist ALLES LÜGE !!!
Sa, 09.06.2018, 12:23 | golan boris

Freier Mensch,ist aber ganz KLAR,ALLES was von Linken kommt ist GELOGEN,denen glaube ich weder die Zeit noch die Wettervorhersage.
Sa, 09.06.2018, 11:21 | golan boris

Österreichische Identität sind fliegende Messer,Selbstfahrende Autos,und selbstverständlich geht's IMMER ums GELD.Konkurrenz ist das große unbekannte für ORF
Sa, 09.06.2018, 11:35 | golan boris

Nimm ein Sackerl für ein Kackerl,das ist nämlich die Identität die Rotgrüne meinen.Verlogene Bagage.
Sa, 09.06.2018, 11:19 | Marietherese1

Danke, Herr Reichel, fuer diese super Analyse! Hoffe auch, dass die Regierung gescheiter handelt als diese Pseudo-Enquete vermuten laesst!



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