ORF-Watch.at Die unabhängige Kontrolle des Gebührenmonopols


Claus Reitan (ORF1 Sa, 05.04.2014, 20:15)
Wetten, dass...?

 Danke – auf die Zukunft der Unterhaltungs-Sendung „Wetten, dass …?“ werden keine Wetten mehr angenommen. Die Sache ist entschieden. Drei Durchgänge noch, dann wird die Peinlichkeit im Herbst vom Äther des deutschsprachigen Fernsehens genommen. Wird es jetzt kälter am Lagerfeuer der Fernsehgesellschaft?

Die von Moderator Thomas Gottschalk zu Rekorden an Reichweiten geführte Unterhaltungssendung – eine Million Zuseher in Österreich, 14,7 Millionen Zuseher in Deutschland – hat mit ihm ihren Charakter verloren. Über Gottschalk, stets von ausgesucht höflicher Unverfrorenheit, und der letzten großen Familien-Unterhaltungssendung lag seit dem schweren Unfall eines Wettkandidaten ein Schatten. Doch für Gottschalk-Nachfolger Markus Lanz waren dessen Schuhe zu groß, um festen Schrittes aus diesem und des Vorgängers Schatten zu treten.

Das Aus mit der letzten Sendung am 13. Dezember nach 33 Jahren ist ein Glücksfall. Unter dem – von wem eigentlichen ausgelösten? - Druck des Wettbewerbs mit anderen Anbietern von Unterhaltung via Fernsehen ist der öffentlich-rechtliche ORF auf eine schiefe Bahn geraten, und konnte entlang der Qualitätsskala nur noch nach unten rutschen. Das Fernsehen bietet heute zu viele Sendungen, in denen sich Menschen mit oder ohne Assistenz durch Moderation oder Laienrichter im Publikum selbst entblößen. Der ORF hat vor wenigen Tagen eine Studie zur Qualität von TV-Unterhaltung präsentiert. Für die Unternehmensführung ist Unterhaltung Teil der Kultur, die ihrerseits auch unterhalten soll. Na dann, auf auf zu neuen Ufern der TV-Unterhaltung. Vielleicht bietet sich die Chance, dass die neue Lücke im Samstag-Hauptabendprogramm durch Unterhaltung mit Haltung gefüllt wird? Wetten auf die Höhe der Qualität werden angenommen.

 

 



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