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Elisabeth Hennefeld (ORF2 Sa, 20.09.2014, 19:30)
Zeit im Bild
 
Bevölkerungswachstum = Klimawandel, Hunger und Armut
 
 
Die „Zeit im Bild“ vermeldet Alarmierendes: das Wachstum der Weltbevölkerung entwickelt sich nicht so, wie die Experten der UNO es 100 Jahre im Voraus wussten! Aber wenn die Prognose schon nicht stimmt, trifft sicher die andere ein, nämlich dass die Folge des überraschend größeren Wachstums Klimawandel, Hunger und Armut (man achte auf die Reihenfolge!) verschärfen wird.
 
Mit Prognosen ist das so eine Sache. Kluge Köpfe haben in der Vergangenheit schon so mache gestellt: 1990 geht uns das Erdöl aus, 2020 sind wir 28 Milliarden Menschen auf der Erde und 1970 steuerten wir geradewegs auf eine neue Eiszeit zu. Demographische Voraussagen über ein bis zwei Generationen machen noch am ehesten Sinn, da sich die Anzahl der Damen, die möglicherweise Mütter werden können, und die Beweggründe wie viele Kinder sie gekommen, nicht von heute auf morgen ändern werden.
 
Der ORF beruft sich auf eine Studie der UNO, die – wie in einer hübschen Graphik dargestellt – für die ersten Jahrzehnte dieses Jahrhunderts offenbar einen irrwitzigen Knick in der exponentiellen Wachstumskurve erwartet hat. Den kann es natürlich geben. Bis vor ca. 100 bekamen Frauen in allen Teilen der Welt grosso modo fünf Kinder. Heute sind es in der Westlichen Welt nur mehr knappe zwei; Südamerika und Asien sind am Weg dort hin. Nur Afrika bleibt stur bei seinen fünf Kindern. Dabei gibt sich die UNO doch solche Mühe und erklärt den armen Schwarzen geduldig, Abtreibung sei toll. In Asien hat’s schließlich auf funktioniert, auch wenn dort mirakuleuserweise 100 Millionen Mädchen fehlen.
 
Das Tragische an dieser Sichtweise der UNO, die der ORF unhinterfragt übernimmt, ist, dass sie in den fünf Kindern, die die Durchschnittsafrikanerin trotz moralisch höchst bedenklicher Aufklärung immer noch bekommt, nur hungrige Klimasünder sieht und nicht produktive Kräfte, die Wohlstand erschaffen und Lösungen finden werden, zu denen der UNO die Phantasie fehlt. Der Westen und Osten haben diese Entwicklung auch schon durchgemacht, was vor allem auf Wirtschaftswachstum und allgemeinen Zugang zu Märkten möglich wurde. Vielleicht sollte die UNO weniger Geburtenkontrolle propagieren und den armen Schwarzen lieber erklären, wie man Internetfirmen aus dem Boden stampft. Andererseits bin ich mir ziemlich sicher, dass die das schon selber herausfinden werden.



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