ORF-Watch.at Die unabhängige Kontrolle des Gebührenmonopols


Werner Reichel (Ideologie: Do, 03.01.2019, 12:09)
Recherche unerwünscht

Wie funktioniert moderner linker Mainstreamjournalismus? In der täglichen Praxis sieht das ungefähr so aus: Eine Meldung der Austria Presse Agentur (APA) kopieren, sie dem Format des jeweiligen Mediums anpassen, gemäß den Erfordernissen der bunten Multikulti-Ideologie und des politisch korrekten Zeitgeistes adaptieren und sprachlich abschleifen – wobei die APA hier schon wertvolle Vorarbeit leistet –, alle lästigen Informationen streichen oder gut verstecken und seine eigene linke Meinung mehr oder weniger subtil in die Geschichte einpflegen. Fertig ist die Meldung auf orf.at, im Standard oder sonst einem linken Allerweltsmedium. Schließlich steht die „richtige Haltung“ über allem.

Mehr ist es in der Regel nicht. Man kann allerdings auch auf Agenturmeldungen, Recherche und Fakten komplett verzichten, wie das Claas Relotius gezeigt hat. Das ist zwar effektiver, hat sich aber noch nicht flächendeckend durchgesetzt. Wohl aus nostalgischen Gründen. Journalistische Grundtugenden wie Trennung von Meinung und Information oder Check, Re-Check, Double-Check haben im modernen linken Meinungs- und Haltungsjournalismus aber ausgedient. Nur nicht zuviel recherchieren, das könnte politisch unerwünschte Fakten und Wahrheiten ans Licht der Öffentlichkeit bringen. Finger weg.

Zwei relativ unspektakuläre aktuelle Beispiele auf orf.at: Da jubelt der ORF in Oberösterreich über einen Geburtenrekord in Linz. „Vor allem freut man sich im Rathaus aber über einen Linzer Babyboom.“ Nach Jahren des Geburtenrückgangs nun eine „überraschende“ Trendwende. Wie kann das sein? Als einzige Erklärung bietet der ORF die Aussage des roten Stadthäuptlings an: „Eine der Ursachen für den Babyboom in der Landeshauptstadt sieht Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) im kinderfreundlichen Umfeld der Stadt mit Krabbelstuben und Kindergärten.“

Jo sicher, Herr Luger, sicher. Jede Wette, dass Linz sich künftig immer öfter über Geburtenrekorde freuen darf. Egal, wie kinderfreundlich das Umfeld ist. Wenn in einer Stadt immer mehr Menschen aus Kulturen leben, in denen die Geburtenraten traditionell sehr hoch sind, dann steigt, je höher der Anteil dieser Menschen an der Gesamtbevölkerung ist, auch die Geburtenrate.

Und weil solche demographischen Entwicklungen bekanntlich nicht linear, sondern exponentiell verlaufen, wird der Bürgermeister in Zukunft noch viel Freude haben. Einfach ausgedrückt: Je mehr Menschen aus der Dritten Welt in Linz oder Österreich leben, desto mehr gleicht sich die Geburtenrate dem eines Landes aus der Dritten Welt an. Und nein, diese Anpassung verläuft stets in diese Richtung, nicht umgekehrt. Entsprechende Hoffnungen und Prognosen haben sich – auch wenn sie immer noch in manchen Medien und Unis herumgeisterten - längst zerschlagen.

Aber von alldem liest man auf orf.at nichts. Wie hat es der seinerzeitige deutsche Innenminister Thomas de Maizière ausgedrückt: „Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern." Und das wollen ORF, SPÖ, Grüne, KPÖ und Caritas nicht.

Ein anderes Beispiel: Ebenfalls auf orf.at erfährt der Leser, dass die Exporte aller österreichischen Bundesländer im zweiten Halbjahr 2018 zum Teil kräftig gestiegen sind. Mit einer Ausnahme: In Wien sind sie mit einem Minus von 6,9 Prozent innerhalb eines Jahres regelrecht eingebrochen. Klingt beunruhigend. Ist es auch. Und vor allem: Wie kann das sein? Beim ORF will man es nicht so genau wissen. Dort begnügt man sich - obwohl man massig Gebühren kassiert und Hunderte Journalisten beschäftigt – damit, die trockene Meldung der Statistik Austria wiederzugeben. Dazu braucht man allerdings keine milliardenschwere Rundfunkanstalt mit Tausenden Mitarbeitern und Zulieferern, dafür reichen ein Internetanschluss und Google.

Nachgefragt, recherchiert und die Meinung der Opposition hätte man nur eingeholt, wenn in Wien ein blauer oder türkiser Bürgermeister regieren würde. Dann ließe sich die Meldung auch politisch gut ausschlachten. Chaos im blauen Wien: Exportwirtschaft kollabiert. Oder so. Weil aber im Rathaus die rotgrünen Freunde der Küniglberger sitzen, fragt man lieber nicht nach. Da könnte man auf Sachen stoßen, die will man gar nicht wissen, weil sie die linken Wähler und Journalisten verunsichern könnten.

Fr, 04.01.2019, 13:19 | ID

Heißer Tipp für Masochisten!
#doublecheck anhören auf Ö1 heute, Fr 4.1. 19h05-19h30
- letzte Sendung am 7.12. zufällig beim Autofahren gehört
- nur für starke Nerven -Auto besser stehen lassen...
Fr, 04.01.2019, 08:48 | henk

Grandios, Danke!
Do, 03.01.2019, 21:49 | axel01

Durch die Entdeckung der Relotius' schen Machenschaften wird auch schön gezeigt, dass es keinerlei "(Re-) Checks" gab, weil seine Märchen so kuschelig in "das Gewollte", "das Gute" hineingepasst haben
Do, 03.01.2019, 21:53 | axel01

Und dadurch, dass man seinen Spendenaufrufen spontan folgte, konnte man sich mittels Mausklick auch zusätzlich gleich den Gutmenschen-Alltag versüßen und sich besonders überlegen gegen rechts fühlen.
Fr, 04.01.2019, 05:11 | fr

Hhmm,kann sein,muß aber nicht so sein.Viell.ist dieser Lügenschmierer zu 100% ident mit d.System,welches sich da aufgebaut hat.Vielleicht ist das ALLES genau soo gewollt.Merkel in DEU hats befohlen!!
Do, 03.01.2019, 18:51 | otti

Herr Reichel - WIE IMMER - besten Dank für Ihren Artikel.

Ziemlich oft würde ich ohne orf-WATCH und den Kommentatoren hier verzweifeln !
Do, 03.01.2019, 16:08 | Der ORF recherchiert nicht mehr (das ist retro, rechts und nazi)

- nein, er "relotiert". Etwas zu relotieren ist ja auch viel praktischer als irgendwas selbst herausfinden zu wollen - man schreibt ab und versieht es dann mit "passenden", ev. erfundenen Details.
Do, 03.01.2019, 14:07 | István Pannon

Immer mehr Anwärter auch den Claas Relotius-Preis 2019 für "Haltungsjournalismus am Roten Band" werden nominiert.
Do, 03.01.2019, 14:11 | Freier Mensch

Relotius ist bloß das Opfertier einer sonst unbelehrbaren,marxistischen Mediendiktatur, die durch Lug u.Betrug den Journalismus totgemacht hat. Relotius wird fallengelassen,die Lügenmeute macht weiter
Do, 03.01.2019, 16:35 | Mankovsky

Das trifft's auf den Punkt!
Do, 03.01.2019, 16:43 | Die APA ist genauso linksversiffte wie der Rotfunk

#LeftsAreTrash
Do, 03.01.2019, 17:07 | Die Empörung

Relotius ist das Symptom, nicht die Ursache.
Do, 03.01.2019, 14:04 | jagoda

Hr.Reichel,halten sie die APA für makellos,sitzen dort keine linken Produktplatzierer? Das kann ich mir nicht vorstellen,für mich ist das unvorstellbar.
Do, 03.01.2019, 14:13 | Freier Mensch

Nochmals lesen@jagoda . Reichel weiß das, er ist nur etwas zynisch, aber noch nicht entnervt ! Hoffe ich zumindest ! :-)))
Do, 03.01.2019, 14:01 | Freier Mensch

Wieder guter Beitrag,Hr.Reichel .Danke.Die APA-Genossenschaft(ca.46% ORF,kleinere wie Presse,Standard,SBN,..)ist das Hauptübel. Wenn der Hauptgenossenschafter ORF wegfiele,dann spielte es "Granada"...
Do, 03.01.2019, 14:09 | István Pannon

Die AgitPropAustria ist unverzichtbarer Bestandteil der großen Manipulation.
Do, 03.01.2019, 13:44 | astuga

Wäre die hohe Geburtenrate unterer Einkommensschichten ein Zeichen von Wohlstand, müsste man jedes Shithole-Country beneiden.
Ein erwünschter Idealzustand für alle Linke. Man sucht Abhängige & Wähler.
Do, 03.01.2019, 21:55 | axel01

Sarrazin sagt es treffend: was man fördert, wird mehr. Das gilt insbesondere für den minderintelligenten Nachwuchs aus Türkei, Nahost und Afrika.
Do, 03.01.2019, 13:37 | kamamur

Forts.: mit dieser dürftigen Leistung hinstellt ist einfach nur zu bedauern. Im Mittelalter gabs dafür eine treffende Bezeichnung: Belustiger.
Do, 03.01.2019, 13:34 | kamamur

Ich meine, der Intellekt alleine ist es nicht der zu einer solchen Berichterstattung führt.Ich unterstelle,die fachliche Quali reicht einfach zu nicht mehr. Wer auch immer sich als Held/Ancho Forts:
Do, 03.01.2019, 12:59 | Ingrid B.

"Meldung der APA kopieren" - wie wahr, wie wahr, Rechtschreib- und/oder Grammatikfehler werden oft mitübernommen.
Danke Hr. Reichl für die treffende Darstellung - wieder den Finger in
Wunde gelegt.



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