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Werner Grotte (radiow Di, 10.06.2014, 12:00)
Radio Wien von 12 bis 4

Die Fußball-WM naht – und wie schon bei der EM in Wien 2008 prägen plötzlich seltsame Sprachverhunzungen das öffentliche Mitteilungsgeschehen – mit dem ORF als fleißigem Spitzenreiter. So hören wir auf nahezu allen ORF-Sendern irgendwo ständig das schöne Wort „Public Viewing“. Gemeint ist das gemeinsame Fußballschauen in irgendeinem Wirtshaus oder Bierzelt. Tatsächlich verhält es sich beim „Public Viewing“ aber ähnlich wie mit dem „Handy“, das es so in Englisch gar nicht gibt. Dort heißt das ganz unaufgeregt Mobilephone. „Public Viewing“ gibt es zwar im Englischen, doch verbinden die Briten mit diesem Begriff eher die öffentliche Aufbahrung einer Leiche vor dem Begräbnis.

Zumindest Radio Wien besann sich in den letzten Tagen vorsichtig auf seine deutschsprachigen Wurzeln (und den ORF-Bildungsauftrag) und suchte unter den Hörern möglichst einheimische Rückübersetzungen. Und da kam erstaunlich viel: Von „Gemeinschafts-Glotzen“ über „Rudel-Fernsehen“, „GÖF – Gemma öffentlich Fernsehen“ bis zu „Schanigarten-TV“ gingen die Vorschläge. Was wiederum einmal mehr beweist, dass im Ernstfall die deutsche Sprache meist facetten- und wortreicher ist als etwa das so gern eingemischte Englisch.

Sa, 14.06.2014, 18:46 | Mahner

Für die Dastellungen der österr, Nationalmannschaft ist "public viewing" jedenfalls zulässig!
Sa, 14.06.2014, 12:42 | Meister

Huch wie ist man modern, wenn man englisch redet. Das dachte man schon vor jahrzehnten . . .
Di, 10.06.2014, 15:42 | Schwarzer Storch

Public Viewing ist in England d. öffentliche Aufbahren einer Leiche & bei uns das Gruppen-Fernsehen: Ein peinlicher Unterschied, nat da noch nie jemand nachgedacht? Blöd wenn alles neudeutsch sein muß



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