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Andreas Unterberger (Fakten: Mo, 07.01.2019, 16:00)
Wenn der US-Präsident zwei Tage eingeschneit ist

... dann rotieren alle Medien der Welt. Wenn hingegen der österreichische Bundeskanzler eingeschneit ist, nimmt das der österreichische Gebürenfunk nicht einmal zur Kenntnis (zumindest soweit ich es überblicken konnte, und ich habe überall gesucht - bitte eventuell um Hinweise, falls es anders ist).

ORF-Zahler wissen es freilich seit langem: Über Kurz und die Regierung gibt es nur dann etwas im ORF, wenn es negativ ist. Wenn Kurz hingegen so wie Hunderttausende andere Österreicher Schneeopfer wird, dann wäre das eine Meldung mit positiver Wirkung, daher ist es für den ORF keine. Das erfährt man nur im Privatfernsehen oder auf anderen Internet-Seiten. Kurz hingegen darf nur vorkommen, wenn er von Grün&Co getadelt wird, weil er zu irgendeiner Aussage eines FPÖ-Ersatzgemeinderats aus Hinterstinkenbrunn nichts gesagt hat.

Mag schon sein, dass die (mehrheitlich vom ORF beherrschte) APA wieder einmal geschlafen hat. Die ist ja von ähnlicher "Dynamik" wie der ORF durchdrungen. Das lässt aber trotzdem die Frage offen: Warum können andere recherchieren? Warum reagiert die weitaus größte Redaktion des Landes hingegen nur, wenn ihr eine Agentur-Meldung auf den Tisch flattert, oder eine Zeitung aus der linken Blase wie Falter oder Standard berichtet?