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Claus Reitan (ORF2 So, 19.10.2014, 22:00)
IM ZENTRUM

Reichweite macht flach: Das Fernsehen setzt einer tiefgehenden inhaltlichen Debatte rasch Grenzen, vor allem, wenn eine Sendung so wenig sachgerecht konzipiert ist wie „Im Zentrum“. Das zeigte die dort geführte Ebola-Debatte, eine Diskussion, um die sich die Moderatorin wieder redlich bemühte. Allein, nach einem falschen Rezept und mit unpassenden Zutaten vermag niemand ein gesundes und schmackhaftes Essen zuzubereiten.

So wurden „Im Zentrum“ nahezu alle Aspekte um Ebola angeschnitten, obwohl einige – wie verläuft eine Ansteckung? - nicht in eine spätabendliche Diskussions- sondern in eine frühabendliche Konsumenten-Sendung gehören. Dazu wurden Einspielungen präsentiert, unterlegt mit ernster Musik, erläutert mit scharrend-knorriger Stimme und einem Unterton, der Gefahr signalisiert.

Das geht nicht zusammen. Wer allen alles bietet, bietet niemandem etwas. Wer von einem Aspekt zum nächsten springt, verhindert Vertiefung. Wer Einspielungen mit der Intention präsentiert, die Zuseher vor dem TV-Schirm zu halten, will offenbar vertiefendes Gespäch und Mitdenken verhindern.

Dort liegt „Im Zentrum“ und damit falsch. Richtig wäre: Eine spätabendliche Gesprächsrunde erfordert Gelassenheit, Konzentration, Vertiefung, Fokus auf wenige Personen und thematische Aspekte, die dafür gründlich ausgeleuchtet werden. Die derzeit für „Im Zentrum“ angewandte Rezeptur ist das exakte Gegenteil davon. Schade. 

 

Mi, 22.10.2014, 10:18 | Tiroler Berge

Schön war es eigentlich zu sehen, wie sich die bestenfalls mittelmäßige Thurnher via ZDF und ORF bei der Diskussionssendung mit Juncker blamierte! Die Gewerkschaftsjournaille des ORF halt!
Mi, 22.10.2014, 09:03 | Winterrabe

Eine Talkshow die allen alles recht machen möchte? Wo Elemente verschiedenster Sendungsformate willkürlich zusammengewürfelt werden? Ein Sendungsformate-Tausendfüßler wo man sich Erfolg erwartet?
Mo, 20.10.2014, 11:05 | Samuel Mayrl

Danke für diesen Kommentar: er hat treffend beschrieben, warum ich um diese "Diskussionssendung" einen großen Bogen mache. Inhaltliche Tiefe wird hier nie erreicht, wie bei der Diskutantenauswahl



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