ORF-Watch.at Die unabhängige Kontrolle des Gebührenmonopols


Elisabeth Hennefeld (ORF3 Mi, 04.03.2015, 21:05)
kreuz und quer

Kreuz und Quer widmet sich einem schönen Gedanken: Wie wäre es, wenn wir ein bedingungsloses Grundeinkommen vom Staat bekämen. Für alles Lebensnotwendige ist gesorgt, wir könnten arbeiten, was wir wollen, oder auch gar nicht, wenn wir keine Lust hätten. Wir wären viel freier in unseren Entscheidungen, wir könnten tun, was uns Spaß macht, wir hätten mehr Zeit zur persönlichen Entfaltung und zur Gemeinschaft, es wäre wunderbar.

Wir könnten aufstehen, wann wir wollten. Für die Milch im Kaffee müssten wir halt hoffen, dass der Bauer heute auch wirklich Lust hatte, um 5 Uhr früh aufzustehen, seine Kühe zu melken und zu seiner persönlichen Entfaltung den Stall auszumisten. Es würde uns auch nie in den Sinn kommen, dass, wer immer auch dieses Grundeinkommen vergibt, doch plötzlich ziemlich viel Macht hätte und dass er sie je missbrauchen könnte (so etwas ist in der Geschichte der Menschheit schließlich noch nie vorgekommen).

Da wäre höchstens noch die winzige Frage der Finanzierung offen. Es gibt da mehrere Modelle, entweder hofft man, dass die Reichen die notwendigen Mittel mit einer fetten Konsumsteuer kleinweise abstottern, oder man nimmt es ihnen gleich in Form einer massiven Vermögenssteuer weg. Jedenfalls wäre das Geld schon vorhanden, es gehört halt derweil noch jemand anderem, es ist nur eine Frage der Organisation.

Werter Leser, mir fehlen schlicht die Worte. So etwas strahlt der Österreichische Rundfunkt tatsächlich im Jahr 2015 allen Ernstes aus. Dass es eine 20jährige Studentin der Kultur- und Sozialanthropologie gibt, die sich mit solchen Gedanken trägt, mag ja sein. Dass es in der katholischen Sozialakademie eine Dame gibt, die das Ganze in Einklang mit der christlichen Soziallehre bringt, braucht zwar ein bisschen – sagen wir – theologische Flexibilität, ist aber sehr plausibel. Dass aber der ORF dieser weltfremden Dummheit eine Dokumentation widmet, ist nur dadurch zu erklären, dass sich der ORF selbst jetzt schon gesetzlich eines bedingungslosen Grundeinkommens aus Zwangsgebühren erfreut.

Fr, 20.03.2015, 10:04 | An_euphoriebefreiten_Tagen

Es wirft ein Schlaglicht, dass solche Ideen von Vereinen getragen werden, die selbst rechtfertigungsbefreit sind (eingetragene Glaubensgemeinschaft/Religion). Wer ohnehin kein Risken trägt...
Do, 05.03.2015, 14:19 | Proveritas

Es ist unfaßbar, dass Menschen die offfenbar jeden Bezug zum realen Leben entweder verloren oder noch nie besessen haben als Pseudoexperten auf möglicherweise unkritische ORF-Konsumenten losgelassen
Do, 05.03.2015, 14:07 | Martin H.

Sowas ähnliches gab es doch in Europa auch schon. Nannte man das nicht Planwirtschaft?
Do, 05.03.2015, 08:26 | rudolf willner

Den "Reichen" so lange etwas wegnehmen,bis sie nichts mehr haben und dann?
Do, 05.03.2015, 08:46 | Erich

Das hat doch im Kommunismus hervorragend ewig funktioniert und führt derzeit Venezuelas Bevölkerung in ungeahnte Höhen. Wieso Kuba diese Erfolgsmasche verlässt ist allerdings unverständlich.
Do, 05.03.2015, 00:47 | ORFprivatisierenNOW

Genau, der ORF zeigt uns, wie verkommen man wird, wenn man ein von Leistung, Motivation und Ergebnis völlig unabhängiges "Grundeinkommen" lukrieren darf. Und kreuz&quer? Einfach abdrehen!



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