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Werner Reichel (Ideologie: Di, 28.08.2018, 09:53)
Der ORF, der journalistische Wadlbeißer

Geht es um die türkisblaue Regierung, verhält sich der ORF wie ein Zwergpinscher. Hat er ein Thema aufgespürt, von dem er glaubt, damit Kurz und Strache schaden zu können, verbeißt er sich in die Geschichte und lässt sie so schnell nicht mehr los. Das war bei beim 150-Euro-Sager der blauen Sozialministerin so, das war beim Besuch Putins bei der Hochzeit von Außenministerin Kneissl so, jetzt hat er sich wieder in das Wadl der Regierung verbissen. Es geht um die Lehre für Asylwerber. In allen ORF-Infoschienen und Nachrichtensendungen wird das Thema seit Tagen immer wieder hochgekocht.

Ständig treibt der ORF neue Experten, Funktionäre, Betroffene, Pensionäre, Politiker und Promis auf, damit sie im Gebührenfunk herzzerreißend jammern können, wie schröcklich und inhuman diese rechte Regierung nicht sei. Und weil der ORF bei der Auswahl seiner medialen Klageweiber nicht sonderlich wählerisch ist und es in Österreich viele Menschen gibt, die eine Rechnung mit der neuen Regierung offen haben, kann man das bei Bedarf über Tage und Wochen durchziehen.

Besonders beliebt sind beim ORF die frustrierten ÖVP-Politzombies von Fischler bis Busek. Sie haben es sich an ihrem Lebensabend zur Aufgabe gemacht, dem ungeliebten Sebastian Kurz möglichst oft ans Bein zu pinkeln. Der ORF stellt sich dafür gerne als Bedürfnisanstalt zur Verfügung. Eine Win-Win-Situation für den ORF und die politischen Modernisierungsverlierer.

Was bei diesen Attacken keine Rolle spielt, sind Fakten. Alles was Türkisblau irgendwie schadet, ist mehr oder weniger erlaubt. Die schlüssige Argumentation und klare Haltung der Regierung in dieser Frage, Asyl und Einwanderung nicht zu vermischen und dieses Hintertürl endlich zu schließen, wird einfach vom Tisch gewischt. Im Ö1-Morgenjournal am Dienstag um 8:00 Uhr fragte die Moderatorin Wirtschaftskammerchef Harald Mahrer: „Das würde bedeuten, dass man einräumt, dass Österreich Wirtschaftsmigration braucht. Glauben Sie, dass das mit dem Koalitionspartner FPÖ möglich ist?“

Für eine Journalistin, von Qualität wollen wir nicht sprechen, eine seltsame Unterstellung, denn die Strache-FPÖ hat sich niemals gegen qualifizierte Zuwanderung ausgesprochen, sie ist sogar im Regierungsabkommen festgeschrieben. Genau darum geht es FPÖ und ÖVP: Statt chronische Mindestsicherunsgbezieher anzulocken und zu importieren, endlich echte Fachkräfte ins Land zu holen. Egal, Hauptsache man pinkelt der Regierung ans Bein.

Dass die meisten Lehrlinge, um die es derzeit im ORF geht, vor allem in der Gastronomie und im Handel beschäftigt sind, ist ebenfalls erwähnenswert. Nun sind das durchaus ehrenwerte und wichtige Berufe, aber was Österreich viel dringender braucht, um nicht auf der Stecke zu bleiben, sind Fachkräfte im technischen Bereich, in der Industrie. Aber dem ORF, den NGOs und allen anderen „guten“ Menschen geht es eben nicht um „die Wirtschaft“, um „Österreich“, sondern um ihre politischen Agenda, um ihren Verdienst und um die Verwirklichung ihrer krausen Multikulti-Utopie. Von Ökonomie haben Linke ohnehin keine Ahnung. Aber in so einem Fall werden sogar die angeblichen Bedürfnisse der Wirtschaft, also der bösen Kapitalisten, die man ansonsten nicht einmal ignoriert, plötzlich relevant.

Spätestens in ein oder zwei Wochen wird sich der ORF in ein neues Thema verbeißen und am Hosenbein der Regierung ziehen und zerren. Und die andern Hunderln in der heimischen Medienzone, vom Falter bis zum Profil, machen freudig bellend mit. Das ist gelebte Meinungsvielfalt. Hätte der ORF nicht noch immer so viele vor allem ältere Menschen, die er mit seinem linken Gekläffe und seiner Anti-Regierungspropaganda beeinflussen kann, wäre die Sache sogar irgendwie amüsant.